Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: November 2021, aus dem Diaarchiv

05. November 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Objekt mit Fotografien der Demeterkatakombe in Kertsch ist eines unserer ältesten Kleinbilddias aus den 1950er Jahren. Vielleicht ist es über das archäologische Seminar zu uns gekommen, vielleicht aus einer privaten Schenkung – entsprechende Seminaretiketten oder Inventarnummern fehlen jedenfalls. Noch zahlreiche weitere Exemplare mitfrühchristlichen und osteuropäischen Motiven in ähnlicher Aufmachung befinden sich im Bestand des Diaarchivs.

Da das Dia nicht geöffnet wurde (alle Klebestreifen sitzen fest, es besteht kein Bedarf) kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich um eine belichtete Glasplatte oder ein 35mm-Filmdia handelt. Störend empfand der Benutzer offenbar die nach Verwendung der Standardmaske noch sichtbaren weißen Ränder ringsum, und zwischen oberem und unterem Bildfeld. Diese wurden mit winzig klein geschnittenen U-Form-Klebestreifen AUF dem Deckglas abgedeckt. Eine Praxis, die bei ungenau abgeklebten Großdias ebenfalls manchmal vorkam, wenn die Abklebungen UNTER dem Deckglas nicht vollkommen genug waren oder irgendein Bildbereich abgedeckt werden sollte. Aber es ist bisher das einzige Kleinbilddia mit diesem Feature.

Ein Dia und seine Geschichte nachverfolgen

27. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalmaße 8,5 x 10 cm) zeigt das Portal der Kathedrale Saint Trophime in Arles, Südfrankreich. Der Heilige Trophimus, einer der Gallierapostel, sorgte lange Zeit für enormes Prestige der Stadt und seines Erzbischofs als Patron, ist heute jedoch so gut wie vergessen. Die Kathedrale ist ein Schmuckstück der Romanik.

Auf den ersten Blick verrät das Dia seinen Hersteller nicht, da das entsprechende Etikett überklebt wurde. Aufgrund der Sepiatönung und der Herstellernummer 45570 oben (rechts) kann angenommen werden, dass es sich um E.A. Seemann oder auch Franz Stoedtner handelt. Das Dia trägt die Inventarnummer 2070, muss also in den 1920er Jahren bereits in den Bestand der Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars gekommen sein.

Die glücklicherweise erhaltenen Archivalien des Seminars geben weiteren Aufschluss:

Dieses Schreiben (Vorder- und Rückseite), richtete Erwin Panofsky – damaliger Professor für Kunstgeschichte an der neu gegründeten Hamburger Universität – am 9. Mai 1923 an Franz Stoedtner persönlich. Vorausgegangen war offensichtlich die Durchsicht des Stoedtner-Kataloges zur französischen Kunst, aus dem nun entsprechende Nummern ausgewählt werden. Die Herstellernummer 45570 findet sich oben auf der zweiten Seite. Bestellt werden nicht Dias, sondern Fotos, die Panofsky offenbar für sein Buch „Die deutsche Plastik des 11. bis 13. Jahrhunderts“, erschienen 1924 bei Kurt Wolff in München, benötigte. Dort allerdings fand das Portal NICHT Verwendung, sondern der Kreuzgangpfeiler mit der Skulptur des Heiligen Trophimus (Textband, Tafel V). Auch entsprechende Fotos der Firma Stoedtner finden sich nicht im Fotoarchiv des Seminars. Sie wurden also vermutlich nicht in den Bestand eingegliedert. Das erklärt die in den 1950er Jahren getätigte Beschaffung von Fotografien von Foto Marburg, u. a. auch von der Kathedrale St. Trophime.

Unser Dia mit der Inventarnummer 2070 wurde laut Inventarbuch mit einer ganzen Reihe weiterer Exemplare zum Thema „französische Sakralbaukunst“ angeschafft, die in den Rubriken „Plastik“ und „Architektur“ eingereiht wurden (Inventarnummern 1866-2143). Es diente mit seinen Gefährten offenbar der Vorlesung Panofskys zur französischen Gotik, gehalten 1926. Die Dias hierfür waren im Mai 1925 bei Stoedtner bestellt worden.

Kleindiakasten, 1950er Jahre

06. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Hier zu sehen ist einer unserer ältesten Kleindiakästen mit seinem Inhalt (dieser ist etwas jünger). Die Kästen waren von ihrer Aufmachung her identisch mit den Großdiakästen – nur eben mit anderen Maßen. Die ersten Kleindias wurden an unserem Seminar 1943 beschafft, die nächsten folgen dann in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, wobei es zumeist wertvolle Farbdias waren, die auf Umkehrfilm belichtet worden waren und von Institutionen angekauft wurden. Hier zu sehen sind kleine Glasplattendias in Schwarzweiß.

