Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: Juni 2022, aus dem Dia-Archiv

02. Juni 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Kleinbilddia (Originalgröße 5 x 5 cm) zeigt ein Fenster des französischen Schlosses von Blois. Ob es sich um ein Film-Dia oder ein Glasplattendia handelt, ist ohne Öffnung des Objektes nicht zu unterscheiden.

Auf jeden Fall ist es eines der ältesten Kleinbilddias am Seminar. Die Inventarnummer in Rot weist es als Nummer 532 des Jahres 1948 aus, wobei es sich bei den übrigen nicht um Kleinbilddias gehandelt haben dürfte.

Hergestellt wurde es im Hamburger „Institut für Mikrotechnik“ – Mikrophotographie, auf Grundlage der Publikation „Chateaux de la Loire“ von H. Bunjes aus dem Jahr 1943. Weitere Dias aus Bunjes Werk existieren.

Just found: Bilder aus der Ukraine

27. Mai 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Foto wurde von einem Kleinbilddia einer privaten Schenkung digitalisiert. Zahlreiche weitere Aufnahmen widmen sich vor allem der Sakralarchitektur von Kyiv und Odessa. Die Reise, auf der die Fotos entstanden, fand 2007 statt.

In unserer immerhin eine halbe Million Kleinbilddias versammelnden Diathek fanden sich zu Kyiv gerade 4 Dias; der Großdiabestand enthält zwar 2 Kästen zu Kyiv, jedoch  nur Repros aus den 60er und 70er Jahren nach Buchpublikationen – so dass diese privaten Dias eine gute Ergänzung bilden. Allerdings erbrachte die Fahndung zu zu weiteren ukrainischen Städten interessante Kleindiafunde. Die Dias sind dem Aussehen nach Anfang der 1950er Jahre oder sogar in den 1940er Jahren während der deutschen Besatzung entstanden. Auf den Fotos sind relativ viele Uniformierte zu sehen, im Moment ist aber noch nicht klar, ob es sich um deutsche oder sowjetische Uniformen handelt (ein hochauflösender Scan kann vielleicht Aufklärung geben) Diese Dias enthalten auch archäologisch interessantes Material, sowie landschaftliche Eindrücke. Wer die Reise damals unternahm, und wie sie an das Seminar gelangten, ist unbekannt. Hier zwei Beispiele mit dem – unterdessen weltbekannten – Asow-Stahlwerk und dem Bahnhofsplatz in Odessa.

Die Bahn zum Gardasee

19. April 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Fotogröße 16,5 x 22,5 cm) aus dem Bestand des Fotoarchivs des Kunstgeschichtlichen Seminars wurde mit „Bahn zum Gardasee“ beschriftet, und in der Tat zeigt der zweite dann auch den etwas unauffälligen Dampfzug links unten im Bild. Eine prächtige touristische Szene.

Die Goldprägung links unten benennt den Hersteller P.Z.  und den Titel „Lago di Loppio“ mit der Nummer 8651. P.Z. lässt sich in „Photoglob Zürich“ auflösen. Es handelt sich um einen der größten Postkartenverlage, gegründet 1889. Das Bild ist ein Photochrom – ein spezielles Druckverfahren, dessen Grundlage ein Schwarzweißnegativ bildet – , und dies ist auch der Grund, warum die Eisenbahn so wenig auffällt – sie wurde nicht eingefärbt. Mehr zu diesem, von einem bei dem späteren „Photoglob“ tätigen Fotografen entwickelten Verfahren bei Wikipedia.

Etwas rasch und vielleicht auch hilflos wurde das Photochrom mit der Naturaufnahme, die in die Sammlungsgebiete der Kunstgeschichte nicht wirklich passt, in die Box „Malerei – Farbtafeln“ eingeordnet. Dort befinden sich noch einige wenige weiter Exemplare dieser „Exoten“. Wie sie in den Besitz des Seminars kamen, ist unbekannt.

Bild des Monats: April 2022, aus dem Diaarchiv

07. April 2022 ankenapp Keine Kommentare

Florenz – Palazzo del Podestà

Diese Postkarte befindet sich im Bestand der Diakartei des Diaarchivs, im Kasten Nr. 175 mit dem Thema „Architektur Profan bis 1800“. Wie viele andere Postkarten in der Diakartei stammt auch diese aus dem Besitz von Wolfgang Schöne, Professor (Ordinarius) am Seminar ab 1947 bis in die 1970er Jahre. Auf seinen Privatreisen und Exkursionen kaufte er Postkarten, fotografierte und skizzierte selbst. Viele der angekauften Postkarten (diese jedoch nicht) dienten später als Vorlagen für Diapositive, die dann den Vermerk „Foto Besitz Schöne“ trugen. Einige Postkarten sind gelaufen – sie stammen meist von Doktoranden und Studierenden des Seminars – , andere lediglich mit dem Stempel „Bibliothek Wolfgang Schöne“ gekennzeichnet.

