Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: September 2020: Aus dem Fotoarchiv

02. September 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Originalgröße ohne Pappe 39 x 29,5 cm) zeigt den alten Eingang zur berühmten Abtei La Charité-sur-Loire, komplett mit Pfarrer auf der Treppe, wohl kurz vor 1900. Die Abtei war im 16. Jahrhundert teilweise einem Feuer zum Opfer gefallen, woraufhin die Kirche drastisch verkleinert wurde. Der neue Eingang ist durch das alte Portal sichtbar. In der Französischen Revolution wurde das Gebäude zur Errichtung von Wohnungen freigegeben,und auch zwischen die Strebepfeiler lagerten sich Häuser – wie auf dem Foto gut zu sehen.

Heute sind die Anbauten zwischen den Strebepfeilern entfernt, noch immer gibt es aber 5 Wohnungen im Innenbereich. Hier ist ein neueres Foto aus ähnlicher Perspektive zu sehen.

Das Fotoobjekt gehört zu den ältesten Stücken der Sammlung des Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminars und wurde Anfang der 1920er Jahre beschafft. Auf der Rückseite trägt es zwei Stempel,

Seminarstempel Version 1 „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“ und Seminarstempel Version 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“, der seit 1938 in Gebrauch befindliche.

Bild des Monats Juli: aus dem Fotoarchiv.Maschinen in der Kirche

17. Juli 2020 ankenapp Keine Kommentare

St-Martin-des-Champs Innenraum mit Ausstellungsstücken

Diese beiden Fotoobjekte zeigen den Innenraum der alten Cluniazenserkirche St-Martin-des-Champs in Paris, seit der Französischen Revolution und der Aufhebung des Klosters Ausstellungsraum des Musée des arts et métiers. Das erste Fotoobjekt ist nur die linke Seite einer Pappe mit zwei Aufnahmen des Innenraums. Es kam in den 1920er Jahren an das Seminar und trägt auf der Rückseite den runden Stempel mit Hamburgwappen und der Umschrift „Kunstgeschichtliches Seminar der Hamburgischen Universität“. Das zweite Fotoobjekt stammt aus dem Reservoir von Foto Marburg (Nummer unten rechts) und wurde in den 1950er Jahren in den Bestand eingegliedert.

Auf beiden Aufnahmen sind gut die technischen Geräte zu sehen. Im Kirchenraum erinnern sie an die antiklerikale Kunst des frühen sowjetischen Konstruktivisten Wladimir Krinski – hier eines der Werke, abgebildet in einem antisowjetischen Bildband des Jahres 1929:

Bild des Monats – Mai 2020, aus dem Fotoarchiv: „Schwarzer Rand“

05. Mai 2020 ankenapp Keine Kommentare

Diese rätselhafte Pappe fiel uns im Fotoarchiv vor einiger Zeit in die Hände. Das Merkwürdigste: sie enthielt kein Foto, ja nicht einmal die Leimspuren, die das einstige Vorhandensein eines solchen angezeigt hätten. Lediglich ein halber schwarzer Rahmen und der Vermerk „Schwarzer Rand = Foto soweit beschnitten“, zwei Stempel des Kunstgeschichtlichen Seminars aus den 1950er/1960er Jahren und die Nummer der Fotobox 6998 waren zu sehen. Allerdings gab es keine Box 6998 (die Pappe hatte in einer völlig anderen gelegen), und auch sonst blieb die leere Pappe ein Rätsel.
Eine Untersuchung der „nächstliegenden“ Box 6995 brachte schließlich zutage, dass sich hier auch ein großes Konvolut „6998“ befand. Hier wurde nun auch die Frage nach der leeren Pappe beantwortet:

Dieses Fotoobjekt (Pappengröße 21 x 29,5 cm) trägt zwei Fotografien, wie die Unterschrift mitteilt, abfotografiert aus dem Katalog einer Ausstellung in Bologna 1956. Beide Fotografien sind von einem unterschiedlich großen, schwarzen Bleistiftrand teil-umrahmt. Der Grund (=Fotobeschnitt) erschließt sich erst mit der rätselhaften leeren Fotopappe, die offenbar als „Legende“ zu diesem Konvolut gehörte und in einen anderen Kasten verlegt wurde.

Bild des Monats: April 2020, aus dem Fotoarchiv

09. April 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Originalgröße der Pappe 29,5 x 21 cm, Foto: 13 x 18 cm) aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt den Innenraum der Mitte des 17. Jahrhunderts Dreifaltigkeitskirche in Hamburg Harburg. Gut zu erkennen sind die Emporen mit den Bildtafeln und der barocke Altar mit der Kreuzigung.

Das Foto stammt aus der Landesbildstelle Hansa in Hamburg, wie die Aufschrift unten rechts zeigt.  Dieses und 5 weitere Fotos wurden im Juli oder August 1944 von Dr. Leni Münscher erworben (Inventarnummer links oben sowie Haushaltsbuch 1944), nur etwa drei Monate vor der Zerstörung der Kirche bei einem Bombenangriff. Frau Münscher leitete damals in Abwesenheit des Lehrstuhlinhabers Wilhelm-Kästner das Seminar, führte Vorlesungen, Seminare und Exkursionen durch.

