Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: September 2021, aus dem Diaarchiv

01. September 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt zwei Seiten einer Handschrift mit Miniaturen aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Evangeliar aus der Abtei Abdinghof, dass sich in Berlin im Kupferstichkabinett unter der Nummer 78 A.3 befindet. Dargestellt ist die Aussendung der Apostel zur Evangelisierung der Welt, wobei Christus auf der linken Seite die entsprechenden Bibelstellen als große Schriftrollen/Blätter in den Händen hält: erhoben die Aussage „Ego sum ostium per me si quis introierit salvabitur…“ (Johannes 10,9) und in der linken Hand den Aussendungsbefehl „Ite in orbem universum…“ Auf der rechten Seite sind die Apostel mit erwartungsvoll ausgestreckten Händen zu sehen, als ob sie die Reiseorder tatsächlich schriftlich in Empfang nehmen wollten.

Das Dia trägt die Inventarnummer 1261, kam also Anfang der 1920er Jahre in den Bestand. Zuvor scheint es im Besitz eines/einer H. Lober, Staatliche Museen Berlin, gewesen zu sein, wie das Etikett links oben anzeigt. Dort erhielt es wohl auch die erste Beschriftung, auf eben diesem Etikett.  Um wen es sich bei H. Lober handelt, konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Vermutlich dann in Hamburg folgte die zweite Beschriftung unterhalb des Bildfeldes, die mehrfach ergänzt wurde, wohl einmal auch, da die alte deutsche Schreibschrift nicht mehr gelesen werden konnte mit dem Thema „Apostelsendung“. Ganz unten wurde dann noch ein weißer Streifen aufgeklebt mit dem Quellen- oder auch Bildhinweis.

Rechts auf dem Etikett des Seminars befindet sich – durchgestrichen – die alte Signatur „Mb“, und die spätere Einordnung unter „Ottonische Malerei“.

Das Dia befindet sich im Kasten Nr. 91 „Buchmalerei Berlin“ und ist gemeinsam mit den übrigen dortigen Dias digitalisiert und in unserer Datenbank Easy-DB zugänglich.

Kathedrale von Amiens im Schutzmantel

06. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Cathedral of Amiens during WW I

Diese beiden Glasdias (Originalgröße 10 x 8,5 cm) aus dem Dia-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg sind keine Dubletten. Auf dem Dia mit Inventarnummer 107516 sehen wir die südliche Querschiff-Fassade von Amiens im „Normalzustand“, vielleicht in den 1950er Jahren. Das Foto, das als Vorlage des Dias diente, war im Besitz von Professor Wolfgang Schöne, ob es aber auch von ihm selbst fotografiert wurde, ist unbekannt.

Das zweite Bild zeigt die südliche Querschiff-Fassade während des Aufbaus der Kriegssicherung aus Sandsäcken, die 1914 angebracht wurde und die Kathedrale innen und außen vor größeren Zerstörungen bewahrte. Die ersten Sandsäcke sind bereits aufgeschichtet. Aber bis zur Höhe des Gerüstes werden noch weitere folgen. Das Foto, das als Vorlage des Dias diente, wurde bei Foto Marburg angekauft (Nr. 162239) und befindet sich als Fotoabzug auch im Fotoarchiv.

Beide Dias wurden von der Fotostelle des Seminars angefertigt, Inventarnummer 42576 in den 1950er Jahren, Inventarnummer 107516 Mitte der 1960er Jahre.

 

Digitalisierte Dias aus dem Kunstgeschichtlichen Seminar bei EUROPEANA

04. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Unsere bereits in der Deutschen Digitalen Bibliothek Forschenden zur Verfügung stehenden Diadigitalisate (über 11.800) sind nun auch in der Europeana zugänglich!
>>>Link <<<

Wir danken den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bei der DDB für Ihre Unterstützung.

Kolberger Dom Innenansicht vor 1945

27. Juli 2021 ankenapp Keine Kommentare

Auf diesem Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße der Fotografie: 15 x 10,5 cm) ist der Blick ins Innere des Doms von Kołobrzeg (=Kolberg) im heutigen Polen zu sehen, mit seiner reichen Ausmalung, die den Backstein verdeckt, und dem Lettner vor dem Chor.

Das Objekt mit der Inventarnummer 976. Das Foto – es handelt sich eigentlich um eine Postkarte des Deutschen Kunstverlages – wurde vermutlich 1940 gemeinsam mit 2767 anderen Postkarten des Verlages zum Thema Architektur, Plastik und Malerei angekauft. Das gesamte Konvolut kostete 278 Reichsmark.

Die Karte ist auf der Rückseite mit dem Seminarstempel 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“, gültig seit 1938,  bestempelt und mit der Inventarnummer gekennzeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Karte aufgeklebt, der alte Stempel ist dadurch nicht mehr sichtbar. Auf der Rückseite der Pappe zeigt sich nun Seminarstempel Nr. 5a „Hamburg 1, Kunstgeschichtliches Seminar, Kunsthalle, Fernspr. 32 63 23“.

Der Dom wurde 1945 bei der Einnahme der damals deutschen Stadt durch die sowjetischen Truppen schwer beschädigt. Das Gewölbe stürzte ein, die Kirche brannte aus. Bis in die 1970er Jahre wurde die Ruine als Militärmuseum genutzt, erst nach der Rückgabe an die katholische Kirche begann der Wiederaufbau. Das heutige Innere ist backsteinsichtig, die Gewölbe geweisst. Viele Kunstwerke überstanden den Krieg zum Glück durch Auslagerung und sind nun am originalen Platz wieder zu bewundern. Der Lettner fehlt: siehe hier eine heutige Aufnahme aus Wikipedia

 

Recycle, please! Zwei makabre Fotoobjekte

12. Mai 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Bildarchiv des Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminars wurde – wie in der Frühzeit des Seminars üblich – auf einem recycelten Fotokarton aufgezogen.

