Die Foto- und Diasammlung

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Das Bildgedächtnis der Hamburger Kunstgeschichte

24. November 2016 ankenapp Keine Kommentare

Willkommen auf dem neuen Blog des Foto- und Diaarchivs des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg! Hier werden Sie von nun an einige Schätze aus unserem Bestand von fast 1 Million Fotos und Diapositiven bewundern können.

Beide Archive wurden simultan seit der Gründung des Lehrstuhls 1921 aufgebaut und kontinuierlich bis 2008 durch Anfertigungen, Ankäufe, Übernahmen anderer Institute und Schenkungen im In- und Ausland erweitert. Weitgehend unbeeinträchtigt durch den II. Weltkrieg hat sich so ein bedeutender Schatz für die Wissenschafts- und Fotografiegeschichte erhalten.

Blumenrabatten in der DDR

14. Oktober 2019 ankenapp Keine Kommentare

Kulturpalast Dresden

Kulturpalast Dresden

Auf diesem Foto aus den 1960er Jahren, das aus der Kleinbilddia-Abteilung DDR Kunst und Architektur stammt (Originalgröße des Dias  5×5 cm, hier ohne Rahmen) ist der Kulturpalast in Dresden vom Altmarkt aus zu sehen. Das bestimmendste Element war für den Fotografen aber eher die prachtvolle Blumenrabatte im Vordergrund. Auf zahlreichen Fotos aus DDR-Zeiten fallen üppige Blumenarrangements auf, auch in dieser Diaserie über das moderne Dresden. Sie bieten einen Kontrast zu den  meist eher farblos-grauen Bauten. Sie zeigen aber auch die Mühe (und das Geld), dass trotz „Mangelwirtschaft“ auf die Gestaltung eines lebenswerten Umfeldes mit Grün- und Blühanlagen verwendet wurde. War kein Platz für großräumige Anlagen, standen zumindest Betonschalen mit Bepflanzung an öffentlichen Plätzen.

Dresden, Blumenrabatte

Eine Straße in Dresden mit typischer DDR Bebauung Ende 1950er und Anfang 1960er Jahre.

Leider sind viele dieser Pflanzkübel und Rabatten nach der Wende verwahrlost oder entfernt worden, um Parkplätzen Raum zu schaffen. So legen nur noch alte Fotos und Dias Zeugnis ab von diesem vergänglichen Element der Stadtgestaltung. Im Falle Dresdens wurden rings um den Altmarkt Gebäude errichtet, die an das historische Stadtbild anschließen.

Das Areal vor dem Kulturpalast heute

 

Bild des Monats Oktober 2019: aus dem Dia-Archiv

04. Oktober 2019 ankenapp Keine Kommentare

Bible historiale

Dieses Dia (Originalgröße 8,5×10 cm) reproduziert eine Abbildung eines Aufsatzes, der im Warburg Journal 1938/39 erschien. Wiedergegeben ist eine französische Handschrift aus der Nationalbibliothek: im oberen Feld eine Trinitätsdarstellung mit drei Personen, wobei Gottvater in der Mitte die Seele Adams in Händen hält. Im unteren Abschnitt der Miniatur sehen wir das gleichzeitige „irdische“ Geschehen: Adam liegt – noch nicht lebendig – in einem von Weidenzaun abgetrennten, eher kärglichen Garten Eden.

Der Inventarnummer nach zu urteilen (rechts oben, Nr. 28284) enstand das Dia um 1948. Der Eigentumsaufkleber trägt den seit 1945 üblichen Seminartitel „Kunstgeschichtliches Seminar Hamburg“. Interessant ist das Dia wegen der ebenfalls verzeichneten Negativnummer: Neg. 18050. rechts mittig auf dem Eigentumsaufkleber. Bisher gab es nur wenige Fälle, auf denen die Negativnummer vermerkt ist. Der Grund ist nicht bekannt.

