In den letzten Tagen hatte ich zwei Kolleginnen aus dem Botanischen Garten in Klein-Flottbek zu Gast. Auch dort gibt es eine Reihe Großglasdias, Fotoabzüge und – vor allem, was bei uns am Kunstgeschichtlichen Seminar nicht mehr existiert – NEGATIVE. Diese befinden sich säuberlich in Pergamenthüllen gebettet in den ursprünglichen Plattenschachteln. Diese über hundert Jahre alten Schachteln informieren über zahlreiche Details der Dia-Herstellung. Zum Beispiel, dass es verschiedene chemische Emulsionen gab – „lichthoffrei“ (was bei architektonischen Aufnahmen mit Fenstern sehr wichtig war), aber auch „farbempfindlich“.
Nicht zuletzt ist die gesamte Aufmachung mit Firmenlogo und Schriftzügen vom Sichtpunkt der Gebrauchsgrafik und des Werbedesigns her interessant:
Hier ein Foto der Negative (9 x 12 cm) in ihren Hüllen. Die meisten Hüllen sind sorgsam von Hand beschriftet und datiert, diese hier entstanden 1904 und zeigen Wurzelquerschnitte, die wohl durch ein Mikroskop fotografiert wurden:
Zum Abschluss noch ein besonders beeindruckendes Negativ (9 x 12 cm), das von einem gedruckten botanischen Tafelwerk oder sogar einer großen Wandtafel entstand. Es zeigt eine Pflanze (das Niederländische Mastkraut) komplett mit Wurzelwerk und ringsherum in passender Größe die Schädlinge, die die Pflanze befallen könnten. Buchstaben und Zahlen neben den Abbildungsdetails machen deutlich, dass es eine Texterklärung dazu gab. Ob die bräunliche Farbe eine Alterserscheinung ist oder an der verwendeten Diaplatte liegt, kann bisher nicht gesagt werden.




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