Die Foto- und Diasammlung

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Das Bildgedächtnis der Hamburger Kunstgeschichte

24. November 2016 ankenapp Keine Kommentare

Willkommen auf dem neuen Blog des Foto- und Diaarchivs des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg! Hier werden Sie von nun an einige Schätze aus unserem Bestand von fast 1 Million Fotos und Diapositiven bewundern können.

Beide Archive wurden simultan seit der Gründung des Lehrstuhls 1921 aufgebaut und kontinuierlich bis 2008 durch Anfertigungen, Ankäufe, Übernahmen anderer Institute und Schenkungen im In- und Ausland erweitert. Weitgehend unbeeinträchtigt durch den II. Weltkrieg hat sich so ein bedeutender Schatz für die Wissenschafts- und Fotografiegeschichte erhalten.

Invalidenausweis – Die Zweite

18. Februar 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Dia (Originalgröße 8,5 x 8,5 cm) ist eine handkolorierte Privataufnahme aus England und etwa 120 Jahre alt. Zu sehen ist das Forum Romanum. Die Diaplatten haben ihre Umklebung verloren, und unten links ist Feuchtigkeit eingedrungen, die sowohl die Farbe als auch die Plattenemulsion angegriffen hat.
Das Dia gehört nicht in den Bestand des Kunstgeschichtlichen Seminars – wir haben hier noch keine solchen Schäden entdeckt! – sondern wird hier eigens präsentiert, um das Schadensbild zu zeigen.

Sollte dieses Dia aufgrund der Beschädigung entsorgt werden? Da es eine private Einzelaufnahme ist, noch dazu eine seltene handkolorierte, und man noch alle wesentlichen Einzelheiten gut erkennen kann, besteht hierfür kein Anlass. Auch projiziert kann das Dia noch werden, da die beiden Platten zusammenkleben. Es wird nun eine neue Umklebung erhalten und ist dann wieder gesichert – für die nächsten hundert Jahre!

Invalidenausweis bitte !?

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Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Dr. Franz Stoedtner-Verlag in Berlin zeigt die Felsengrottenmadonna von Leonardo da Vinci. Das Deckglas dieses Dias ist an zwei Stellen zerbrochen, wie die Blitzlichtaufnahme zeigt. Ohne Blitz nur auf dem Leuchttisch fotografiert sind die Brüche kaum zu sehen, was auch für die meisten anderen beschädigten Dias gilt, egal, ob der Bruch in der Bildträgerplatte oder dem Deckglas ist. Solang das Dia noch stabil ist und die Umklebung die Glasteile zusammenhält (in diesem Fall wurde zusätzlich mit Porzellankleber fixiert), ist das Dia noch projektionsfähig, das Bild würde ähnlich wie die Leuchttischfotografie aussehen.
Das Dia gehört ursprünglich nicht in die Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars und trägt daher auch kein Etikett. Es stammt aus den 1920er Jahren.

Bild des Monats Februar 2019: Aus dem Fotoarchiv

01. Februar 2019 ankenapp Keine Kommentare

Wernigerode - Krummelsches Haus

Wernigerode – Krummelsches Haus

Dieses Foto aus dem Fotoarchiv (Originalgröße 26×21 cm) zeigt das sogenannte Krummelsche Haus in Wernigerode. Das Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert imponiert mit seiner geschnitzten Fassade, die allegorische Szenen zeigt. Doch die Auslagen der Bierbrauerei links, des Seilermeisters und des Porzellanhändlers im Haus selbst sind nicht minder interessant. Neugierig und skeptisch schauen die Bewohner aus den Fenstern in Richtung des Fotografen. Was der mit seiner Kamera wohl von ihnen will…?

Wie auf dem Foto vermerkt (rechts unten), entstand das Bild im Jahr 1898 im Auftrag des Verlages Zedler und Vogel – Kunstanstalt – in Darmstadt. Der Name des Hauses war dem Verlag offenbar unbekannt – und in Folge auch dem Beschrifter des Fotokartons in Hamburg. Das Foto hielt vermutlich in den späten 1960er Jahren Einzug in die Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars.