Im großen Stil wurden Kleindias erst ab den 1960er Jahren von der Fotostelle des Seminars hergestellt. Sie fanden bald in Holzkästen, und diese wiederum in Planschränken Aufstellung. Die alten Pappkästen der Anfangsjahre hatten ausgedient und wurden entsorgt. Am Seminar selbst hatte sich  nur ein einziger erhalten. Dieser hier gezeigte kehrte mit drei anderen und seinem Inhalt aus einer privaten Benutzung zurück.

Wieder zu Hause!

30. September 2021 ankenapp Keine Kommentare

Ungefähr 600 Kleinbilddias aus dem Seminarbestand, darunter zahlreiche Druckgraphik und Daumier wurden dem Diaarchiv zurück gegeben. Darunter kleine Glasbilddias aus den 1960er Jahren.

Ergänzt wird der Bestand durch einige Schenkungsdias aus Privataufnahmen.

Vielen Dank für die Rückgabe!

Bild des Monats: September 2021, aus dem Diaarchiv

01. September 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt zwei Seiten einer Handschrift mit Miniaturen aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Evangeliar aus der Abtei Abdinghof, dass sich in Berlin im Kupferstichkabinett unter der Nummer 78 A.3 befindet. Dargestellt ist die Aussendung der Apostel zur Evangelisierung der Welt, wobei Christus auf der linken Seite die entsprechenden Bibelstellen als große Schriftrollen/Blätter in den Händen hält: erhoben die Aussage „Ego sum ostium per me si quis introierit salvabitur…“ (Johannes 10,9) und in der linken Hand den Aussendungsbefehl „Ite in orbem universum…“ Auf der rechten Seite sind die Apostel mit erwartungsvoll ausgestreckten Händen zu sehen, als ob sie die Reiseorder tatsächlich schriftlich in Empfang nehmen wollten.

Das Dia trägt die Inventarnummer 1261, kam also Anfang der 1920er Jahre in den Bestand. Zuvor scheint es im Besitz eines/einer H. Lober, Staatliche Museen Berlin, gewesen zu sein, wie das Etikett links oben anzeigt. Dort erhielt es wohl auch die erste Beschriftung, auf eben diesem Etikett.  Um wen es sich bei H. Lober handelt, konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Vermutlich dann in Hamburg folgte die zweite Beschriftung unterhalb des Bildfeldes, die mehrfach ergänzt wurde, wohl einmal auch, da die alte deutsche Schreibschrift nicht mehr gelesen werden konnte mit dem Thema „Apostelsendung“. Ganz unten wurde dann noch ein weißer Streifen aufgeklebt mit dem Quellen- oder auch Bildhinweis.

Rechts auf dem Etikett des Seminars befindet sich – durchgestrichen – die alte Signatur „Mb“, und die spätere Einordnung unter „Ottonische Malerei“.

Das Dia befindet sich im Kasten Nr. 91 „Buchmalerei Berlin“ und ist gemeinsam mit den übrigen dortigen Dias digitalisiert und in unserer Datenbank Easy-DB zugänglich.

Kathedrale von Amiens im Schutzmantel

06. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Cathedral of Amiens during WW I

Diese beiden Glasdias (Originalgröße 10 x 8,5 cm) aus dem Dia-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg sind keine Dubletten. Auf dem Dia mit Inventarnummer 107516 sehen wir die südliche Querschiff-Fassade von Amiens im „Normalzustand“, vielleicht in den 1950er Jahren. Das Foto, das als Vorlage des Dias diente, war im Besitz von Professor Wolfgang Schöne, ob es aber auch von ihm selbst fotografiert wurde, ist unbekannt.

Das zweite Bild zeigt die südliche Querschiff-Fassade während des Aufbaus der Kriegssicherung aus Sandsäcken, die 1914 angebracht wurde und die Kathedrale innen und außen vor größeren Zerstörungen bewahrte. Die ersten Sandsäcke sind bereits aufgeschichtet. Aber bis zur Höhe des Gerüstes werden noch weitere folgen. Das Foto, das als Vorlage des Dias diente, wurde bei Foto Marburg angekauft (Nr. 162239) und befindet sich als Fotoabzug auch im Fotoarchiv.

Beide Dias wurden von der Fotostelle des Seminars angefertigt, Inventarnummer 42576 in den 1950er Jahren, Inventarnummer 107516 Mitte der 1960er Jahre.

