Die Foto- und Diasammlung

custom header picture

Bild des Monats: August 2020, aus dem Dia-Archiv „Herr ohne Oberleib“

19. August 2020 ankenapp Keine Kommentare

Turm der römischenStadtbefestigung in Köln

Dieses Großglasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) stammt aus dem Archäologischen Seminar der Universität Hamburg, wo es die oben auf grünen Etikett sichtbare Inventarnummer 2663 erhielt. Angefertigt wurde es von der Firma Dr. Franz Stoedtner, wie die Adresse zeigt, Anfang der 1920er Jahre.
Neben dem römischen Stadtturm fällt rechter Hand ein Beinpaar ins Auge … aber der suchende Betrachter kann den Rest der Person nicht entdecken. Hier hat eine unvollständige Retusche keine aus zeitgenössischen Varietés bekannte „Dame ohne Unterleib“ geschaffen – wohl aber einen „Herrn ohne Oberleib“

Das Dia gelangte in den 1960er Jahren mit dem Bestand des Archäologischen Seminars an das Kunstgeschichtliche Seminar, wo sich bereits weiter Dias des Römerturms befanden, jedoch nicht dieselbe oder eine andere Aufnahme von Stoedtner.

Bild des Monats Juli: aus dem Fotoarchiv.Maschinen in der Kirche

17. Juli 2020 ankenapp Keine Kommentare

St-Martin-des-Champs Innenraum mit Ausstellungsstücken

Diese beiden Fotoobjekte zeigen den Innenraum der alten Cluniazenserkirche St-Martin-des-Champs in Paris, seit der Französischen Revolution und der Aufhebung des Klosters Ausstellungsraum des Musée des arts et métiers. Das erste Fotoobjekt ist nur die linke Seite einer Pappe mit zwei Aufnahmen des Innenraums. Es kam in den 1920er Jahren an das Seminar und trägt auf der Rückseite den runden Stempel mit Hamburgwappen und der Umschrift „Kunstgeschichtliches Seminar der Hamburgischen Universität“. Das zweite Fotoobjekt stammt aus dem Reservoir von Foto Marburg (Nummer unten rechts) und wurde in den 1950er Jahren in den Bestand eingegliedert.

Auf beiden Aufnahmen sind gut die technischen Geräte zu sehen. Im Kirchenraum erinnern sie an die antiklerikale Kunst des frühen sowjetischen Konstruktivisten Wladimir Krinski – hier eines der Werke, abgebildet in einem antisowjetischen Bildband des Jahres 1929:

Bild des Monats: April 2020, aus dem Fotoarchiv

09. April 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Originalgröße der Pappe 29,5 x 21 cm, Foto: 13 x 18 cm) aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt den Innenraum der Mitte des 17. Jahrhunderts Dreifaltigkeitskirche in Hamburg Harburg. Gut zu erkennen sind die Emporen mit den Bildtafeln und der barocke Altar mit der Kreuzigung.

Das Foto stammt aus der Landesbildstelle Hansa in Hamburg, wie die Aufschrift unten rechts zeigt.  Dieses und 5 weitere Fotos wurden im Juli oder August 1944 von Dr. Leni Münscher erworben (Inventarnummer links oben sowie Haushaltsbuch 1944), nur etwa drei Monate vor der Zerstörung der Kirche bei einem Bombenangriff. Frau Münscher leitete damals in Abwesenheit des Lehrstuhlinhabers Wilhelm-Kästner das Seminar, führte Vorlesungen, Seminare und Exkursionen durch.

Diese Fotos sind die letzten Zeugnisse der noch intakten Dreifaltigkeitskirche. Die Originalnegative der Landesbildstelle Hansa wurden 2004 an das Hamburger Denkmalschutzamt gegeben und kamen 2015 an das Hamburger Staatsarchiv. Ob sich dort die Vorlagen für diese Fotos befinden, konnte noch nicht verifiziert werden, da der Bestand nicht digitalisiert ist.

