Dieses Großglasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) zeigt die 1961/2 fertig gestellte Festhalle der Höchst-AG (Heute die sogenannte „Jahrhunderthalle“ im Besitz der DEAG) Die Fotografie wirkt aus dieser Perspektive fast wie ein Ufo, das gerade gelandet ist. Wäre das Bauwerk in Kalifornien gewesen, hätte es sicher den Produzenten der alten Star Trek Serie als on-location Drehohrt gedient, wie zahlreiche modernistische Gebäude in der Umgegend von L.A. (Wer mehr zu diesen Thema wissen will: Dan Chavkin / Brian McGuire: Star Trek. Designing the Final Frontier. How Midcentury Modernism Shaped Our View of the Future, 2021).

Unser Dia entstand in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre und trägt die Inventarnummer 137349 (= über 140.000 Großglasdias befanden sich also bereits am Seminar). Als Quelle ist die Publikation „Hardt 1965, Tafel 56/57“ angegeben. Um welche Publikation es sich genau handelt, konnte noch nicht ermittelt werden. Dieses Dia illustriert damit bestens das Problem einer zu kurzen, stichpunktartigen Beschriftung. Normalerweise war in Hamburg ab den 1950er Jahren üblich, Autor, Titel, Erscheinungsjahr anzugeben und die Quelle damit genau identifizierbar zu machen. Der zur Verfügung stehende Platz auf dem Rahmen war sogar einer der Gründe, warum die Großglasdias bis in die 1970er Jahre den Kleinbilddias vorgezogen wurden.

Das zweite deutlich sichtbare Problem ist der Buchpfalz, der sich senkrecht durch die Mitte der Fotografie zieht, weil das Foto sich über eine Doppelseite erstreckte. Heute würde dieser Makel mit spezieller Fotobearbeitungssoftware behoben werden können. Damals war für eine aufwendige Hand-Retusche des Negativs keine Möglichkeit und keine Zeit. Schließlich mussten hunderte Dias im Semester fertig werden!

Eine Karteikarte ist übrigens nicht erhalten. Es gibt sogar nicht einmal eine Karteikarten-Box für Profanarchitektur des 20. Jahrhunderts. Allerdings ist anzunehmen, dass eine solche existierte, jedoch die Zeiten und Umzüge nicht überdauert hat.