Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: Mai 2022, aus dem Fotoarchiv – „Copyrights“

06. Mai 2022 ankenapp Keine Kommentare

Diese beiden Fotografien stammen aus dem Foto-Nachlass von Alfred Hentzen, ein zahlreiche Archivschachteln umfassendes Konvolut voller Fotografien (hauptsächlich aus dem Atelier Franz Rompel), Zeitungsausschnitten und sonstiger interessanter ‚bits and pieces‘. Alfred Hentzen leitete von 1955 bis 1969 die Hamburger Kunsthalle. Mehr über ihn auf Wikipedia. Wie und wann der Fotonachlass in das Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars gelangte, ist nicht bekannt. Der Bestand ist noch nicht erschlossen.

Die beiden hier vorgestellten Bilder stammen aus der Schachtel D XIV/XV, 1 Malerei Hamburg – Meister Betram, Meister Francke (sw-Fotos: Kunsthalle). Sie zeigen das gleiche Motiv, den „Grabower Passionsaltar“, der sich seit rund 120 Jahren in der Hamburger Kunsthalle befindet. Der „Grabower Altar“ gehört eigentlich in die Hamburger Petrikirche, und über eine eventuelle Rückgabe wurde intensiv, jedoch erfolglos, verhandelt – die MOPO berichtete darüber (Artikel).

Der erste hier gezeigte Fotoabzug ist jünger, vermutlich aus den 1940er Jahren. Der zweite leicht vergilbte stammt vermutlich aus den 1920er Jahren. Beide tragen ausführliche Copyrightvermerke der entsprechenden Fotografen: die ältere wurde von der „Photographischen Kunstanstalt Franz Rompel“, Hamburg 22, angefertigt. Rompel war in den 1920er und 1930er Jahren auch umfangreich für das Kunstgeschichtliche Seminar und das Archäologische Seminar tätig. . Im Stempel rechts unten wird auf eine Reprogebühr von 10 RM und eine besondere Erlaubnis hingewiesen. Das jüngere Foto wurde von den „Kleinhempel Fotowerkstätten in der Kunsthalle“ angefertigt und mahnt ebenfalls den urheberrechtlichen Schutz an, allerdings nur mit dem Vermerk „übliches Honorar“. Die Firma „Kleinhempel“ existiert noch. Hier ist ihr heutiges Angebot zu finden: https://kleinhempel.de/media-services/fotostudio/

Vom Grabower Altar haben keine Großdias überdauert – nur das Trennkärtchen befindet sich noch im Kasten. Die mit kleinen Fotoabzügen 7×10 bestückte Diakartei allerdings zeigt, wie viele Großdias einst vorhanden waren: nämlich 24 allein von den Tafeln. Die meisten Dias wurden als Reproaufnahmen vom Werk Portmanns „Meister Bertram“ von 1963 angefertigt, einige auf Grundlage von Fotos des Fotoarchivs – die obigen Aufnahmen waren ja noch nicht am Seminar eingetroffen.

Bild des Monats: März 2022, aus dem Diaarchiv

04. März 2022 ankenapp Keine Kommentare

Straßburger Münster

Den Monat März soll dieses prächtige Dia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Verlag Dr. Franz Stoedtner einleiten. Wie bis in die 1940er Jahre bei Stoedtner (und anderen) üblich, ist die Diaplatte sepiagetönt. Das Foto bietet eine wundervolle Momentaufnahme mit den beiden offenbar zufällig vor die Kamera geratenen Personen.

Es gehört zu den ältesten Objekten in der Sammlung des Hamburger Seminars und gelangte mit der Übernahme der Dias aus dem „Allgemeinen Vorlesungswesen“ zur Gründungszeit der Universität in den Bestand. Unten ist noch das Etikett dieser Lehrmittelsammlung zu sehen. Interessanterweise trägt das Dia kein Seminaretikett mit Inventarnummer – es ist vermutlich abgefallen und befand sich über dem „Vorlesungswesen“-Aufkleber, wie dortige Leimreste vermuten lassen. Ein weiteres im Bestand befindliches Dia aus dem „Vorlesungswesen“ mit Straßburger Motiv, ebenfalls von Stoedtner, trägt die Inventarnummer 332.