Diese Fotos sind die letzten Zeugnisse der noch intakten Dreifaltigkeitskirche. Die Originalnegative der Landesbildstelle Hansa wurden 2004 an das Hamburger Denkmalschutzamt gegeben und kamen 2015 an das Hamburger Staatsarchiv. Ob sich dort die Vorlagen für diese Fotos befinden, konnte noch nicht verifiziert werden, da der Bestand nicht digitalisiert ist.

Bild des Monats: Februar 2020 aus dem Fotoarchiv

07. Februar 2020 ankenapp Keine Kommentare

Aakirkeby, Aakirke, Taufstein

Taufstein

Diese Fotografie (Originalgrüße 9×12 cm) stammt aus der Sammlung „Karl-Otto Wolff“ am Kunstgeschichtlichen Seminar. Die tausende Fotos umfassende Sammlung, deren Hauptbestand zwischen 1975 und 1990 entstand, zeichnet sich durch eine akribische Dokumentierung von Details aus.  Zahlreiche Orte wurden in den Jahren mehrfach besucht und die Fotos geben Nachricht von Restaurierungsarbeiten, Verfall und sonstigen Veränderungen – besonders zu merken im Sammlungsteil „DDR/ehemalige DDR“.

Das hier vorgestellte Foto entstand 1979 in Aakirkeby in Dänemark und zeigt das Dekor am Taufstein der alten Kirche, der in neun weiteren Fotos in der Sammlung vertreten ist.

 

Schattenbild mit Forschungsdiskussion

27. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße 24,5×19,5 cm) zeigt eine Verkündigung im Dom von Volterra. Der aus einem unbekannten Atelier stammende Albuminabzug ist auf Karton aufgezogen. Während der Künstler hier noch als „unbekannt“ verzeichnet ist, wurde von den späteren Benutzern des Fotoobjekts „Albertinelli“ zunächst auf das Foto, und schließlich „Mariotto Albertinelli“ auf den Karton geschrieben. Die links und rechts über dem Bild stehenden Ziffern sind nicht zuzuordnen. Rechts oben in der Ecke steht die Nummer der Fotobox: 6780 (Malerei Italien, 16. Jhd., A-B) und die Signatur J/G.

Unten rechts auf dem Karton fordert der Hinweis „wenden!“ auf, das Fotoobjekt auf die Rückseite zu drehen. Dort finden wir drei Stempel des Kunstgeschichtlichen Seminars, die nach einander in Gebrauch waren: der älteste längsovale „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“, der seit der Umbenennung der Universität 1935 übliche „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“ (2 mal) und schließlich mittig den ab den 1950er Jahren benutzten runden „Kunstgeschichtliches Seminar. Universität Hamburg“.

Dahinter wird der doppelte Abdruck des darunter liegenden Fotoobjekts sichtbar: eine in Florenz befindliche Verkündigung aus dem Atelier Anderson, Rom. Die betreffende Fotografie befindet sich heute nicht mehr hinter Albertinelli. Der Abdruck verweist also auf einen früheren Sammlungszusammenhang, der durch Umsortierung oder Aussortierung zerstört wurde. Eine längere Forschungsdiskussion mit Hinweisen auf Vergleichswerke zieht sich über die Rückseite des Kartons und den Abdruck. Die Lage der Stempel legt nahe, dass die Schrift vor Anbringung der zwei Stempel „Hansische Universität“, auf jeden Fall aber vor dem Rundstempel der 1950er Jahre verfasst wurde. Es handelt sich jedoch  nicht um einen Autograph von Panofsky oder Wilhelm-Kästner.

Ein Fotoobjekt hat viel zu erzählen

13. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße des Fotos 14 x 10,5 cm) ist in mehrerer Hinsicht interessant.

Das Foto des Georgenchors des Bamberger Doms befindet sich auf einer Kunstpostkarte der Reihe „Kunst der Welt“ aus dem Bärenreiterverlag und wurde 1942 angekauft, nach der Übernahme des Hamburger Lehrstuhls durch Kurt Wilhelm-Kästner. Zum angekauften Konvolut gehören noch mehrere Hundert weitere Karten, die das Fotoarchiv des Seminars mit neuem, guten Material aufstocken sollten. Für weitere große Ankäufe fehlten dann aber doch bald endgültig die Mittel, bzw. flossen sie in die Diasammlung.

Die Postkarte ist auf der Rückseite mit dem damals gültigen Stempel des Seminars, der einen Reichsadler mit Hakenkreuz zeigt, gestempelt. Wohl in den 1950er Jahren wurde die Karte wie alle anderen Fotos im Archiv auch auf Pappe aufgezogen, so dass der Stempel nicht mehr zu sehen war. Entgegen der übrigen Fotos, die erst nach dem Krieg aufgezogen werden konnten (als Pappe wieder erhältlich war), wurde dieser Fotokarton nicht mit dem neuen Stempel versehen.

