Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: Januar 2022, aus dem Diaarchiv

06. Januar 2022 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 10 x 8,5 cm) macht die Diskussion um die Zuschreibung dieses Gemäldes deutlich. Ursprünglich war die „Genuesische Aristokratin“ unter Rubens eingeordnet, wenn auch das Fragezeichen zeigt, dass es Zweifel gab, und Pourbus als Künstler infrage kam. Später erfolgte hier (und auf anderen Dias des Kastens) der Vermerk von anderer Hand „nicht von Rubens“. In diesen Fällen musste das Dia natürlich umsortiert werden: aus dem entsprechenden Kasten von Rubens zu Pourbus, Kasten P 62, wo es sich heute noch befindet.

Das Dia beweist weiterhin, wie lange alte Publikationen als Vorlage benutzt wurden: diesmal ein Jahrbuch von 1929, für ein Ende der 1960er Jahre entstandenes Dia.

Kleindiakasten, 1950er Jahre

06. Oktober 2021 ankenapp Keine Kommentare

Hier zu sehen ist einer unserer ältesten Kleindiakästen mit seinem Inhalt (dieser ist etwas jünger). Die Kästen waren von ihrer Aufmachung her identisch mit den Großdiakästen – nur eben mit anderen Maßen. Die ersten Kleindias wurden an unserem Seminar 1943 beschafft, die nächsten folgen dann in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, wobei es zumeist wertvolle Farbdias waren, die auf Umkehrfilm belichtet worden waren und von Institutionen angekauft wurden. Hier zu sehen sind kleine Glasplattendias in Schwarzweiß.

Im großen Stil wurden Kleindias erst ab den 1960er Jahren von der Fotostelle des Seminars hergestellt. Sie fanden bald in Holzkästen, und diese wiederum in Planschränken Aufstellung. Die alten Pappkästen der Anfangsjahre hatten ausgedient und wurden entsorgt. Am Seminar selbst hatte sich  nur ein einziger erhalten. Dieser hier gezeigte kehrte mit drei anderen und seinem Inhalt aus einer privaten Benutzung zurück.

Bild des Monats: September 2021, aus dem Diaarchiv

01. September 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt zwei Seiten einer Handschrift mit Miniaturen aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Evangeliar aus der Abtei Abdinghof, dass sich in Berlin im Kupferstichkabinett unter der Nummer 78 A.3 befindet. Dargestellt ist die Aussendung der Apostel zur Evangelisierung der Welt, wobei Christus auf der linken Seite die entsprechenden Bibelstellen als große Schriftrollen/Blätter in den Händen hält: erhoben die Aussage „Ego sum ostium per me si quis introierit salvabitur…“ (Johannes 10,9) und in der linken Hand den Aussendungsbefehl „Ite in orbem universum…“ Auf der rechten Seite sind die Apostel mit erwartungsvoll ausgestreckten Händen zu sehen, als ob sie die Reiseorder tatsächlich schriftlich in Empfang nehmen wollten.

Das Dia trägt die Inventarnummer 1261, kam also Anfang der 1920er Jahre in den Bestand. Zuvor scheint es im Besitz eines/einer H. Lober, Staatliche Museen Berlin, gewesen zu sein, wie das Etikett links oben anzeigt. Dort erhielt es wohl auch die erste Beschriftung, auf eben diesem Etikett.  Um wen es sich bei H. Lober handelt, konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Vermutlich dann in Hamburg folgte die zweite Beschriftung unterhalb des Bildfeldes, die mehrfach ergänzt wurde, wohl einmal auch, da die alte deutsche Schreibschrift nicht mehr gelesen werden konnte mit dem Thema „Apostelsendung“. Ganz unten wurde dann noch ein weißer Streifen aufgeklebt mit dem Quellen- oder auch Bildhinweis.

Rechts auf dem Etikett des Seminars befindet sich – durchgestrichen – die alte Signatur „Mb“, und die spätere Einordnung unter „Ottonische Malerei“.