Hier gibt es mehr Informationen und neuere Bilder zum Krummelschen Haus. Wie man sieht, sind leider die Häuser links und rechts abgerissen und neu gebaut oder so stark modernisiert worden, dass sie mit dem Altbestand kaum noch Ähnlichkeit haben. Der Charme ist dahin. Das gilt besonders für die großen Schaufenster…

Aus dem Fotoarchiv: Letzte Vorstellung „Die letzten Tage von Pompeji“

10. Januar 2019 ankenapp Keine Kommentare

Florenz Mercato Vecchio

Diese Fotografie (Originalgröße 20×24,5 cm) aus dem florentiner Atelier Alinari mit der Distributionsnummer 2438 zeigt den Altmarkt von Florenz, ein größtenteils mittelalterliches Ensemble auf den Fundamenten eines alten römischen Forums. Im Mittelalter befand sich hier das jüdische Ghetto. Die Säule mit der Personifikation des Überflusses („Colonna d’Abbondanza“) stammt aus dem 18. Jahrhundert und ersetzte eine ältere, von Donatello geschaffene Statue. Sie gilt als der „Nabel der Stadt“, das Zentrum von Florenz.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dieses geschichtsträchtigeViertel abgerissen und mit zeitgenössischen repräsentativen Bauten besetzt. Die Aufnahme dieser Marktszene muss also vor 1885 entstanden sein, als die Umgestaltungen begannen. In diesem Zusammenhang fällt das Plakat an der „Abbondanza“ ins Auge, dass die letzten Vorführungen von „Gli ultimi giorni di Pompei“ (Die letzten Tage von Pompeji) avisiert. Dabei kann es sich nicht um eine Kinovorführung handeln – die erste der (zahlreichen) Verfilmungen stammt erst aus dem Jahr 1908, als das Marktviertel so bereits nicht mehr existierte. Vermutlich handelt es sich um ein Theaterstück oder die 1858 verfasste Oper, ebenso wie die späteren Kinoversionen auf der Grundlage des berühmten Romans von Edward Bulwer-Lytton „The Last Days of Pompeii“ von 1838.

Vorher / Nachher die Zweite: Reichenau, Oberzell, Westapsis

04. Januar 2019 ankenapp Keine Kommentare

Diese beiden Glasdias (Originalgröße 8,5×10 cm) zeigen die Westapsis der St.-Georgskirche in Oberzell auf der Reichenau mit ihren berühmten ottonischen Malereien. Das linke (obere) Dia hat seinen Inventaraufkleber verloren, doch lässt sich anhand der Beschriftung durch Erwin Panofsky sagen, dass es in der Zeit zwischen 1921 und 1933 an das Seminar kam, wohl eher in der ersten Hälfte der 1920er Jahre. Das Dia zeigt die Wandmalerei noch unrestauriert; große Putzstücke sind herab gebrochen. Auf dem Foto ist rechts unten „1920. German Wolf“ zu lesen. Dies verweist auf den Fotografen dieser Szenerie, den Fotopionier German Wolf (1830-1890), der für seine Verdienste mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Aufnahme stammt demnach aus den Jahren vor 1880, als mit der Restaurierung der Fresken begonnen wurde. Nach dem Tod German Wolfs führten seine Söhne das in Konstanz gegründete Fotoatelier weiter – daher die Jahreszahl 1920. Das Dia wurde in Hamburg durch die Firma A. Krüss, Optisch-Mechanische Werkstätten angefertigt, die vermutlich einen Vertrag mit dem Konstanzer Atelier hatte.

Auf dem rechten (unteren) Dia ist die Apsis in restauriertem Zustand zu sehen. Die Vorlage für dieses in den späten 1950er Jahren entstandene Dia stammt aus der Fotosammlung des Seminars.