Die Negativsammlung, für die einst ein eigener Schrank angeschafft worden war, hat sich nicht erhalten.

Die Kopie von der Kopie

05. September 2019 ankenapp Keine Kommentare

Querfurt, Schlosskirche, GrabmalQuerfurt, Schlosskirche, Grabmal

Diese drei Bilder zeigen das Grabmal des Gebhard von Querfurt in der Querfurter Schlosskirche. Sie illustrieren die Vernetzung mehrerer Reproduktionen. An erster Stelle steht das Glasdia oben (Originalgröße 8,5 x 10 cm). Es wurde von der Staatlichen Bildstelle Berlin (Signet links oben) Mitte der 1920er Jahre nach Fotografie des Originals hergestellt. Die Inventarnummer auf dem Seminaretikett (oben rechts) zeigt, dass das Dia unter Erwin Panofsky in den Bestand kam.

Die zweite Abbildung zeigt ein Objekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße ohne Pappe 23 x 33 cm) Es handelt sich um ein Druckwerk, vermutlich Kupfertiefdruck, dessen Fotogrundlage ebenfalls von der Staatlichen Bildstelle stammt. Das Fotoobjekt wurde, wie der rückseiteige Stempel mit Adresse des Seminars zeigt, vor 1968 in den Bestand eingegliedert. Das zugrundeliegende Foto der Staatlichen Bildstelle ist jedoch in beiden Fällen nicht identisch, wie genaues Hinsehen offenbart. Das Dia ist leicht obersichtig und der Hintergrund wohl zusätzlich retuschiert.

Das dritte Bild zeigt ein Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm), das vom Foto der Staatlichen Bildstelle angefertigt wurde, wie die Bildunterschrift oben zeigt. Das Dia entstand laut Inventarnummer in den 1950er Jahren – und somit ist auch der Zugangszeitraum des Grabmaldruckes eingeengt. Es scheint, dass das Originaldia aus den 1920er Jahren wegen der Abschattung links am Sockel für ungenügend gehalten wurde.

Alle drei Medien wurden – natürlich – noch einmal für diesen Artikel kopiert, die beiden Dias mit Digitalkamera und Leuchttisch, der Druck auf dem Scanner.

Bild des Monats: August 2019, aus dem Diaarchiv

02. August 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde in den späten 1960er Jahren von der Fotostelle des Seminars angefertigt. Als Vorlage diente eine Zeichnung von Wolfgang Schöne – und zwar aus dem Jahr 1929, wie die Signatur zeigt. Lange vor seiner Hamburger Professorenzeit hielt Schöne also bereits Baudetails zeichnerisch fest. Im Bestand befinden sich noch weitere Dias nach Vorlagen von 1929, die meisten Schöne-Zeichnungen stammen jedoch aus Exkursionen der 1950er Jahre.

Königliche Gemäldegalerie zu Berlin

11. Juli 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße des Kartons 34 x 26,5 cm) trägt auf seiner Rückseite einen runden Siegelstempel mit der Aufschrift „Kunsthalle zu Hamburg“. Es wurde wohl als Dublette dem Seminar überlassen. Das Fotoobjekt besticht weniger durch die Pinturicchio zweifelhaft zugeschriebene Zeichnung eines Engels oder antiken Genius, sondern durch den vorgeprägten Karton mit der Aufschrift „Die Königliche Gemälde-Galerie zu Berlin“ mit dem zugehörigen Wappen in der Mitte. Darüber verkündet eine kleine Aufschrift „Photographie nach dem Originale“, darunter ist in den ebenfalls vorgeprägten Schmuckrahmen die Klassifizierung „Italienischer Meister um 1500“ eingeklebt. Hergestellt wurde die Pappe im Kunstverlag Franz Hanfstaengl, ansässig in München. Dem bereits 1833 gegründeten, zunächst lithographisch arbeitenden Verlag, war 1852 eine fotografische Werkstatt zugesellt worden. Die hier vorgestellte Reproduktion entstand vermutlich um 1900.

