Die Foto- und Diasammlung

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Kathedrale von Oben – zwei Skizzen Wolfgang Schönes

24. September 2020 ankenapp Keine Kommentare

Chartres Innenraum

Innenraum der Kathedrale von Chartres

Reims Innenraum

Kathedrale von Reims

 

Diese beiden – man kann wirklich sagen – Kunstwerke zeigen das Innere der Kathedralen von Reims und Chartres aus der „Vogelperspektive“ von der Vierung aus. Es handelt sich um zwei Skizzen von Wolfgang Schöne, die während einer Frankreichexkursion im November 1957 entstanden, wie unten rechts auf dem Blatt vermerkt ist. Diese beeindruckenden Ansichten gehören zu einem großen Konvolut Kopien von Skizzen französischer Architektur, die heute in den jeweiligen Boxen des Fotoarchivs alphabetisch nach den Städten aufgeteilt liegen. Beide Xeroxkopien wurden auf den damals üblichen gelben Karton aufgezogen und auf der Rückseite mit dem runden Stempel „Kunstgeschichtliches Seminar . Universität Hamburg“ versehen.

Von einigen dieser Skizzen wurden  nicht nur Blätter für das Fotoarchiv angefertigt, sondern auch Diapositive. So auch im Fall des Vierungsbildes von Reims, das in doppelter Ausführung als Dia vorliegt (Inventarnummer 57437) und von Chartres, das sogar dreimal vorhanden ist (Inventarnummer 57436).

 

Bild des Monats: September 2020: Aus dem Fotoarchiv

02. September 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Originalgröße ohne Pappe 39 x 29,5 cm) zeigt den alten Eingang zur berühmten Abtei La Charité-sur-Loire, komplett mit Pfarrer auf der Treppe, wohl kurz vor 1900. Die Abtei war im 16. Jahrhundert teilweise einem Feuer zum Opfer gefallen, woraufhin die Kirche drastisch verkleinert wurde. Der neue Eingang ist durch das alte Portal sichtbar. In der Französischen Revolution wurde das Gebäude zur Errichtung von Wohnungen freigegeben,und auch zwischen die Strebepfeiler lagerten sich Häuser – wie auf dem Foto gut zu sehen.

Heute sind die Anbauten zwischen den Strebepfeilern entfernt, noch immer gibt es aber 5 Wohnungen im Innenbereich. Hier ist ein neueres Foto aus ähnlicher Perspektive zu sehen.

Das Fotoobjekt gehört zu den ältesten Stücken der Sammlung des Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminars und wurde Anfang der 1920er Jahre beschafft. Auf der Rückseite trägt es zwei Stempel,

Seminarstempel Version 1 „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“ und Seminarstempel Version 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“, der seit 1938 in Gebrauch befindliche.

Bild des Monats – Mai 2020, aus dem Fotoarchiv: „Schwarzer Rand“

05. Mai 2020 ankenapp Keine Kommentare

Diese rätselhafte Pappe fiel uns im Fotoarchiv vor einiger Zeit in die Hände. Das Merkwürdigste: sie enthielt kein Foto, ja nicht einmal die Leimspuren, die das einstige Vorhandensein eines solchen angezeigt hätten. Lediglich ein halber schwarzer Rahmen und der Vermerk „Schwarzer Rand = Foto soweit beschnitten“, zwei Stempel des Kunstgeschichtlichen Seminars aus den 1950er/1960er Jahren und die Nummer der Fotobox 6998 waren zu sehen. Allerdings gab es keine Box 6998 (die Pappe hatte in einer völlig anderen gelegen), und auch sonst blieb die leere Pappe ein Rätsel.
Eine Untersuchung der „nächstliegenden“ Box 6995 brachte schließlich zutage, dass sich hier auch ein großes Konvolut „6998“ befand. Hier wurde nun auch die Frage nach der leeren Pappe beantwortet:

Dieses Fotoobjekt (Pappengröße 21 x 29,5 cm) trägt zwei Fotografien, wie die Unterschrift mitteilt, abfotografiert aus dem Katalog einer Ausstellung in Bologna 1956. Beide Fotografien sind von einem unterschiedlich großen, schwarzen Bleistiftrand teil-umrahmt. Der Grund (=Fotobeschnitt) erschließt sich erst mit der rätselhaften leeren Fotopappe, die offenbar als „Legende“ zu diesem Konvolut gehörte und in einen anderen Kasten verlegt wurde.

Drucktechnik und Fotografie

25. April 2020 ankenapp Keine Kommentare

Diese drei Großdias (Originalgröße 8,5 x 10 cm) zeigen das Innere der Kirche von Les-Aix-d’Angillon. Alle drei Dias stammen aus den 1960er Jahren, wobei das erste mit Inventarnummer 94061 das Älteste ist. Bei den beiden ersten sind die Bilder aus Büchern abfotografiert, und es handelt sich beide male um das selbe Ursprungsfoto: auf Dia 1 aus einer Zeitschriften-Publikation von 1931, auf Dia 2 in leicht besserer Qualität aus einer Monographie von 1932. Das letzte Dia mit fast dem gleichen Blickwinkel ist aus einer Originalfotografie entstanden, die ein Doktorand am Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminar mit eigener Kamera angefertigt hatte.