Diese Karte des Palazzo del Podestà in Florenz ist etwas Besonderes: sie stammt bereits aus dem Jahr 1925, und wurde von Wolfgang Schönes Vater von einer Reise versendet. Offenbar war das Interesse für die Kunst(geschichte) bei dem damals 15jährigen Wolfgang bereits geweckt, wohl familiär bedingt. Wikipedia hierzu: Wolfgang Schöne war Sohn des Arztes und Hochschullehrers Georg Schöne (1875–1960) und seiner Ehefrau Mary geb. von Seidlitz (1883–1974). Sein Großvater väterlicherseits war Richard Schöne (1840–1922), klassischer Archäologe und von 1880 bis 1905 Direktor der Königlichen Museen zu Berlin, sein Großvater mütterlicherseits Woldemar von Seidlitz, Kunsthistoriker und ab 1884 vortragender Rat in der Generaldirektion der Königlichen Sammlungen Dresden, eine Funktion, die der des Generaldirektors glich.

 

Bild des Monats: März 2022, aus dem Diaarchiv

04. März 2022 ankenapp Keine Kommentare

Straßburger Münster

Den Monat März soll dieses prächtige Dia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Verlag Dr. Franz Stoedtner einleiten. Wie bis in die 1940er Jahre bei Stoedtner (und anderen) üblich, ist die Diaplatte sepiagetönt. Das Foto bietet eine wundervolle Momentaufnahme mit den beiden offenbar zufällig vor die Kamera geratenen Personen.

Es gehört zu den ältesten Objekten in der Sammlung des Hamburger Seminars und gelangte mit der Übernahme der Dias aus dem „Allgemeinen Vorlesungswesen“ zur Gründungszeit der Universität in den Bestand. Unten ist noch das Etikett dieser Lehrmittelsammlung zu sehen. Interessanterweise trägt das Dia kein Seminaretikett mit Inventarnummer – es ist vermutlich abgefallen und befand sich über dem „Vorlesungswesen“-Aufkleber, wie dortige Leimreste vermuten lassen. Ein weiteres im Bestand befindliches Dia aus dem „Vorlesungswesen“ mit Straßburger Motiv, ebenfalls von Stoedtner, trägt die Inventarnummer 332.

Ein Blick in das älteste Inventarbuch offenbart nun an der entsprechenden Stelle unter der Inventarnummer 335 tatsächlich das „Straßburger Münster, Südseite“ mit der vorigen Nummer 9119 (Inventarbuch 1, S. 20 u. 21)

Zwei Fotoobjekt – Familien

16. Februar 2022 ankenapp Keine Kommentare

Hier sehen Sie zwei für den Bestand des Bildarchivs typische Fotoobjekt-Familien.

Als erstes ein Ausschnitt der Westfassade des Straßburger Münsters, dessen ursprünglicher Fotograf in diesem Zusammenhang unbekannt ist. Am Hamburger Seminar wurde nach der Publikation von Weigert/Hamann „Das Straßburger Münster und seine Bildwerke“ von 1928 Anfang der 1950er Jahre ein Dia angefertigt (li oben, Originalgröße 10 x 8,5 cm)). Es bekam die Inventarnummer 23703. Rechts daneben die zugehörige Karteikarte mit dem Abzug.  Einige Jahre später stellte man offenbar fest, dass das Dia den Anforderungen nicht genügte, und man fertigte ein neues an, diesmal nach der Publikation von Bauch von 1941. Auch diese Publikation nutzte die bereits 1928 verwendete Fotovorlage. Das zu dieser Karteikarte gehörige Dia mit der Inventarnummer 96431 ist allerdings nicht mehr an seinem Platz im entsprechenden Kasten.

Die zweite Familie zeigt die Neuwerkskirche in Goslar: die Fotoquelle rechts aus unserem Fotoarchiv, was auf Dia und Karteikarte mit Foto: H/Sem. gekennzeichnet ist. Das Foto hat die Inventarnummer 519, und trägt auf der Rückseite der Pappe den Seminarstempel Version 5a „Hamburg 1, Kunstgeschichtliches Seminar, Kunsthalle, Fernspr. 32 63 23“ vom Anfang der 1950er Jahre, sowie auf dem Foto den älteren Seminarstempel Version 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“ aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre. Es wurde also in diesem Zeitraum erworben und Anfang der 1950er Jahre auf die Pappe montiert. Daneben liegen das von dem Foto angefertigte Dia und seine Karteikarte mit dem Abzug, versehen mit der Inventarnummer 69342.

Nicht von jedem Foto im Fotoarchiv wurde ein Dia angefertigt, beide Bestände ergänzen sich. Auch im Fall der Neuwerkkirche sind Großdia- und Fotobestand nicht komplett identisch. Bei unseren Kleinbilddias findet sich kein Exemplar mit der Neuwerkkirche.

Bild des Monats: Januar 2022, aus dem Diaarchiv

06. Januar 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 10 x 8,5 cm) macht die Diskussion um die Zuschreibung dieses Gemäldes deutlich. Ursprünglich war die „Genuesische Aristokratin“ unter Rubens eingeordnet, wenn auch das Fragezeichen zeigt, dass es Zweifel gab, und Pourbus als Künstler infrage kam. Später erfolgte hier (und auf anderen Dias des Kastens) der Vermerk von anderer Hand „nicht von Rubens“. In diesen Fällen musste das Dia natürlich umsortiert werden: aus dem entsprechenden Kasten von Rubens zu Pourbus, Kasten P 62, wo es sich heute noch befindet.