Bild des Monats: Februar 2020 aus dem Fotoarchiv

07. Februar 2020 ankenapp Keine Kommentare

Aakirkeby, Aakirke, Taufstein

Taufstein

Diese Fotografie (Originalgrüße 9×12 cm) stammt aus der Sammlung „Karl-Otto Wolff“ am Kunstgeschichtlichen Seminar. Die tausende Fotos umfassende Sammlung, deren Hauptbestand zwischen 1975 und 1990 entstand, zeichnet sich durch eine akribische Dokumentierung von Details aus.  Zahlreiche Orte wurden in den Jahren mehrfach besucht und die Fotos geben Nachricht von Restaurierungsarbeiten, Verfall und sonstigen Veränderungen – besonders zu merken im Sammlungsteil „DDR/ehemalige DDR“.

Das hier vorgestellte Foto entstand 1979 in Aakirkeby in Dänemark und zeigt das Dekor am Taufstein der alten Kirche, der in neun weiteren Fotos in der Sammlung vertreten ist.

 

Bild des Monats: Dezember 2019, aus dem Fotoarchiv

03. Dezember 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße 20×25,5 cm) ist nicht auf Karton montiert und offenbart seine interessante Rückseite. Es handelt sich um einen Abzug aus dem Alinariatelier, der einen Altaraufsatz mit Madonna und Heiligen aus der Schule des Fra Bartolommeo in Florenz zeigt. Das Foto wurde stark retuschiert (hier auf dem Digitalisat sind nicht alle Retuschierungen erkennbar, sehr gut aber jene links und rechts und oberhalb der Architravstruktur. Die Anweisungen, wo, was und wie zu retuschieren ist, befinden sich auf der Rückseite: „Flecken dämpfen, Kapitalrest abdecken, Schnüre entfernen“ ist dort an den entsprechenden Stellen zu lesen. Das Foto muss gegen das Licht gehalten werden, um die Anweisungen genau zuordnen zu können. Wer die Hinweise geschrieben und das Foto letztlich in einer Publikation verwendet hat, bleibt zu erforschen.

Hier ist das Original zu sehen, fotografiert zwischen 1910 und 1930 (Quelle mit weiteren Informationen)

Auf modernen Fotografien steht der Altaraufsatz deutlich tiefer, da die Mensa fehlt. Der Grund liegt in der Profanierung der Kapelle im Jahr 1950 und die anschließende Umnutzung. Ab 1996 begannen Restaurierungsarbeiten. Heute ist das Oratorium ein Museum. Zur Zeit der Aufnahme wurde der Raum noch kirchlich genutzt, wie auch die Lampen links und rechts im unteren Bereich zeigen.

Objekt des Monats: November 2019, aus dem Dia-Archiv

01. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde 1930 angefertigt und in den Bestand eingegliedert, wie die Inventarnummer auf dem Etikett oben rechts zeigt. Abgebildet sind vier Tondi mit Zeichnungen Albrecht Dürers aus der Kunsthalle Bremen mit den „Arbeiten des Herkules“ – so das Schild links. Dieses Lichtbild besticht weniger durch seine Qualität, als durch die Präsentation, die aus ihm geradezu ein Gesamtkunstwerk macht: die Abklebungen bilden ein Kreuz, zwischen dessen Armen die leicht sepiafarbenen Tondi sitzen, während der „Marmeladenglasaufkleber“ in der Mitte das Entstehungsdatum der Zeichnungen (1506-1510) kundtut. Auf den ersten Blick wird der Betrachter an ein christliches Objekt, vielleicht ein Reliquienkästchen erinnert. Bei der Projektion des Dias wären natürlich nur die vier Tondi auf weißem Hintergrund sichtbar.

Bild des Monats Oktober 2019: aus dem Dia-Archiv

04. Oktober 2019 ankenapp Keine Kommentare

Bible historiale

Dieses Dia (Originalgröße 8,5×10 cm) reproduziert eine Abbildung eines Aufsatzes, der im Warburg Journal 1938/39 erschien. Wiedergegeben ist eine französische Handschrift aus der Nationalbibliothek: im oberen Feld eine Trinitätsdarstellung mit drei Personen, wobei Gottvater in der Mitte die Seele Adams in Händen hält. Im unteren Abschnitt der Miniatur sehen wir das gleichzeitige „irdische“ Geschehen: Adam liegt – noch nicht lebendig – in einem von Weidenzaun abgetrennten, eher kärglichen Garten Eden.

Der Inventarnummer nach zu urteilen (rechts oben, Nr. 28284) enstand das Dia um 1948. Der Eigentumsaufkleber trägt den seit 1945 üblichen Seminartitel „Kunstgeschichtliches Seminar Hamburg“. Interessant ist das Dia wegen der ebenfalls verzeichneten Negativnummer: Neg. 18050. rechts mittig auf dem Eigentumsaufkleber. Bisher gab es nur wenige Fälle, auf denen die Negativnummer vermerkt ist. Der Grund ist nicht bekannt.