Die drei Exemplare zeigen, wie die schlechte Druckqualität die Originalfotos beeinflusste. Dennoch gab es bis zur Aufnahme von Christian Tümpel offenbar kein anderes Bildmaterial, auf das zurück gegriffen werden konnte. Noch Mitte der 1960er Jahre musste man sich mit schlechten, dreissig Jahre alten Bildern aus Druckwerken begnügen, auf denen die Tiefenwerte und Graustufen so gut wie abhanden gekommen sind und die ein Raster überzieht – was bei der Projektion enorm auffiel.

Eine Rekonstruktion durch Erwin Panofsky

21. Januar 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5×10 cm) zeigt eine Rekonstruktion der ursprünglichen Fassade der südfranzösischen Abteikirche Saint Gilles von der Hand Erwin Panofskys, erster Lehrstuhlinhaber am Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminar. Das Dia wurde von den „Optisch-Mechanischen Werkstätten A. Krüss“ hergestellt und von Panofsky auch beschriftet. Verwendung fand es in der Vorlesung über die Gotik 1930.

10.000 Glasdias online!

13. Dezember 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Hamburger Atelier „Dr. Max Wagner“ mit einem Foto der Madonna aus Krumau ist das 10.000ste Digitalisat, das in die Datenbank Easy-DB geladen werden konnte. Ein Dank geht an die Hilfskräfte und unsere Fotografin, die seit 2016 tatkräftig mitgeholfen haben, diesen Meilenstein zu erreichen.

Schattenbild mit Forschungsdiskussion

27. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße 24,5×19,5 cm) zeigt eine Verkündigung im Dom von Volterra. Der aus einem unbekannten Atelier stammende Albuminabzug ist auf Karton aufgezogen. Während der Künstler hier noch als „unbekannt“ verzeichnet ist, wurde von den späteren Benutzern des Fotoobjekts „Albertinelli“ zunächst auf das Foto, und schließlich „Mariotto Albertinelli“ auf den Karton geschrieben. Die links und rechts über dem Bild stehenden Ziffern sind nicht zuzuordnen. Rechts oben in der Ecke steht die Nummer der Fotobox: 6780 (Malerei Italien, 16. Jhd., A-B) und die Signatur J/G.

Unten rechts auf dem Karton fordert der Hinweis „wenden!“ auf, das Fotoobjekt auf die Rückseite zu drehen. Dort finden wir drei Stempel des Kunstgeschichtlichen Seminars, die nach einander in Gebrauch waren: der älteste längsovale „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“, der seit der Umbenennung der Universität 1935 übliche „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“ (2 mal) und schließlich mittig den ab den 1950er Jahren benutzten runden „Kunstgeschichtliches Seminar. Universität Hamburg“.

Dahinter wird der doppelte Abdruck des darunter liegenden Fotoobjekts sichtbar: eine in Florenz befindliche Verkündigung aus dem Atelier Anderson, Rom. Die betreffende Fotografie befindet sich heute nicht mehr hinter Albertinelli. Der Abdruck verweist also auf einen früheren Sammlungszusammenhang, der durch Umsortierung oder Aussortierung zerstört wurde. Eine längere Forschungsdiskussion mit Hinweisen auf Vergleichswerke zieht sich über die Rückseite des Kartons und den Abdruck. Die Lage der Stempel legt nahe, dass die Schrift vor Anbringung der zwei Stempel „Hansische Universität“, auf jeden Fall aber vor dem Rundstempel der 1950er Jahre verfasst wurde. Es handelt sich jedoch  nicht um einen Autograph von Panofsky oder Wilhelm-Kästner.

Ein Fotoobjekt hat viel zu erzählen

13. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße des Fotos 14 x 10,5 cm) ist in mehrerer Hinsicht interessant.

Das Foto des Georgenchors des Bamberger Doms befindet sich auf einer Kunstpostkarte der Reihe „Kunst der Welt“ aus dem Bärenreiterverlag und wurde 1942 angekauft, nach der Übernahme des Hamburger Lehrstuhls durch Kurt Wilhelm-Kästner. Zum angekauften Konvolut gehören noch mehrere Hundert weitere Karten, die das Fotoarchiv des Seminars mit neuem, guten Material aufstocken sollten. Für weitere große Ankäufe fehlten dann aber doch bald endgültig die Mittel, bzw. flossen sie in die Diasammlung.