 

Digitalisierte Dias aus dem Kunstgeschichtlichen Seminar bei EUROPEANA

04. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Unsere bereits in der Deutschen Digitalen Bibliothek Forschenden zur Verfügung stehenden Diadigitalisate (über 11.800) sind nun auch in der Europeana zugänglich!
>>>Link <<<

Wir danken den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bei der DDB für Ihre Unterstützung.

Kolberger Dom Innenansicht vor 1945

27. Juli 2021 ankenapp Keine Kommentare

Auf diesem Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße der Fotografie: 15 x 10,5 cm) ist der Blick ins Innere des Doms von Kołobrzeg (=Kolberg) im heutigen Polen zu sehen, mit seiner reichen Ausmalung, die den Backstein verdeckt, und dem Lettner vor dem Chor.

Das Objekt mit der Inventarnummer 976. Das Foto – es handelt sich eigentlich um eine Postkarte des Deutschen Kunstverlages – wurde vermutlich 1940 gemeinsam mit 2767 anderen Postkarten des Verlages zum Thema Architektur, Plastik und Malerei angekauft. Das gesamte Konvolut kostete 278 Reichsmark.

Die Karte ist auf der Rückseite mit dem Seminarstempel 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“, gültig seit 1938,  bestempelt und mit der Inventarnummer gekennzeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Karte aufgeklebt, der alte Stempel ist dadurch nicht mehr sichtbar. Auf der Rückseite der Pappe zeigt sich nun Seminarstempel Nr. 5a „Hamburg 1, Kunstgeschichtliches Seminar, Kunsthalle, Fernspr. 32 63 23“.

Der Dom wurde 1945 bei der Einnahme der damals deutschen Stadt durch die sowjetischen Truppen schwer beschädigt. Das Gewölbe stürzte ein, die Kirche brannte aus. Bis in die 1970er Jahre wurde die Ruine als Militärmuseum genutzt, erst nach der Rückgabe an die katholische Kirche begann der Wiederaufbau. Das heutige Innere ist backsteinsichtig, die Gewölbe geweisst. Viele Kunstwerke überstanden den Krieg zum Glück durch Auslagerung und sind nun am originalen Platz wieder zu bewundern. Der Lettner fehlt: siehe hier eine heutige Aufnahme aus Wikipedia

 

Recycle, please! Zwei makabre Fotoobjekte

12. Mai 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Bildarchiv des Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminars wurde – wie in der Frühzeit des Seminars üblich – auf einem recycelten Fotokarton aufgezogen.

Es zeigt eine Innenansicht der Kölner Kirche St. Aposteln, gefertigt vom Verlag Dr. Franz Stoedtner in Berlin. Auf der Rückseite befindet sich die Hälfte eines Fotos einer Gipsabguss-Serie der in Pompeji gefundenen Toten, entwertet durch die Anbringung eines doppelten Stempels des Seminars.

Auf der Vorderseite des Fotokartons ist oben rechts die Boxennummer zu sehen, sowie daneben die Signatur, unter der das Fotoobjekt in der Anfangszeit im Schrankfach eingeordnet war.

Auch der zweite Teil der Aufnahme aus Pompeji ist erhalten. Auch auf ihm wurde eine Stoedtner-Aufnahme von St. Aposteln montiert.

Recycelt wurden durchaus nicht nur derartige, für die Kunstgeschichte vielleicht eher unbrauchbare Materialien, sondern auch Städtebilder, Landschaftsszenerien und Gemälde. Vielleicht handelt es sich um Dubletten aus der Hamburger Kunsthalle, mit der das Seminar bis 1951 die Bestände teilte.

Basilika in Trier – Inventarnummern-Verwirrspiel

22. April 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Fotogröße 23 x 14 cm)

Inneres der Basilika in Trier, 1955

zeigt die berühmte römische Basilika in Trier – während ihrer Wiederherstellung im Sommer 1955. Aufgenommen wurde das Foto von dem öfters für das Seminar tätigen Fotografen Hewicker. Es trägt die Inventarnummer 14.497. Inventarnummern in diesem Bereich wurden 1950 vergeben. Das Inventarbuch endet 1953 bereits in den 15.000 – Nummern. Rechnungen zeigen, dass 1955 der 17.000er-Bereich erreicht war.

Wie das offenbar im Sommer 1955 aufgenommene Foto an die alte Inventarnummer gelangte, ist nicht klar. Auf der Rückseite trägt das Fotoobjekt den runden Stempel mit der Aufschrift „Kunstgeschichtliches Seminar . Universität Hamburg“

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