Ein Blick in das älteste Inventarbuch offenbart nun an der entsprechenden Stelle unter der Inventarnummer 335 tatsächlich das „Straßburger Münster, Südseite“ mit der vorigen Nummer 9119 (Inventarbuch 1, S. 20 u. 21)

Bild des Monats: Januar 2022, aus dem Diaarchiv

06. Januar 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 10 x 8,5 cm) macht die Diskussion um die Zuschreibung dieses Gemäldes deutlich. Ursprünglich war die „Genuesische Aristokratin“ unter Rubens eingeordnet, wenn auch das Fragezeichen zeigt, dass es Zweifel gab, und Pourbus als Künstler infrage kam. Später erfolgte hier (und auf anderen Dias des Kastens) der Vermerk von anderer Hand „nicht von Rubens“. In diesen Fällen musste das Dia natürlich umsortiert werden: aus dem entsprechenden Kasten von Rubens zu Pourbus, Kasten P 62, wo es sich heute noch befindet.

Das Dia beweist weiterhin, wie lange alte Publikationen als Vorlage benutzt wurden: diesmal ein Jahrbuch von 1929, für ein Ende der 1960er Jahre entstandenes Dia.

Bild des Monats: Dezember 2021, aus dem Diaarchiv

09. Dezember 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Kleinbilddia (Originalgröße 5x5cm) zeigt ein Glasfenster des Künstlers F. Léger in der Kirche Sacre-Coeur in Audincourt. Das Foto wurde mit zahlreichen anderen am 26.9. 1956 aufgenommen und ist ein Beweis für den hervorragenden Erhaltungszustand eines Farb-Kleinbilddias, das auf gutem Filmmaterial aufgenommen und ordnungsgemäß dunkel gelagert wurde.

Rolf Scheibner, Künstler und Fotograf, fotografierte im Auftrag des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg Glasfenster zahlreicher Kirchen und Anderes, wenn Farbe dringend benötigt wurde. Die Fotostelle der Universität konnte damals noch keine Farbdias herstellen.

Bild des Monats: Oktober 2021, aus dem Fotoarchiv

06. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Seminars (Fotogröße 39 x 28,5 cm, auf graue Pappe montiert) zeigt die Westfassade der Kathedrale der französischen Stadt Méaux in der zweiten Hälfte es 19. Jahrhunderts, vermutlich zwischen 1880 und 1890. Das Foto wurde durch Séraphin-Médéric Mieusement angefertigt und trägt die Nr. 13921, unter der es auch bestellt werden konnte. Gut zu sehen sind die Beschädigungen an der Kathedrale, insbesondere an der Südseite, bei der der Turm ohnehin nicht fertiggestellt und durch ein Provisorium ersetzt wurde. Rechts liegen gesicherte Architekturbestandteile. Das Foto ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen von menschenverursachen und natürlichen Einflüssen auf ein Bauwerk ohne beständige denkmalschützerische Bewahrungsmaßnahmen. Die erste größere Restaurierung,v or allem des Chorbereiches und Innenraums, fand zwischen 1839 und 1894 statt.

Heute erstrahlt die Kathedrale in neuem/alten Glanz mit wieder hergestelltem Maßwerkschmuck: Foto auf Wikipedia

Das Fotoobjekt trägt auf der Rückseite die Seminarstempel der 1920er und 1930er Jahre: den ovalen „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“ und (nach Umbenennung der Universität unter den Nationalsozialisten)  neuen Stempel „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“.

Bild des Monats: September 2021, aus dem Diaarchiv

01. September 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt zwei Seiten einer Handschrift mit Miniaturen aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Evangeliar aus der Abtei Abdinghof, dass sich in Berlin im Kupferstichkabinett unter der Nummer 78 A.3 befindet. Dargestellt ist die Aussendung der Apostel zur Evangelisierung der Welt, wobei Christus auf der linken Seite die entsprechenden Bibelstellen als große Schriftrollen/Blätter in den Händen hält: erhoben die Aussage „Ego sum ostium per me si quis introierit salvabitur…“ (Johannes 10,9) und in der linken Hand den Aussendungsbefehl „Ite in orbem universum…“ Auf der rechten Seite sind die Apostel mit erwartungsvoll ausgestreckten Händen zu sehen, als ob sie die Reiseorder tatsächlich schriftlich in Empfang nehmen wollten.