Die Postkarte ist auf der Rückseite mit dem damals gültigen Stempel des Seminars, der einen Reichsadler mit Hakenkreuz zeigt, gestempelt. Wohl in den 1950er Jahren wurde die Karte wie alle anderen Fotos im Archiv auch auf Pappe aufgezogen, so dass der Stempel nicht mehr zu sehen war. Entgegen der übrigen Fotos, die erst nach dem Krieg aufgezogen werden konnten (als Pappe wieder erhältlich war), wurde dieser Fotokarton nicht mit dem neuen Stempel versehen.

Oben Rechts zeigt er die Nummer 5005, die auf die Fotobox verweist, in die die Karte nun eingeordnet wurde. (Unsere großen Fotoboxen aus Pappe wurden ebenfalls erst in den 1950er Jahren angefertigt.) Unten auf der Pappe ist der Hinweis vermerkt, dass es ein Dia mit einer ähnlichen Ansicht gibt. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Dia mit der Inventarnummer 8293 aus dem Stoedtner-Verlag:

Beide Archive waren waren damit vernetzt. Auch das Foto konnte mit Hilfe eines Epidiaskops im Seminar gezeigt werden, und das Großdia konnte außerhalb des Hörsaals auf Leuchttischen zu Rate gezogen werden.

Blumenrabatten in der DDR

14. Oktober 2019 ankenapp Keine Kommentare

Kulturpalast Dresden

Kulturpalast Dresden

Auf diesem Foto aus den 1960er Jahren, das aus der Kleinbilddia-Abteilung DDR Kunst und Architektur stammt (Originalgröße des Dias  5×5 cm, hier ohne Rahmen) ist der Kulturpalast in Dresden vom Altmarkt aus zu sehen. Das bestimmendste Element war für den Fotografen aber eher die prachtvolle Blumenrabatte im Vordergrund. Auf zahlreichen Fotos aus DDR-Zeiten fallen üppige Blumenarrangements auf, auch in dieser Diaserie über das moderne Dresden. Sie bieten einen Kontrast zu den  meist eher farblos-grauen Bauten. Sie zeigen aber auch die Mühe (und das Geld), dass trotz „Mangelwirtschaft“ auf die Gestaltung eines lebenswerten Umfeldes mit Grün- und Blühanlagen verwendet wurde. War kein Platz für großräumige Anlagen, standen zumindest Betonschalen mit Bepflanzung an öffentlichen Plätzen.

Dresden, Blumenrabatte

Eine Straße in Dresden mit typischer DDR Bebauung Ende 1950er und Anfang 1960er Jahre.

Leider sind viele dieser Pflanzkübel und Rabatten nach der Wende verwahrlost oder entfernt worden, um Parkplätzen Raum zu schaffen. So legen nur noch alte Fotos und Dias Zeugnis ab von diesem vergänglichen Element der Stadtgestaltung. Im Falle Dresdens wurden rings um den Altmarkt Gebäude errichtet, die an das historische Stadtbild anschließen.

Das Areal vor dem Kulturpalast heute

 

Die Kopie von der Kopie

05. September 2019 ankenapp Keine Kommentare

Querfurt, Schlosskirche, GrabmalQuerfurt, Schlosskirche, Grabmal

Diese drei Bilder zeigen das Grabmal des Gebhard von Querfurt in der Querfurter Schlosskirche. Sie illustrieren die Vernetzung mehrerer Reproduktionen. An erster Stelle steht das Glasdia oben (Originalgröße 8,5 x 10 cm). Es wurde von der Staatlichen Bildstelle Berlin (Signet links oben) Mitte der 1920er Jahre nach Fotografie des Originals hergestellt. Die Inventarnummer auf dem Seminaretikett (oben rechts) zeigt, dass das Dia unter Erwin Panofsky in den Bestand kam.

Die zweite Abbildung zeigt ein Objekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße ohne Pappe 23 x 33 cm) Es handelt sich um ein Druckwerk, vermutlich Kupfertiefdruck, dessen Fotogrundlage ebenfalls von der Staatlichen Bildstelle stammt. Das Fotoobjekt wurde, wie der rückseiteige Stempel mit Adresse des Seminars zeigt, vor 1968 in den Bestand eingegliedert. Das zugrundeliegende Foto der Staatlichen Bildstelle ist jedoch in beiden Fällen nicht identisch, wie genaues Hinsehen offenbart. Das Dia ist leicht obersichtig und der Hintergrund wohl zusätzlich retuschiert.

Das dritte Bild zeigt ein Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm), das vom Foto der Staatlichen Bildstelle angefertigt wurde, wie die Bildunterschrift oben zeigt. Das Dia entstand laut Inventarnummer in den 1950er Jahren – und somit ist auch der Zugangszeitraum des Grabmaldruckes eingeengt. Es scheint, dass das Originaldia aus den 1920er Jahren wegen der Abschattung links am Sockel für ungenügend gehalten wurde.

Alle drei Medien wurden – natürlich – noch einmal für diesen Artikel kopiert, die beiden Dias mit Digitalkamera und Leuchttisch, der Druck auf dem Scanner.

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