Es zeigt eine Innenansicht der Kölner Kirche St. Aposteln, gefertigt vom Verlag Dr. Franz Stoedtner in Berlin. Auf der Rückseite befindet sich die Hälfte eines Fotos einer Gipsabguss-Serie der in Pompeji gefundenen Toten, entwertet durch die Anbringung eines doppelten Stempels des Seminars.

Auf der Vorderseite des Fotokartons ist oben rechts die Boxennummer zu sehen, sowie daneben die Signatur, unter der das Fotoobjekt in der Anfangszeit im Schrankfach eingeordnet war.

Auch der zweite Teil der Aufnahme aus Pompeji ist erhalten. Auch auf ihm wurde eine Stoedtner-Aufnahme von St. Aposteln montiert.

Recycelt wurden durchaus nicht nur derartige, für die Kunstgeschichte vielleicht eher unbrauchbare Materialien, sondern auch Städtebilder, Landschaftsszenerien und Gemälde. Vielleicht handelt es sich um Dubletten aus der Hamburger Kunsthalle, mit der das Seminar bis 1951 die Bestände teilte.

Basilika in Trier – Inventarnummern-Verwirrspiel

22. April 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Fotogröße 23 x 14 cm)

Inneres der Basilika in Trier, 1955

zeigt die berühmte römische Basilika in Trier – während ihrer Wiederherstellung im Sommer 1955. Aufgenommen wurde das Foto von dem öfters für das Seminar tätigen Fotografen Hewicker. Es trägt die Inventarnummer 14.497. Inventarnummern in diesem Bereich wurden 1950 vergeben. Das Inventarbuch endet 1953 bereits in den 15.000 – Nummern. Rechnungen zeigen, dass 1955 der 17.000er-Bereich erreicht war.

Wie das offenbar im Sommer 1955 aufgenommene Foto an die alte Inventarnummer gelangte, ist nicht klar. Auf der Rückseite trägt das Fotoobjekt den runden Stempel mit der Aufschrift „Kunstgeschichtliches Seminar . Universität Hamburg“

Das 12.000ste Dia ist in der Datenbank!

25. März 2021 ankenapp Keine Kommentare

Hier ist sie, unsere Nummer 12.000! Es handelt sich um ein vom Atelier Franz Rompel in den 1920er Jahren hergestelltes Glasdiapositiv mit der Inventarnummer 486 (links oben zu sehen). Es wurde vom ersten Hamburger Lehrstuhlinhaber, Erwin Panofsky, beschriftet. Zu sehen ist ein Werk aus der Schule Rogiers van der Weydens.

Unsichtbar gemacht

15. Januar 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde 1930 angefertigt, wie die Inventarnummer hier rechts oben im Bild auf dem Aufkleber, zeigt. Es gehört also zu den ältesten Objekten im Bestand des Diaarchivs des Kunstgeschichtlichen Seminars, die noch unter Erwin Panofsky angefertigt wurden. Es war/ist ein Beispiel der Methodik des Vergleichenden Sehens: Das Dia zeigt(e) eine in Kupferstich ausgeführte Madonna Martin Schongauers im rechten Bildfeld, als Vergleich mit der Dreikönigsszene vom Straubinger Altar. Im aufgefundenen Zustand wurde dies lediglich noch durch die Inschrift auf dem Rand des Dias links angezeigt. Das Vergleichsbild selbst war, offensichtlich erst in sehr moderner Zeit, mit einem weißen Blankoetikettaufkleber abgedeckt worden, der noch keinerlei Vergilbungen oder Auflösungserscheinungen zeigte. Erst bei der Platzierung des Dias auf dem Leuchttisch trat ansatzweise das darunter liegende Vergleichsbild zutage.

Der Grund der Abklebung ist unbekannt. Nach der Dokumentation wurde der Aufkleber entfernt und das Dia somit in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Nach Reinigung der linken Seite wird ein nochmaliges Digitalisat angefertigt werden.

Berliner Siegessäule von „Heliofilm“

23. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) enthält das Foto der Siegessäule in Berlin. Es handelt sich um eine Momentaufnahme, wie die in Bewegung befindlichen Personen im unteren Bildfeld zeigen. Das Foto ist außerdem leicht unscharf, genügt kunsthistorischen Ansprüchen also eigentlich nicht. Warum es dennoch Eingang in den Bestand fand, lässt die Inventarnummer „29911“ erahnen: Das Dia wurde etwa 1952 erworben, in den Jahren, da von Wolfgang Schöne mit großem Einsatz trotz geringer Mittel der Ausbau der Sammlung betrieben wurde.

Der Aufkleber auf der Rückseite weist als Hersteller die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Films(!!!) und Lichtbilder m.b.H. Berlin W 30 aus, auch bekannt als „Heliofilm“. Bisher wurde noch ein weiteres Dia dieses Herstellers im Bestand des Diaarchivs gesichtet. Dieses zeigt die Fagus-Werke von Gropius. >>HIER<<

Virtueller Besuch des Dia- und Fotoarchivs 2020

09. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

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