Das Dia trägt die Inventarnummer 1261, kam also Anfang der 1920er Jahre in den Bestand. Zuvor scheint es im Besitz eines/einer H. Lober, Staatliche Museen Berlin, gewesen zu sein, wie das Etikett links oben anzeigt. Dort erhielt es wohl auch die erste Beschriftung, auf eben diesem Etikett.  Um wen es sich bei H. Lober handelt, konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Vermutlich dann in Hamburg folgte die zweite Beschriftung unterhalb des Bildfeldes, die mehrfach ergänzt wurde, wohl einmal auch, da die alte deutsche Schreibschrift nicht mehr gelesen werden konnte mit dem Thema „Apostelsendung“. Ganz unten wurde dann noch ein weißer Streifen aufgeklebt mit dem Quellen- oder auch Bildhinweis.

Rechts auf dem Etikett des Seminars befindet sich – durchgestrichen – die alte Signatur „Mb“, und die spätere Einordnung unter „Ottonische Malerei“.

Das Dia befindet sich im Kasten Nr. 91 „Buchmalerei Berlin“ und ist gemeinsam mit den übrigen dortigen Dias digitalisiert und in unserer Datenbank Easy-DB zugänglich.

Objekt des Monats: August 2021, aus dem Dia-Archiv

04. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Dia-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die antike Skulptur eines Kämpfers, aus dem Nationalmuseum in Rom. Wie die silbern umrandete Maske über dem Bildträgerglas zeigt, ist es offenbar ein Produkt der Hamburger Optik- und Foto-Firma A. Krüss – ein entsprechender Firmenaufkleber fehlt oder ist verloren gegangen.

Bevor es in den Bestand der Kunstgeschichte gelangte, war es Teil von zwei anderen Diasammlungen: zunächst der der Oberschulbehörde, wie das teilweise überklebte Etikett auf der rechten oberen Seite zeigt. Die Hamburger Oberschulbehörde besaß ein großes Lichtbildreservoir, aus dem sich die Lehranstalten der Stadt ihre benötigten Materialien ausleihen sollten. Nach dem I. Weltkrieg wurde der Bestand jedoch aufgelöst – erst 1928 das Staatliche Lichtbildamt gegründet, aus dem 1934 die „Landesbildstelle Hansa“ geformt wurde.

Die Lichtbilder der Oberschulbehörde wurden an die neugegründete Universität verteilt, ein Prozess, der trotz Dringlichkeit (für die Lehrveranstaltungen gab es viel zu wenig Lichtbildmaterial!) erst im Frühjahr 1921 abgeschlossen war. Dieses Glasdia ging an das Archäologische Seminar der Universität und erhielt dort die Inventarnummer 555. In späteren Jahren folgten ein runder Aufkleber für die interne Ordnung im Diakasten „Plastik der Kaiserzeit. Männliche und Weibliche Figuren“. Der zweite weiße Aufkleber in der unteren rechten Ecke zeigt an, welche Seite nach oben in den Projektor geschoben werden musste: damit das Dia nicht auf dem Kopf stand, immer unten nach oben!

Mitte der 1960er Jahre stellte das Archäologische Seminar auf Kleinbilddias um. Das Kunstgeschichtliche Seminar übernahm den Bestand – seither befindet sich das Dia in diesem Archiv, in Kasten Nr. A 66. Dieser ist bereits digitalisiert und über die Datenbank Easy-DB und die angeschlossenen Systeme zugänglich.

Bild des Monats: Juli 2021, aus dem Fotoarchiv

16. Juli 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Fotogröße 26 x 20 cm), aufgezogen auf Pappe, zeigt die bekannte Petrusstatue im Petersdom in Rom in überraschender und nicht alltäglicher Gewandung: mit päpstlicher Tiara und Chormantel.