Das Dia befindet sich im Kasten Nr. 91 „Buchmalerei Berlin“ und ist gemeinsam mit den übrigen dortigen Dias digitalisiert und in unserer Datenbank Easy-DB zugänglich.

Kathedrale von Amiens im Schutzmantel

06. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Cathedral of Amiens during WW I

Diese beiden Glasdias (Originalgröße 10 x 8,5 cm) aus dem Dia-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg sind keine Dubletten. Auf dem Dia mit Inventarnummer 107516 sehen wir die südliche Querschiff-Fassade von Amiens im „Normalzustand“, vielleicht in den 1950er Jahren. Das Foto, das als Vorlage des Dias diente, war im Besitz von Professor Wolfgang Schöne, ob es aber auch von ihm selbst fotografiert wurde, ist unbekannt.

Das zweite Bild zeigt die südliche Querschiff-Fassade während des Aufbaus der Kriegssicherung aus Sandsäcken, die 1914 angebracht wurde und die Kathedrale innen und außen vor größeren Zerstörungen bewahrte. Die ersten Sandsäcke sind bereits aufgeschichtet. Aber bis zur Höhe des Gerüstes werden noch weitere folgen. Das Foto, das als Vorlage des Dias diente, wurde bei Foto Marburg angekauft (Nr. 162239) und befindet sich als Fotoabzug auch im Fotoarchiv.

Beide Dias wurden von der Fotostelle des Seminars angefertigt, Inventarnummer 42576 in den 1950er Jahren, Inventarnummer 107516 Mitte der 1960er Jahre.

 

Objekt des Monats: August 2021, aus dem Dia-Archiv

04. August 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) aus dem Dia-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die antike Skulptur eines Kämpfers, aus dem Nationalmuseum in Rom. Wie die silbern umrandete Maske über dem Bildträgerglas zeigt, ist es offenbar ein Produkt der Hamburger Optik- und Foto-Firma A. Krüss – ein entsprechender Firmenaufkleber fehlt oder ist verloren gegangen.

Bevor es in den Bestand der Kunstgeschichte gelangte, war es Teil von zwei anderen Diasammlungen: zunächst der der Oberschulbehörde, wie das teilweise überklebte Etikett auf der rechten oberen Seite zeigt. Die Hamburger Oberschulbehörde besaß ein großes Lichtbildreservoir, aus dem sich die Lehranstalten der Stadt ihre benötigten Materialien ausleihen sollten. Nach dem I. Weltkrieg wurde der Bestand jedoch aufgelöst – erst 1928 das Staatliche Lichtbildamt gegründet, aus dem 1934 die „Landesbildstelle Hansa“ geformt wurde.

Die Lichtbilder der Oberschulbehörde wurden an die neugegründete Universität verteilt, ein Prozess, der trotz Dringlichkeit (für die Lehrveranstaltungen gab es viel zu wenig Lichtbildmaterial!) erst im Frühjahr 1921 abgeschlossen war. Dieses Glasdia ging an das Archäologische Seminar der Universität und erhielt dort die Inventarnummer 555. In späteren Jahren folgten ein runder Aufkleber für die interne Ordnung im Diakasten „Plastik der Kaiserzeit. Männliche und Weibliche Figuren“. Der zweite weiße Aufkleber in der unteren rechten Ecke zeigt an, welche Seite nach oben in den Projektor geschoben werden musste: damit das Dia nicht auf dem Kopf stand, immer unten nach oben!

Mitte der 1960er Jahre stellte das Archäologische Seminar auf Kleinbilddias um. Das Kunstgeschichtliche Seminar übernahm den Bestand – seither befindet sich das Dia in diesem Archiv, in Kasten Nr. A 66. Dieser ist bereits digitalisiert und über die Datenbank Easy-DB und die angeschlossenen Systeme zugänglich.

Bild des Monats: Mai 2021, aus dem Dia-Archiv

04. Mai 2021 ankenapp Keine Kommentare

Wieder einmal eine Skizze von Wolfgang Schöne!

