Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: September 2022 „Altersspuren“

01. September 2022 ankenapp Keine Kommentare

 

Zwei zusammen gehörige Fotoobjekte! Das Foto von der Kirche St. Maria zur Höhe in Soest (Originalgröße 15,5 x 20,5) wurde als erstes im Fotoarchiv in Box 5040 „Architektur / Sakral / Deutschland / Romanik / Orte: S“ entdeckt und fiel gleich durch die starke Ausbleichung und Gelbstichigkeit (noch mehr als hier im Digitalisat) auf. Es handelt sich um eine Albuminfotografie, die auf einer recycelten Pappe mit einem Foto vom Comer See montiert wurde. Auf dieser zur Rückseite gewordenen Fotografie sind drei Stempel zu erkennen: zweimal Seminarstempel 1 in der „Mandorla“ und einmal Seminarstempel 5a aus den 1950er Jahren mit Angabe des Fernsprechers. Das Foto hat keinen Schenkungsvermerk, muss also in den 1920er Jahren angekauft worden sein. Die Vorderseite gibt leider keinen Aufschluss über den Hersteller, denn der untere Rand – auf dem sich meist das Copyrightvermerk und der Titel befinden – wurde abgetrennt.

Ein gewisser Verdacht war jedoch vorhanden, dass es sich um eine Aufnahme des Verlages Dr. Franz Stoedtner handeln könnte, von dem das Seminar in den Anfangsjahren mehrere Fotografien und Dias erwarb. Ein Blick in die entsprechende Diakiste in der Architekturabteilung förderte tatsächlich ein Dia zu Tage, das die gleiche Aufnahme trägt. Es wurde – Gründe unbekannt – rechts später abgeklebt, so dass es auf den ersten Blick einen etwas anderen Ausschnitt zu zeigen scheint. Rechts trägt das Dia die Herstellernummer 33521. Links ist das Etikett des Seminars mit der Inventarnummer 1279 genau über dem Herstelleretikett platziert, so dass da leider keine weiteren Informationen zu gewinnen sind.  Herstellernummern in dieser Art kennen wir am Seminar von Stoedtner und Seemann.

Ein Blick in die Archivalien offenbart nun, dass „33521“ in der Tat bei Stoedtner bestellt wurde, und zwar im Mai 1923, und mit einer Lieferung im September 1923 am Seminar eintraf. Offenbar kostete ein Dia unterdessen 35 Mark! Der Bestellzettel mit dem Liefervermerk wurde von Erwin Panofsky geschrieben.

Das Dia hat starke Benutzungsspuren. An einer Seite ist der Papierstreifen abgefallen. Es wird demnächst mit Originalstreifen restauriert. Der Bildträger ist jedoch unbeeinträchtigt nach beinahe hundert Jahren, während der Fotoabzug die besagten Alterserscheinungen aufweist.

Just found: Stralsund 1942

28. Juli 2022 ankenapp Keine Kommentare

Diese Fotografie mit Blick auf Stralsund vom Turm der Marienkirche aus fällt im Bestand des Fotoarchivs durch ihre Größe aus dem Rahmen: sie misst nur 6,5 x 9 cm – der Standard einer privaten Kleinbildfotografie für ein Fotoalbum. Für Lehrzwecke ist dieses Format nicht unbedingt gut zu gebrauchen, und so sind die Fotoobjekte im Fotoarchiv fast alle sehr viel größer. Das kleine Foto ist auf einer Postkarte des Seminars aufgeklebt, die offensichtlich wegen der nicht mehr aktuellen Adressangabe nicht länger verwendet werden konnte. Dort nämlich heißt es noch „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“, eine Bezeichnung, die nach 1945 nicht mehr üblich war. Der ab den 1950er Jahren gebräuchliche runde Seminarstempel verkündet denn auch „Kunstgeschichtliches Seminar . Universität Hamburg“. Noch ein zweites, ebenfalls auf solcher Postkarte montiertes Foto mit einem Blick vom Marienkirchturm aus findet sich im Bestand