Bild des Monats Juli 2019: aus dem Dia-Archiv: ein Glamour-Dia

02. Juli 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus der Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg zeigt die amerikanische Filmdiva Gloria Swanson. Wie um ihr einen passenden Rahmen zu bieten, ist das Dia mit rosafarbenem Folienpapier (Schokoladenpapier?) abgeklebt, dessen Farbigkeit leider bei der Digitalisierung nicht gut wieder gegeben werden kann.

Beschriftet ist das Dia mit N. L. Moholy Nagy: Malerei Fotografie Film, S. 95 sowie Gloria Swanson (Paramountfilm) auf der rechten Seite, sowie einer Nummer links oben: 4897. Paramount ist als Copyrightinhaber auch auf der Rückseite des Fotos genannt, ersichtlich, wenn das Dia umgedreht wird. Bei der Publikation handelt es sich um ein 1927 in München erschienenes Werk (Link zum Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg), in dem das Foto als Beispiel der „amerikanischen Kultur der Porträtaufnahme“ vorgestellt wird:

Wie das Dia, das kein Seminaretikett und keine Inventarnummer des Seminars trägt, in unseren Bestand kam, ist nicht bekannt.

Dia mit Geisterbild

30. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Geöffnetes Gelatinedia mit Geisterbild

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 8,5 cm) stammt nicht aus der Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg, sondern aus der Privatsammlung „Dia-Versum“. Es zeigt jedoch ein interessantes Phänomen, was sonst nur aus Fotografiensammlungen bekannt ist: das Geisterbild (kürzlich hier vorgestellt).

Das Dia stammt etwa von 1890 und ist keine Glasmalerei, sondern ein Gelatine-Abziehbild, das auf dem Glasträger aufgeklebt wurde. Mit Gelatine-Abziehbildern war es möglich geworden, farbige Dias für die Allgemeinheit in Serie herzustellen und damit erschwinglich zu machen. Meistens hatten diese Gelatine-Dias kein Deckglas. In dieser Serie aber wurden die Bildträger mit einem Deckglas versehen und mit Klebestreifen aneinander fixiert. Die Chemikalien der Gelatine und die noch vorhandene Feuchtigkeit sorgten für die Entstehung eines Negativ-Geisterbildes auf dem Deckglas. Dieses ist mit Wasser leicht entfernbar. Auf die Projektionsmöglichkeit haben die Geisterbilder keinen Einfluss.

Kleinbilddia mal vier ?!

18. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 10×8,5 cm) aus dem Dia-Archiv überrascht mit einer, beziehungsweise vier, farbigen Abbildungen. Es handelt sich um Monets berühmte „Kathedrale von Rouen“ zu verschiedenen Tageszeiten. Gemälde, die NUR in Farbe ihre Wirkung entfalten. Das Dia erweckt den Eindruck eines Glasplatten-Lichtbildes, denn vorn und hinten befinden sich zwei Glasscheiben, wie bei den ’normalen‘ Großdias. Glasplattendias in Farbe konnte es jedoch nur geben, wenn die Bildträgerplatte von Hand koloriert wurde. Wie ein Blick auf die Rückseite der „Kathedrale“ zeigt, ist das aber nicht der Fall. Vermutlich handelt es sich stattdessen um vier farbige Kleinbilddias (Farb-Umkehrfilm), die mittels Klebestreifen zwischen den Glasplatten befestigt wurden. Die bei Kleinbilddias oft sichtbare Filmperforation auf der Rückseite des Dias fehlt allerdings.

Wie die Aufschrift unten „Abb. Skina, Monet“ zeigt, handelt es sich um eine Reprofotografie aus einem Druckwerk. Das dia trägt die Inventarnummer 70932, stammt also wohl aus den 1960er Jahren. Das letzte handkolorierte Glasdia in unserem Bestand stammt übrigens vom Anfang der 1930er Jahre.