Oben Rechts zeigt er die Nummer 5005, die auf die Fotobox verweist, in die die Karte nun eingeordnet wurde. (Unsere großen Fotoboxen aus Pappe wurden ebenfalls erst in den 1950er Jahren angefertigt.) Unten auf der Pappe ist der Hinweis vermerkt, dass es ein Dia mit einer ähnlichen Ansicht gibt. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Dia mit der Inventarnummer 8293 aus dem Stoedtner-Verlag:

Beide Archive waren waren damit vernetzt. Auch das Foto konnte mit Hilfe eines Epidiaskops im Seminar gezeigt werden, und das Großdia konnte außerhalb des Hörsaals auf Leuchttischen zu Rate gezogen werden.

Die Kopie von der Kopie

05. September 2019 ankenapp Keine Kommentare

Querfurt, Schlosskirche, GrabmalQuerfurt, Schlosskirche, Grabmal

Diese drei Bilder zeigen das Grabmal des Gebhard von Querfurt in der Querfurter Schlosskirche. Sie illustrieren die Vernetzung mehrerer Reproduktionen. An erster Stelle steht das Glasdia oben (Originalgröße 8,5 x 10 cm). Es wurde von der Staatlichen Bildstelle Berlin (Signet links oben) Mitte der 1920er Jahre nach Fotografie des Originals hergestellt. Die Inventarnummer auf dem Seminaretikett (oben rechts) zeigt, dass das Dia unter Erwin Panofsky in den Bestand kam.

Die zweite Abbildung zeigt ein Objekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße ohne Pappe 23 x 33 cm) Es handelt sich um ein Druckwerk, vermutlich Kupfertiefdruck, dessen Fotogrundlage ebenfalls von der Staatlichen Bildstelle stammt. Das Fotoobjekt wurde, wie der rückseiteige Stempel mit Adresse des Seminars zeigt, vor 1968 in den Bestand eingegliedert. Das zugrundeliegende Foto der Staatlichen Bildstelle ist jedoch in beiden Fällen nicht identisch, wie genaues Hinsehen offenbart. Das Dia ist leicht obersichtig und der Hintergrund wohl zusätzlich retuschiert.

Das dritte Bild zeigt ein Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm), das vom Foto der Staatlichen Bildstelle angefertigt wurde, wie die Bildunterschrift oben zeigt. Das Dia entstand laut Inventarnummer in den 1950er Jahren – und somit ist auch der Zugangszeitraum des Grabmaldruckes eingeengt. Es scheint, dass das Originaldia aus den 1920er Jahren wegen der Abschattung links am Sockel für ungenügend gehalten wurde.

Alle drei Medien wurden – natürlich – noch einmal für diesen Artikel kopiert, die beiden Dias mit Digitalkamera und Leuchttisch, der Druck auf dem Scanner.

Geisterbilder

21. Mai 2019 ankenapp Keine Kommentare

Liegen Fotografien lange genug eng zusammen mit anderen (Foto-)pappen, werden durch chemische Prozesse sogenannte Geisterbilder auf der Rückseite des oben liegenden Kartons erzeugt. Dabei handelt es sich ebenfalls um Positivbilder.

Diese Abdrücke können sammlungsgeschichtlich von großem Interesse werden, da sie Auskunft über alte Ordnungssysteme geben können – dann nämlich, wenn der Abdruck auf der Rückseite nicht mehr dem folgenden Bild entspricht.

Diese beiden Exemplare aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg haben noch ihre „Partner“.

Maria Himmelfahrt in der Diskussion

10. Mai 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses auf Karton aufgezogene Albuminfoto aus dem Verlag Alinari in Florenz (Originalgröße des Fotos 25,5 x 19,5 cm) aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die Himmelfahrt Mariens aus der Bellini-Werkstatt. Das Gemälde befindet sich auf der Insel Murano bei Venedig, in der Kirche San Pietro Martire.  Rechts oben auf dem Fotokarton steht die Nummer des Kastens, in dem das Foto bei uns liegt, links oben ist die Inventarnummer der vorherigen Sammlung, in die das Foto eingegliedert war, zu sehen. Eine Inventarnummer des kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg trägt dieses alte Foto nicht – diese waren erst ab den 1930er Jahren üblich. Dafür sieht man deutlich die Signatur, unter der das Foto in seinem Schrank eingeordnet war: „J/G“.

Das Foto kam offenbar mit einer Schenkung an das Seminar, denn auf der Rückseite unten ist zu lesen „Dr. Gustav Ludwigs Vermächtnis 1905“. Hierbei handelt es sich um den im gleichen Jahr verstorbenen Wiener Kunsthistoriker, von dessen Nachlass sich etwa 2500 Fotos auch am Kunsthistorischen Institut in Florenz befinden. 1905 war die  Universität noch nicht gegründet – das Foto (und weitere mit diesem Schenkungsstempel) müsste sich also noch an einem anderen Aufenthaltsort befunden haben – in Florenz möglicherweise.

Außerdem ist die Rückseite mit dem Seminarstempel der 1920er Jahre (oval), 1938er Jahre (Schriftzug „Hansische Universität“) und 1950er Jahre gekennzeichnet. Hier befindet sich auch eine kleine Forschungsdiskussion zum Gemälde, möglicherweise von der Hand Gustav Ludwigs.

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