Neugierig geworden auf die Geschichte der Fotos? Die Durchleuchteinheit brachte weitere interessante Details zutage, die auf der nicht mehr sichtbaren Rückseite zu finden waren:

Prominent zu erkennen ist zunächst der in den 1940er Jahren übliche Stempel mit dem Reichsadler. Rechts daneben das Fotoatelier in Greifswald „Foto Koschnitzko“, und darüber die Datumsangabe 24. (?) Mai 1942. Dies legt nahe, dass die Aufnahme von Dr. Helene Münscher gemacht wurde (Wilhelm-Kästners Schriftbild ist ein anderes), Professor Kurt Wilhelm-Kästners Assistentin aus Greifswald, die im Juni 1942 auf seine Bitte hin nach Hamburg kam, zunächst, um bei Aufbau und Ordnung des Seminars zu helfen. Kriegsbedingt musste sie schließlich Wilhelm-Kästner vertreten und ab 1943 auch Vorlesungen abhalten.

Farbe – nein, danke!

17. Juni 2022 ankenapp Keine Kommentare

Über die Fokussierung der Kunstgeschichte auf schwarzweiße Reproduktionen wurde bereits geforscht. Hingewiesen sei an dieser Stelle auf die Publikation von

Monika Wagner und Helmut Lethen: Schwarzweiß als Evidenz > klick <

Diese Beispiele aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars illustrieren, warum. Die Kunsthistoriker hatten nicht nur mit „Schwarzweiß“ zu kämpfen, sondern eher noch mit Sepia in allen Schattierungen. Je älter das Material, desto mehr verfärbte es sich ins Gelblich-Bräunliche und blich weiter aus. Schlechte Lagerung oder gar noch Lichteinfall beschleunigten den Zerfallsprozess. Unten sehen wir drei Fotoobjekte mit der Transfiguration von Raffael. Das auf grauem Karton aufgezogene Albuminbild aus dem Atelier Alinari (Originalgröße 25,5 x 19 cm) ist das Älteste. Es stammt aus der Schenkung „Stettiner-Weiss-Gottschewski“ vom Anfang der 1920er Jahre – wobei die Fotografie noch älter ist. Auf der Rückseite trägt es drei Seminarstempel: aus den 1920er, den 1930er und den 1950er Jahren: jedesmal, wenn sich der Name des Seminars änderte, wurde es gestempelt. Das war jedoch NICHT immer üblich.

(In unserer Datenbank finden sich hochauflösende Scans aller drei Fotoobjekte.)

Daneben liegt eine kleinere Reproduktion eines Stiches des Raffaelbildes, unbekannter Provenienz, ohne Seminarstempel, und ganz rechts eine Reproduktion aus den 1950er Jahren einer Aufnahme von Foto Anderson in Rom (Originalgröße 26 x 18 cm). Es trägt Hinweise zu weiteren Reproduktionen auf der Vorder- und Rückseite. Vielleicht sollte es für eine Publikation verwendet werden.

Unter anderem sollte hierbei der Copyright-Stempel des Ateliers wegretuschiert werden! Etwas, was man heute nicht mehr tun dürfte ohne Abmahnungen und Strafen zu riskieren.

Unsere Diakartei verrät, dass es zahlreiche Aufnahmen und Details der Transfiguration gegeben hat. Sie sind jedoch Anfang der 1990er Jahre entsorgt worden. Auch das Anderson-Foto gab es als Dia, als Quelle ist die Fotothek des Seminars vermerkt (der Stempel wurde übrigens NICHT wegretuschiert, jedenfalls nicht für die Dia-Aufnahme):

Die anderen beiden Fotoobjekte erlebten keine Transformation zum Dia – aus Qualitätsgründen vermutlich. Dafür wurde eine Abbildung aus der Kunsthalle benutzt:

Und hier nun zwei Farbdrucke der Transfiguration. Links Originalgröße 33,5 x 23 cm, rechts etwas kleiner 28 x 19 cm. Beide stammen vermutlich aus den 1950er oder 1960er Jahren. Die größere Reproduktion ist extrem blau-gelb-stichig. (Dabei entfernte der Scanner automatisch das Schlimmste, und der „Stich“ musste nachträglich per Bildbearbeitung wieder eingefügt werden.) Aus welchem Druckwerk bzw. Verlag sie stammt, ist unbekannt; die Pappe trägt auch keinen Seminarstempel. Die kleinere, farblich etwas besser gelungene Reproduktion stammt aus dem alten renommierten „Seemann“-Kunstverlag in Leipzig, unter neuem Titel als „Meister der Farbe“.

(In unserer Datenbank finden sich hochauflösende Scans der beiden Fotoobjekte.)

Die Wiedergabe von Farbe war in den meisten Druckwerken trotz großer Anstrengungen lange ein Problem, von einer originalgetreuen Reproduktion konnte letztlich nicht die Rede sein, Feinheiten verschwammen oft im Kontrast. Kunsthistorischen Ansprüchen genügte dies nicht. Man nahm den Verlust der Farbe nicht nur in Kauf, sondern betrachtete farbige Reproduktionen mit größter Skepsis und mied sie lange.

Für die „Otto Normbürger“ war das eher uninteressant. Dia-Verlage boten bis in die 1920er Jahre Kolorationen „nach Original“ an (sehr teuer), und „freie Koloration“, deren Zweck wohl einfach die Aufmerksamkeitssteigerung bei dem Publikum (Kindern ?) war. Dies ist ein solches „frei koloriertes“ Dia eines Stiches der Transfiguration (Originalgröße 8,5 x 8,5 cm), das natürlich NICHT seinen Weg in das Kunstgeschichtliche Seminar fand:

Bild des Monats: Mai 2022, aus dem Fotoarchiv – „Copyrights“

06. Mai 2022 ankenapp Keine Kommentare

Diese beiden Fotografien stammen aus dem Foto-Nachlass von Alfred Hentzen, ein zahlreiche Archivschachteln umfassendes Konvolut voller Fotografien (hauptsächlich aus dem Atelier Franz Rompel), Zeitungsausschnitten und sonstiger interessanter ‚bits and pieces‘. Alfred Hentzen leitete von 1955 bis 1969 die Hamburger Kunsthalle. Mehr über ihn auf Wikipedia. Wie und wann der Fotonachlass in das Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars gelangte, ist nicht bekannt. Der Bestand ist noch nicht erschlossen.

Die beiden hier vorgestellten Bilder stammen aus der Schachtel D XIV/XV, 1 Malerei Hamburg – Meister Betram, Meister Francke (sw-Fotos: Kunsthalle). Sie zeigen das gleiche Motiv, den „Grabower Passionsaltar“, der sich seit rund 120 Jahren in der Hamburger Kunsthalle befindet. Der „Grabower Altar“ gehört eigentlich in die Hamburger Petrikirche, und über eine eventuelle Rückgabe wurde intensiv, jedoch erfolglos, verhandelt – die MOPO berichtete darüber (Artikel).

Der erste hier gezeigte Fotoabzug ist jünger, vermutlich aus den 1940er Jahren. Der zweite leicht vergilbte stammt vermutlich aus den 1920er Jahren. Beide tragen ausführliche Copyrightvermerke der entsprechenden Fotografen: die ältere wurde von der „Photographischen Kunstanstalt Franz Rompel“, Hamburg 22, angefertigt. Rompel war in den 1920er und 1930er Jahren auch umfangreich für das Kunstgeschichtliche Seminar und das Archäologische Seminar tätig. . Im Stempel rechts unten wird auf eine Reprogebühr von 10 RM und eine besondere Erlaubnis hingewiesen. Das jüngere Foto wurde von den „Kleinhempel Fotowerkstätten in der Kunsthalle“ angefertigt und mahnt ebenfalls den urheberrechtlichen Schutz an, allerdings nur mit dem Vermerk „übliches Honorar“. Die Firma „Kleinhempel“ existiert noch. Hier ist ihr heutiges Angebot zu finden: https://kleinhempel.de/media-services/fotostudio/