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5×10 cm) reproduziert eine Maßskizze von Wolfgang Schöne aus dem Jahr 1964, angefertigt während einer Frankreichexkursion. Dargestellt ist der Querschnitt eines der Langhauspfeiler der Kathedrale von Autun.

Wie alle Skizzen und Zeichnungen ist auch diese genau datiert und signiert (freundlicherweise für alle nachfolgenden Forscher!). Auf diesem Dia findet sich auch der erste Hinweis, dass die Skizzen in irgendeiner Weise katalogisiert und abgeheftet waren, denn es heißt in der Quellenangabe: 1964, Teil 1. Erhalten hat sich nur ein Ordner im Fotoarchiv.

Der rote Pfeil auf dem Rand zeigt übrigens an, dass das Dia mit dieser Seite nach unten in den Projektor geschoben werden musste (also auf dem Kopf), um richtig auf der Leinwand zu erscheinen. Solche Markierungen in Farbe (oft auch Punkte) erleicherten im (Halb-)Dunkel das Hantieren mit den Dias.

Das 12.000ste Dia ist in der Datenbank!

25. März 2021 ankenapp Keine Kommentare

Hier ist sie, unsere Nummer 12.000! Es handelt sich um ein vom Atelier Franz Rompel in den 1920er Jahren hergestelltes Glasdiapositiv mit der Inventarnummer 486 (links oben zu sehen). Es wurde vom ersten Hamburger Lehrstuhlinhaber, Erwin Panofsky, beschriftet. Zu sehen ist ein Werk aus der Schule Rogiers van der Weydens.

Unsichtbar gemacht

15. Januar 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde 1930 angefertigt, wie die Inventarnummer hier rechts oben im Bild auf dem Aufkleber, zeigt. Es gehört also zu den ältesten Objekten im Bestand des Diaarchivs des Kunstgeschichtlichen Seminars, die noch unter Erwin Panofsky angefertigt wurden. Es war/ist ein Beispiel der Methodik des Vergleichenden Sehens: Das Dia zeigt(e) eine in Kupferstich ausgeführte Madonna Martin Schongauers im rechten Bildfeld, als Vergleich mit der Dreikönigsszene vom Straubinger Altar. Im aufgefundenen Zustand wurde dies lediglich noch durch die Inschrift auf dem Rand des Dias links angezeigt. Das Vergleichsbild selbst war, offensichtlich erst in sehr moderner Zeit, mit einem weißen Blankoetikettaufkleber abgedeckt worden, der noch keinerlei Vergilbungen oder Auflösungserscheinungen zeigte. Erst bei der Platzierung des Dias auf dem Leuchttisch trat ansatzweise das darunter liegende Vergleichsbild zutage.

Der Grund der Abklebung ist unbekannt. Nach der Dokumentation wurde der Aufkleber entfernt und das Dia somit in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Nach Reinigung der linken Seite wird ein nochmaliges Digitalisat angefertigt werden.

Berliner Siegessäule von „Heliofilm“

23. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) enthält das Foto der Siegessäule in Berlin. Es handelt sich um eine Momentaufnahme, wie die in Bewegung befindlichen Personen im unteren Bildfeld zeigen. Das Foto ist außerdem leicht unscharf, genügt kunsthistorischen Ansprüchen also eigentlich nicht. Warum es dennoch Eingang in den Bestand fand, lässt die Inventarnummer „29911“ erahnen: Das Dia wurde etwa 1952 erworben, in den Jahren, da von Wolfgang Schöne mit großem Einsatz trotz geringer Mittel der Ausbau der Sammlung betrieben wurde.

Der Aufkleber auf der Rückseite weist als Hersteller die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Films(!!!) und Lichtbilder m.b.H. Berlin W 30 aus, auch bekannt als „Heliofilm“. Bisher wurde noch ein weiteres Dia dieses Herstellers im Bestand des Diaarchivs gesichtet. Dieses zeigt die Fagus-Werke von Gropius. >>HIER<<

Virtueller Besuch des Dia- und Fotoarchivs 2020

09. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

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