Die Negativsammlung, für die einst ein eigener Schrank angeschafft worden war, hat sich nicht erhalten.

Bild des Monats: August 2019, aus dem Diaarchiv

02. August 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde in den späten 1960er Jahren von der Fotostelle des Seminars angefertigt. Als Vorlage diente eine Zeichnung von Wolfgang Schöne – und zwar aus dem Jahr 1929, wie die Signatur zeigt. Lange vor seiner Hamburger Professorenzeit hielt Schöne also bereits Baudetails zeichnerisch fest. Im Bestand befinden sich noch weitere Dias nach Vorlagen von 1929, die meisten Schöne-Zeichnungen stammen jedoch aus Exkursionen der 1950er Jahre.

Bild des Monats Juli 2019: aus dem Dia-Archiv: ein Glamour-Dia

02. Juli 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus der Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg zeigt die amerikanische Filmdiva Gloria Swanson. Wie um ihr einen passenden Rahmen zu bieten, ist das Dia mit rosafarbenem Folienpapier (Schokoladenpapier?) abgeklebt, dessen Farbigkeit leider bei der Digitalisierung nicht gut wieder gegeben werden kann.

Beschriftet ist das Dia mit N. L. Moholy Nagy: Malerei Fotografie Film, S. 95 sowie Gloria Swanson (Paramountfilm) auf der rechten Seite, sowie einer Nummer links oben: 4897. Paramount ist als Copyrightinhaber auch auf der Rückseite des Fotos genannt, ersichtlich, wenn das Dia umgedreht wird. Bei der Publikation handelt es sich um ein 1927 in München erschienenes Werk (Link zum Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg), in dem das Foto als Beispiel der „amerikanischen Kultur der Porträtaufnahme“ vorgestellt wird:

Wie das Dia, das kein Seminaretikett und keine Inventarnummer des Seminars trägt, in unseren Bestand kam, ist nicht bekannt.

Bild des Monats Juni: Aus dem Diaarchiv – Der „Nottimo-Platz“ in Bologna

07. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Bologna, Nottimo-Platz, Piazza Nettuno

Bologna, Nottimo-Platz

Dieses Einglasdia (Originalgröße 8,5×8,5 cm) gehört zwar nicht zum alten Kernbestand des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg, soll aber aufgrund mehrerer interessanter Aspekte doch näher betrachtet werden!

Anders als Dias im universitären Bereich sonst (etwa aus den Verlagen Seemann oder Stoedtner) besteht dieses Exemplar lediglich aus dem Bildträger, auf den der Titel in drei Sprachen mit belichtet wurde. Durch das fehlende Deckglas und die fehlende Umklebung ist das Dia leichter, war billiger – aber auch anfälliger für Kratzer auf der Bildplatte.

Schon auf den ersten Blick erweist sich der Unterschied dieses aus einer Reihe des „Projection für Alle“ stammenden Verlages im Vergleich mit dem üblichen Kunsthistorikerdia: es sind viele Menschen im Bild, und dies nicht als Staffagefiguren oder zum Größenvergleich der Architektur. Die Gebäude (rechts der Palazzo Comunale) stehen nicht im Mittelpunkt der Aufnahme. Gezeigt wird hier eine „typische Szene“ der Stadt, inklusive des Imbisskioskes (?) rechts, wie sie der Besucher von Stadt und Platz wohl täglich öfters erleben konnte. Der Betrachter des Dias wurde damit hineingenommen in die Momentaufnahme mitten in Bologna und sah, was er als tatsächlicher Tourist dort sehen würde.

Interessant ist der Titel des  Dias „Bologna, Nottimo Platz“. Einen Platz solchen Namens gibt es in Bologna nicht. Statt dessen aber einen „Nettuno Platz“, benannt nach dem Neptunbrunnen, der hier auf dem Bild nur im Hintergrund zu erahnen ist. Hier hat sich offensichtlich der Hersteller der Umschrift versehen. Den falschen Namen tragen nicht nur alle Ausgaben der Serie, sondern er findet sich auch im Begleitheft mit den Vortragstexten.

 

Seite 1 von 4