Vom Grabower Altar haben keine Großdias überdauert – nur das Trennkärtchen befindet sich noch im Kasten. Die mit kleinen Fotoabzügen 7×10 bestückte Diakartei allerdings zeigt, wie viele Großdias einst vorhanden waren: nämlich 24 allein von den Tafeln. Die meisten Dias wurden als Reproaufnahmen vom Werk Portmanns „Meister Bertram“ von 1963 angefertigt, einige auf Grundlage von Fotos des Fotoarchivs – die obigen Aufnahmen waren ja noch nicht am Seminar eingetroffen.

Die Bahn zum Gardasee

19. April 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt (Fotogröße 16,5 x 22,5 cm) aus dem Bestand des Fotoarchivs des Kunstgeschichtlichen Seminars wurde mit „Bahn zum Gardasee“ beschriftet, und in der Tat zeigt der zweite dann auch den etwas unauffälligen Dampfzug links unten im Bild. Eine prächtige touristische Szene.

Die Goldprägung links unten benennt den Hersteller P.Z.  und den Titel „Lago di Loppio“ mit der Nummer 8651. P.Z. lässt sich in „Photoglob Zürich“ auflösen. Es handelt sich um einen der größten Postkartenverlage, gegründet 1889. Das Bild ist ein Photochrom – ein spezielles Druckverfahren, dessen Grundlage ein Schwarzweißnegativ bildet – , und dies ist auch der Grund, warum die Eisenbahn so wenig auffällt – sie wurde nicht eingefärbt. Mehr zu diesem, von einem bei dem späteren „Photoglob“ tätigen Fotografen entwickelten Verfahren bei Wikipedia.

Etwas rasch und vielleicht auch hilflos wurde das Photochrom mit der Naturaufnahme, die in die Sammlungsgebiete der Kunstgeschichte nicht wirklich passt, in die Box „Malerei – Farbtafeln“ eingeordnet. Dort befinden sich noch einige wenige weiter Exemplare dieser „Exoten“. Wie sie in den Besitz des Seminars kamen, ist unbekannt.

Bild des Monats: April 2022, aus dem Diaarchiv

07. April 2022 ankenapp Keine Kommentare

Florenz – Palazzo del Podestà

Diese Postkarte befindet sich im Bestand der Diakartei des Diaarchivs, im Kasten Nr. 175 mit dem Thema „Architektur Profan bis 1800“. Wie viele andere Postkarten in der Diakartei stammt auch diese aus dem Besitz von Wolfgang Schöne, Professor (Ordinarius) am Seminar ab 1947 bis in die 1970er Jahre. Auf seinen Privatreisen und Exkursionen kaufte er Postkarten, fotografierte und skizzierte selbst. Viele der angekauften Postkarten (diese jedoch nicht) dienten später als Vorlagen für Diapositive, die dann den Vermerk „Foto Besitz Schöne“ trugen. Einige Postkarten sind gelaufen – sie stammen meist von Doktoranden und Studierenden des Seminars – , andere lediglich mit dem Stempel „Bibliothek Wolfgang Schöne“ gekennzeichnet.