Das Dia beweist weiterhin, wie lange alte Publikationen als Vorlage benutzt wurden: diesmal ein Jahrbuch von 1929, für ein Ende der 1960er Jahre entstandenes Dia.

Bild des Monats: Dezember 2021, aus dem Diaarchiv

09. Dezember 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Kleinbilddia (Originalgröße 5x5cm) zeigt ein Glasfenster des Künstlers F. Léger in der Kirche Sacre-Coeur in Audincourt. Das Foto wurde mit zahlreichen anderen am 26.9. 1956 aufgenommen und ist ein Beweis für den hervorragenden Erhaltungszustand eines Farb-Kleinbilddias, das auf gutem Filmmaterial aufgenommen und ordnungsgemäß dunkel gelagert wurde.

Rolf Scheibner, Künstler und Fotograf, fotografierte im Auftrag des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg Glasfenster zahlreicher Kirchen und Anderes, wenn Farbe dringend benötigt wurde. Die Fotostelle der Universität konnte damals noch keine Farbdias herstellen.

Ein Dia und seine Geschichte nachverfolgen

27. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalmaße 8,5 x 10 cm) zeigt das Portal der Kathedrale Saint Trophime in Arles, Südfrankreich. Der Heilige Trophimus, einer der Gallierapostel, sorgte lange Zeit für enormes Prestige der Stadt und seines Erzbischofs als Patron, ist heute jedoch so gut wie vergessen. Die Kathedrale ist ein Schmuckstück der Romanik.

Auf den ersten Blick verrät das Dia seinen Hersteller nicht, da das entsprechende Etikett überklebt wurde. Aufgrund der Sepiatönung und der Herstellernummer 45570 oben (rechts) kann angenommen werden, dass es sich um E.A. Seemann oder auch Franz Stoedtner handelt. Das Dia trägt die Inventarnummer 2070, muss also in den 1920er Jahren bereits in den Bestand der Sammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars gekommen sein.

Die glücklicherweise erhaltenen Archivalien des Seminars geben weiteren Aufschluss:

Dieses Schreiben (Vorder- und Rückseite), richtete Erwin Panofsky – damaliger Professor für Kunstgeschichte an der neu gegründeten Hamburger Universität – am 9. Mai 1923 an Franz Stoedtner persönlich. Vorausgegangen war offensichtlich die Durchsicht des Stoedtner-Kataloges zur französischen Kunst, aus dem nun entsprechende Nummern ausgewählt werden. Die Herstellernummer 45570 findet sich oben auf der zweiten Seite. Bestellt werden nicht Dias, sondern Fotos, die Panofsky offenbar für sein Buch „Die deutsche Plastik des 11. bis 13. Jahrhunderts“, erschienen 1924 bei Kurt Wolff in München, benötigte. Dort allerdings fand das Portal NICHT Verwendung, sondern der Kreuzgangpfeiler mit der Skulptur des Heiligen Trophimus (Textband, Tafel V). Auch entsprechende Fotos der Firma Stoedtner finden sich nicht im Fotoarchiv des Seminars. Sie wurden also vermutlich nicht in den Bestand eingegliedert. Das erklärt die in den 1950er Jahren getätigte Beschaffung von Fotografien von Foto Marburg, u. a. auch von der Kathedrale St. Trophime.

Unser Dia mit der Inventarnummer 2070 wurde laut Inventarbuch mit einer ganzen Reihe weiterer Exemplare zum Thema „französische Sakralbaukunst“ angeschafft, die in den Rubriken „Plastik“ und „Architektur“ eingereiht wurden (Inventarnummern 1866-2143). Es diente mit seinen Gefährten offenbar der Vorlesung Panofskys zur französischen Gotik, gehalten 1926. Die Dias hierfür waren im Mai 1925 bei Stoedtner bestellt worden.

Kleindiakasten, 1950er Jahre

06. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Hier zu sehen ist einer unserer ältesten Kleindiakästen mit seinem Inhalt (dieser ist etwas jünger). Die Kästen waren von ihrer Aufmachung her identisch mit den Großdiakästen – nur eben mit anderen Maßen. Die ersten Kleindias wurden an unserem Seminar 1943 beschafft, die nächsten folgen dann in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, wobei es zumeist wertvolle Farbdias waren, die auf Umkehrfilm belichtet worden waren und von Institutionen angekauft wurden. Hier zu sehen sind kleine Glasplattendias in Schwarzweiß.

Im großen Stil wurden Kleindias erst ab den 1960er Jahren von der Fotostelle des Seminars hergestellt. Sie fanden bald in Holzkästen, und diese wiederum in Planschränken Aufstellung. Die alten Pappkästen der Anfangsjahre hatten ausgedient und wurden entsorgt. Am Seminar selbst hatte sich  nur ein einziger erhalten. Dieser hier gezeigte kehrte mit drei anderen und seinem Inhalt aus einer privaten Benutzung zurück.

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