Vorher / Nachher: St. Maria zur Höhe in Soest

03. Januar 2019 ankenapp Keine Kommentare

Diese beiden Glasdias (Originalgröße 8,5×10 cm) zeigen das Marienfresko in St. Maria zur Höhe in Soest. Das linke (obere) Dia stammt aus dem Berliner Diaverlag Dr. Franz Stoedtner und zeigt den Zustand des Freskos vor der Restaurierung kurz nach der Freilegung der Fresken 1869. Das rechte (untere ) Dia zeigt den Zustand nach der Restaurierung. In den Bestand gelangten die Dias in umgekehrter Reihenfolge: zuerst „Nach der Restaurierung“ mit der Inventarnummer 7966, und dann das Stoedtner-Dia „Vor der Restaurierung“ mit der Inventarnummer 8572. Beide Dias wurden um 1930, also noch zu Zeiten Erwin Panofskys, vom Seminar erworben.

Der Stoedtner-Verlag hatte demnach noch eine sehr alte Fotovorlage in seinem Bestand, die weiter verkauft wurde. Ob dies das einzige Dia der Apsis war, was Stoedtner im Programm hatte, oder spezifisch den Zustand vor der Restaurierung bezeugen sollte und deshalb zusätzlich zu den bereits vorhandenen Exemplaren der Apsis nach der Restaurierung angekauft wurde, muss vorerst offen bleiben.

Geisterfahrer

12. Dezember 2018 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) zeigt das Rathaus von Breslau (Wrocław) in Polen, Schlesien mit mehreren angebauten Buden, die unter anderem für „Wilhelm Bambergers Wurstfabrik“ und „Maggi“ werben. Sicher konnten Einheimische wie Gäste sich dort gut verköstigen! Die lange Belichtungszeit, die für die Produktion dieses Fotos benutzt wurde, sorgte dafür, dass sich schneller bewegende Objekte nur als geisterhafte Erscheinung erhalten haben – wie diese Kutsche. Der fantasievolle Betrachter mag spekulieren, ob es sich nicht doch um eine Überschneidung zweier Zeitebenen oder einen echten ‚Geist‘ handelt…

Das Glasdia befindet sich mit zahlreichen anderen Breslauer Motiven in der Architekturdiasammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg. Es scheint sich bei dieser vermutlich in den 1920er Jahren entstandenen Serie um private Aufnahmen zu handeln. Jedenfalls fehlen auf den Dias Atelier- oder Verlagsbezeichnungen. Da auch keine Aufkleber des Kunstgeschichtlichen Seminars mit einer Inventarnummer vorhanden sind, ist nicht feststellbar, wer die Fotografien gemacht hat und wann sie in den Bestand des Seminars gekommen sind. Auch die Beschriftung „A 20 H. Bi.“ ist derzeit noch rätselhaft.

Plakatieren erlaubt!

04. Dezember 2018 ankenapp Keine Kommentare

Diese alte Fotografie des Palazzo Frescobaldi in Florenz (Originalgröße des Fotos 19,5 x 25 cm) stammt aus dem Florentiner Atelier Brogi, wie der Prägestempel auf der Pappe zeigt. Demnach wurde es bereits als montiertes Foto angekauft und nicht wie zahlreiche andere Abzüge erst nach seinem Erwerb am Seminar auf Karton aufgezogen. Unten rechts ist das Fotomotiv eingetragen, interessanterweise auf Deutsch: „Florenz, Pal. Frescobaldi bei Ponte S. Trinita“ ist zu lesen.

Der Palazzo wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet. Auf der Fotografie ist er in deutlich restaurierungsbedürftigem Zusand, wie gelöster Putz, fehlende Steine und Ornamente zeigen. Gefangen genommen wird der Blick jedoch durch die zahlreichen Aushänge an der Fassade des Palazzo, immerhin sechs Stück in eigenen Rahmen (unter anderem für Singer-Nähmaschinen, Collobel-Vital Cognac und Pferderennen) mit darüber angebrachtem Hinweisen, die über die gesetzliche Regelung der Anschläge informieren. Rechts vom Portal, durch das gerade ein Herr nach draußen tritt, ist außerdem ein Briefkasten zu erkennen. Das Foto entstand vermutlich zwischen 1900 und 1915.