Diese Karte des Palazzo del Podestà in Florenz ist etwas Besonderes: sie stammt bereits aus dem Jahr 1925, und wurde von Wolfgang Schönes Vater von einer Reise versendet. Offenbar war das Interesse für die Kunst(geschichte) bei dem damals 15jährigen Wolfgang bereits geweckt, wohl familiär bedingt. Wikipedia hierzu: Wolfgang Schöne war Sohn des Arztes und Hochschullehrers Georg Schöne (1875–1960) und seiner Ehefrau Mary geb. von Seidlitz (1883–1974). Sein Großvater väterlicherseits war Richard Schöne (1840–1922), klassischer Archäologe und von 1880 bis 1905 Direktor der Königlichen Museen zu Berlin, sein Großvater mütterlicherseits Woldemar von Seidlitz, Kunsthistoriker und ab 1884 vortragender Rat in der Generaldirektion der Königlichen Sammlungen Dresden, eine Funktion, die der des Generaldirektors glich.

 

Zwei Fotoobjekt – Familien

16. Februar 2022 ankenapp Keine Kommentare

Hier sehen Sie zwei für den Bestand des Bildarchivs typische Fotoobjekt-Familien.

Als erstes ein Ausschnitt der Westfassade des Straßburger Münsters, dessen ursprünglicher Fotograf in diesem Zusammenhang unbekannt ist. Am Hamburger Seminar wurde nach der Publikation von Weigert/Hamann „Das Straßburger Münster und seine Bildwerke“ von 1928 Anfang der 1950er Jahre ein Dia angefertigt (li oben, Originalgröße 10 x 8,5 cm)). Es bekam die Inventarnummer 23703. Rechts daneben die zugehörige Karteikarte mit dem Abzug.  Einige Jahre später stellte man offenbar fest, dass das Dia den Anforderungen nicht genügte, und man fertigte ein neues an, diesmal nach der Publikation von Bauch von 1941. Auch diese Publikation nutzte die bereits 1928 verwendete Fotovorlage. Das zu dieser Karteikarte gehörige Dia mit der Inventarnummer 96431 ist allerdings nicht mehr an seinem Platz im entsprechenden Kasten.

Die zweite Familie zeigt die Neuwerkskirche in Goslar: die Fotoquelle rechts aus unserem Fotoarchiv, was auf Dia und Karteikarte mit Foto: H/Sem. gekennzeichnet ist. Das Foto hat die Inventarnummer 519, und trägt auf der Rückseite der Pappe den Seminarstempel Version 5a „Hamburg 1, Kunstgeschichtliches Seminar, Kunsthalle, Fernspr. 32 63 23“ vom Anfang der 1950er Jahre, sowie auf dem Foto den älteren Seminarstempel Version 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“ aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre. Es wurde also in diesem Zeitraum erworben und Anfang der 1950er Jahre auf die Pappe montiert. Daneben liegen das von dem Foto angefertigte Dia und seine Karteikarte mit dem Abzug, versehen mit der Inventarnummer 69342.

Nicht von jedem Foto im Fotoarchiv wurde ein Dia angefertigt, beide Bestände ergänzen sich. Auch im Fall der Neuwerkkirche sind Großdia- und Fotobestand nicht komplett identisch. Bei unseren Kleinbilddias findet sich kein Exemplar mit der Neuwerkkirche.

Bild des Monats: Oktober 2021, aus dem Fotoarchiv

06. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Seminars (Fotogröße 39 x 28,5 cm, auf graue Pappe montiert) zeigt die Westfassade der Kathedrale der französischen Stadt Méaux in der zweiten Hälfte es 19. Jahrhunderts, vermutlich zwischen 1880 und 1890. Das Foto wurde durch Séraphin-Médéric Mieusement angefertigt und trägt die Nr. 13921, unter der es auch bestellt werden konnte. Gut zu sehen sind die Beschädigungen an der Kathedrale, insbesondere an der Südseite, bei der der Turm ohnehin nicht fertiggestellt und durch ein Provisorium ersetzt wurde. Rechts liegen gesicherte Architekturbestandteile. Das Foto ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen von menschenverursachen und natürlichen Einflüssen auf ein Bauwerk ohne beständige denkmalschützerische Bewahrungsmaßnahmen. Die erste größere Restaurierung,v or allem des Chorbereiches und Innenraums, fand zwischen 1839 und 1894 statt.

