Diese farbige Postkarte befand sich wie viele andere von unserem damaligen Ordinarius Wolfgang Schöne gesammelten Postkarten in der Diakartei. Mehr zur Kartei hier unter Punkt 2! Die meisten der Postkarten haben ein Pendant als Dia und damit auch als Karteikarte: sie dienten als Vorlage für die Diaanfertigung. Diese farbige Postkarte hat keinen Dia-Zwilling – zumindest ist jetzt keiner mehr vorhanden. Da aber auch keine Karteikarte mit Fotoabzug existiert, war diese Postkarte wohl nicht als Diavorlage gedacht. Vielleicht fand sie bei der Projektion mit Episkop Verwendung, bei dem man dann ja auch die Farbigkeit zeigen konnte…
Interessant wird es aber auf der Rückseite der Postkarte! Dort findet sich nicht nur der Herstellerverlag (Schöning in Lübeck) und ein Farbpaletten-Logo, dass mit „Schöning-Farbkarte“ wirbt, sondern auch ein blasser Stempel mit der Adresse „Ernst Kramer, Regierungsbaurat a.D., Fulda, Marienstr. 2“:
Ernst Kramer war ein Fuldaer Architekt und Kunsthistoriker, der nach dem II. Weltkrieg an der Restaurierung vieler kriegszerstörter Gebäude seiner Heimatstadt beteiligt war. Mehr auf Wikipedia. Er publizierte unter anderem den erstmals 1953 erschienen Kunstführer über Fulda. Dieser befindet sich auch in unserer Seminarbibliothek, sowohl in der ersten, als auch der dritten überarbeiteten Auflage. Und… natürlich: viele unserer „Fulda“-Großdias tragen den Quellenvermerk „Kramer, Fulda“, sind also aus diesem Buch reproduziert worden.
Die Postkarte stammt offenbar aus Kramers privater Sammlung. Wie sie nach Hamburg gelangte, ob durch eine persönliche Bekanntschaft von Wolfgang Schöne mit Ernst Kramer, das ist allerdings (noch) unbekannt.


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