Wann die Fotografie in den Bestand des Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminars gelangte, ist nicht klar. Auf der Rückseite trägt sie lediglich den seit den 1950er Jahren üblichen Stempel. Es handelt sich also wahrscheinlich um einen späteren Ankauf oder eine Schenkung. Eine Inventarnummer trägt der Karton nicht. Die Zahl oben links über dem Foto ist vermutlich die Herstellernummer, rechts das Jahrhundert der Entstehung des Palazzo und rechts unten an der Kante findet sich die Nummer der Schachtel, in die das Fotoobjekt gehört: 6225 – Profanarchitektur Renaissance, Italien: Florenz.

Ein Dia mit langer Geschichte

26. November 2018 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdias (Originalgröße 8,5 x 10 cm) zeigt mehrere Reihen griechischer Münzen, deren Herkunft und Motiv detailgetreu und teilweise auf Griechisch oben und unten (hier links und rechts vom Bildfeld) beschrieben sind. Das Dia wurde im Verlag „Dr. Franz Stoedtner. Institut für wissenschaftliche Projektionsphotographie, Berlin NW 7“ hergestellt. Wie das an der Seite (hier unten) angebrachte Etikett informiert, handelt es sich um eine gesetzlich geschützte Originalaufnahme, die im Jahr 1908 angefertigt wurde. Damit war es wohl eines der ersten Dias, die vom bereits 1907 gegründeten Historischen Seminar (VOR der Gründung der Universität!) erworben wurden. Der gelbliche Inventarzettel des „Seminars für Alte Geschichte“ ist bei diesem Exemplar fast völlig vom Inventarzettel des Archäologischen Seminars überdeckt (im Bild oben). Unbekannt ist, wann das Dia in den Bestand des Archäologischen Seminars wechselte, dessen Inventarnummer mit 5755 angegeben ist. Mitte der 1960er Jahre schließlich gelangte das Dia durch die Übernahme des kompletten Bestandes der Hamburger Archäologie-Glasdias in das Kunstgeschichtliche Seminar. Es ist eines der ältesten Dias unserer Sammlung mit einer bewegten Geschichte!

Die Porta San Giorgio, Malta

12. November 2018 ankenapp Keine Kommentare

Dieser auf Karton aufgezogene Albuminabzug aus dem Fotoarchiv (Fotomaße: 20 x 26 cm) ist nicht beschriftet. Unten rechts zeigt ein Schild das Atelier H. Agius Photo an. Lediglich auf der Rückseite, die die am Seminar üblichen Stempel der 1940er und 1950er Jahre zeigt, heißt es „Malta“.  Einige Recherchen ergeben, dass das Foto das alte Stadttor „San Giorgio“ (=“Porta Reale“) zeigt, erbaut ursprünglich 1569, und mehrfach in den folgenden Jahrhunderten umgebaut. In den 1960er Jahren erwies es sich als endgültig zu klein, um dem wachsenden Autoverkehr zu begegnen – und wurde 1964 ab gerissen. Auch der dann errichtete Nachfolger fiel schon 2011 erneut der Abrissbirne zum Opfer. Heute steht an diesem Ort ein von Renzo Piano entworfenes Objekt, dass jedoch die Bezeichnung „Tor“ nicht mehr unbedingt verdient, sondern sich lediglich als umkleidete Öffnung in der Stadtmauer manifestiert und mit dem neuen Parlamentsgebäude ein Gesamtensamble bildet.

Im Fotoarchiv lag dieser Abzug unter „Italien / Profanarchitektur / Renaissance“ eingeordnet, obwohl die Insel politisch nie zu Italien gehörte – lediglich kulturell.

Mehr zur Geschichte des Tores

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