Heute erstrahlt die Kathedrale in neuem/alten Glanz mit wieder hergestelltem Maßwerkschmuck: Foto auf Wikipedia

Das Fotoobjekt trägt auf der Rückseite die Seminarstempel der 1920er und 1930er Jahre: den ovalen „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“ und (nach Umbenennung der Universität unter den Nationalsozialisten)  neuen Stempel „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“.

Kolberger Dom Innenansicht vor 1945

27. Juli 2021 ankenapp Keine Kommentare

Auf diesem Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße der Fotografie: 15 x 10,5 cm) ist der Blick ins Innere des Doms von Kołobrzeg (=Kolberg) im heutigen Polen zu sehen, mit seiner reichen Ausmalung, die den Backstein verdeckt, und dem Lettner vor dem Chor.

Das Objekt mit der Inventarnummer 976. Das Foto – es handelt sich eigentlich um eine Postkarte des Deutschen Kunstverlages – wurde vermutlich 1940 gemeinsam mit 2767 anderen Postkarten des Verlages zum Thema Architektur, Plastik und Malerei angekauft. Das gesamte Konvolut kostete 278 Reichsmark.

Die Karte ist auf der Rückseite mit dem Seminarstempel 3 „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“, gültig seit 1938,  bestempelt und mit der Inventarnummer gekennzeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Karte aufgeklebt, der alte Stempel ist dadurch nicht mehr sichtbar. Auf der Rückseite der Pappe zeigt sich nun Seminarstempel Nr. 5a „Hamburg 1, Kunstgeschichtliches Seminar, Kunsthalle, Fernspr. 32 63 23“.

Der Dom wurde 1945 bei der Einnahme der damals deutschen Stadt durch die sowjetischen Truppen schwer beschädigt. Das Gewölbe stürzte ein, die Kirche brannte aus. Bis in die 1970er Jahre wurde die Ruine als Militärmuseum genutzt, erst nach der Rückgabe an die katholische Kirche begann der Wiederaufbau. Das heutige Innere ist backsteinsichtig, die Gewölbe geweisst. Viele Kunstwerke überstanden den Krieg zum Glück durch Auslagerung und sind nun am originalen Platz wieder zu bewundern. Der Lettner fehlt: siehe hier eine heutige Aufnahme aus Wikipedia

 

Bild des Monats: Juli 2021, aus dem Fotoarchiv

16. Juli 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Fotogröße 26 x 20 cm), aufgezogen auf Pappe, zeigt die bekannte Petrusstatue im Petersdom in Rom in überraschender und nicht alltäglicher Gewandung: mit päpstlicher Tiara und Chormantel.

Wer die Serie „The Young Pope“ kennt, dem wird das ein Begriff sein – ansonsten nur noch den älteren Mitbürgern (und natürlich den Kunst/Historikern, denn auf alten Gemälden und Statuen kann man die  päpstliche Krone noch sehen). Ansonsten wurde die Tiara in den 1960er Jahren  abgeschafft, mit dem II. Vatikanischen Konzil. NUR die Petrusstatue wird an den beiden Festtagen am 22. 2. und 29.6. weiterhin feierlich gekrönt.

Die Bekleidung von Heiligenstatuen hat eine lange Tradition. Berühmt ist im deutschen Raum vor allem die Schwarze Madonna von Altötting, für die dem liturgischen Fest gemäß Bekleidung angefertigt worden ist.

Unser Fotoobjekt trägt auf der Rückseite zwei Stempel des Seminars, aus dem 1930er und 1950er Jahren. Auf der Vorderseite ist rechts oben die Signatur zu sehen, nach der das Fotoobjekt im Schrank stehend gelagert wurde, und die Nummer der Fotobox, in die es ab den 1950er Jahren umsortiert wurde.

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