Warum hatte man die vier Kleinbilddias zusammen montiert? Einen Kleinbildprojektor gab es seit 1958, das Dia ist jünger. Grund war wohl, den Vergleich der vier Bilder zu vereinfachen.

Ein Dia aus der Hamburger Kunsthalle

13. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 19 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die „Madonna del Candelabro“ von Michelangelo. Der handgeschriebenen Nummer rechts oben im Bild nach könnte es sich um eine Aufnahme des Verlages Dr. Franz Stoedtner handeln, doch fehlt der Firmenaufkleber. Der Hersteller müsste anhand eines Firmenkatalogs identifiziert werden. Gleich mehrfach ist das Dia mit Eigentumsstempel der Kunsthalle gekennzeichnet. Links im Bild auf dem überklebten Schild war zu lesen „Kunsthalle Hamburg“, die alte Bezeichnung des Museums. Daneben ist noch der Rote Siegelstempel der Kunsthalle zu sehen. Wohl in den 1950er Jahren wurde die Bezeichnung in „Hamburger Kunsthalle“ geändert und das Dia neu bestempelt.

1950 wurden die bis dahin gemeinsam mit den Dias der Kunsthallte aufgestellten Lichtbilder des Seminars von ersteren getrennt und in eine neue Ordnung gebracht. Kunsthallendubletten, die im Seminar verbleiben sollten, mussten mit dem Seminaretikett versehen werden und der Kunsthallenstempel durchgestrichen. Bei diesem Dia ist das nicht der Fall. Entweder wurde es vergessen oder blieb „unerlaubt“ im Seminarbestand zurück.

Bild des Monats Juni: Aus dem Diaarchiv – Der „Nottimo-Platz“ in Bologna

07. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Bologna, Nottimo-Platz, Piazza Nettuno

Bologna, Nottimo-Platz

Dieses Einglasdia (Originalgröße 8,5×8,5 cm) gehört zwar nicht zum alten Kernbestand des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg, soll aber aufgrund mehrerer interessanter Aspekte doch näher betrachtet werden!

Anders als Dias im universitären Bereich sonst (etwa aus den Verlagen Seemann oder Stoedtner) besteht dieses Exemplar lediglich aus dem Bildträger, auf den der Titel in drei Sprachen mit belichtet wurde. Durch das fehlende Deckglas und die fehlende Umklebung ist das Dia leichter, war billiger – aber auch anfälliger für Kratzer auf der Bildplatte.

Schon auf den ersten Blick erweist sich der Unterschied dieses aus einer Reihe des „Projection für Alle“ stammenden Verlages im Vergleich mit dem üblichen Kunsthistorikerdia: es sind viele Menschen im Bild, und dies nicht als Staffagefiguren oder zum Größenvergleich der Architektur. Die Gebäude (rechts der Palazzo Comunale) stehen nicht im Mittelpunkt der Aufnahme. Gezeigt wird hier eine „typische Szene“ der Stadt, inklusive des Imbisskioskes (?) rechts, wie sie der Besucher von Stadt und Platz wohl täglich öfters erleben konnte. Der Betrachter des Dias wurde damit hineingenommen in die Momentaufnahme mitten in Bologna und sah, was er als tatsächlicher Tourist dort sehen würde.

Interessant ist der Titel des  Dias „Bologna, Nottimo Platz“. Einen Platz solchen Namens gibt es in Bologna nicht. Statt dessen aber einen „Nettuno Platz“, benannt nach dem Neptunbrunnen, der hier auf dem Bild nur im Hintergrund zu erahnen ist. Hier hat sich offensichtlich der Hersteller der Umschrift versehen. Den falschen Namen tragen nicht nur alle Ausgaben der Serie, sondern er findet sich auch im Begleitheft mit den Vortragstexten.

 

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