Wer die Serie „The Young Pope“ kennt, dem wird das ein Begriff sein – ansonsten nur noch den älteren Mitbürgern (und natürlich den Kunst/Historikern, denn auf alten Gemälden und Statuen kann man die  päpstliche Krone noch sehen). Ansonsten wurde die Tiara in den 1960er Jahren  abgeschafft, mit dem II. Vatikanischen Konzil. NUR die Petrusstatue wird an den beiden Festtagen am 22. 2. und 29.6. weiterhin feierlich gekrönt.

Die Bekleidung von Heiligenstatuen hat eine lange Tradition. Berühmt ist im deutschen Raum vor allem die Schwarze Madonna von Altötting, für die dem liturgischen Fest gemäß Bekleidung angefertigt worden ist.

Unser Fotoobjekt trägt auf der Rückseite zwei Stempel des Seminars, aus dem 1930er und 1950er Jahren. Auf der Vorderseite ist rechts oben die Signatur zu sehen, nach der das Fotoobjekt im Schrank stehend gelagert wurde, und die Nummer der Fotobox, in die es ab den 1950er Jahren umsortiert wurde.

Bild des Monats: Mai 2021, aus dem Dia-Archiv

04. Mai 2021 ankenapp Keine Kommentare

Wieder einmal eine Skizze von Wolfgang Schöne!

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5×10 cm) reproduziert eine Maßskizze von Wolfgang Schöne aus dem Jahr 1964, angefertigt während einer Frankreichexkursion. Dargestellt ist der Querschnitt eines der Langhauspfeiler der Kathedrale von Autun.

Wie alle Skizzen und Zeichnungen ist auch diese genau datiert und signiert (freundlicherweise für alle nachfolgenden Forscher!). Auf diesem Dia findet sich auch der erste Hinweis, dass die Skizzen in irgendeiner Weise katalogisiert und abgeheftet waren, denn es heißt in der Quellenangabe: 1964, Teil 1. Erhalten hat sich nur ein Ordner im Fotoarchiv.

Der rote Pfeil auf dem Rand zeigt übrigens an, dass das Dia mit dieser Seite nach unten in den Projektor geschoben werden musste (also auf dem Kopf), um richtig auf der Leinwand zu erscheinen. Solche Markierungen in Farbe (oft auch Punkte) erleicherten im (Halb-)Dunkel das Hantieren mit den Dias.

Bild des Monats – Februar 2021: aus dem Fotoarchiv

11. Februar 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt fungiert gleich in mehrfacher Weise als Bild- und Informationsträger. Auf der Vorderseite findet sich aufgeklebt ein fotografischer Abzug des „Selbstbildnisses“ von Francesco Guardi. Oben rechts ist die Kastennummer zu sehen: 7005.

Als Bildträger wurde ein Kalenderblatt des „Ahnenerbe“-Kalenders von 1942 benutzt, der eine Miniatur aus der Manessischen Handschrift zeigt. Der Stempel verweist in die Nachkriegszeit. 1945 und 1946 wurden keine Fotografien angeschafft, erst 1947 findet sich ein Eintrag im Inventarbuch zu den Nummern „1 bis 13303“.  Wahrscheinlich wurde die Fotografie des Guardi-Selbstbildnisses damals beschafft – eine Inventarnummer fehlt leider. Dass der Wochen-Kalender mit der ungewöhnlichen Wochenaufteilung (Sonnabend – Freitag) sich noch Jahre später am Seminar befand, weist darauf hin, dass er oder zumindest dieses Blatt, eigentlich ebenfalls als Fotoobjekt behandelt worden war und als Sammlungsgegenstand galt. Vielleicht aufgrund der minderwertigen Bildqualität und unter dem Eindruck des Papiermangels entschied man sich in der Nachkriegszeit, das Kalenderblatt als Trägermaterial umzuwidmen. Die Stempel wurden jedoch so angebracht, dass man notfalls auch die Miniatur noch betrachten und benutzen konnnte.

Ein anderes Fotoobjekt mit einem Kalenderblatt des „Ahnenerbes“ wurde hier bereits vorgestellt: https://bildarchiv-kunstgeschichte.blogs.uni-hamburg.de/die-kehrseite-der-medaille/

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