Die Foto- und Diasammlung

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Kleinbilddia mal vier ?!

18. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 10×8,5 cm) aus dem Dia-Archiv überrascht mit einer, beziehungsweise vier, farbigen Abbildungen. Es handelt sich um Monets berühmte „Kathedrale von Rouen“ zu verschiedenen Tageszeiten. Gemälde, die NUR in Farbe ihre Wirkung entfalten. Das Dia erweckt den Eindruck eines Glasplatten-Lichtbildes, denn vorn und hinten befinden sich zwei Glasscheiben, wie bei den ’normalen‘ Großdias. Glasplattendias in Farbe konnte es jedoch nur geben, wenn die Bildträgerplatte von Hand koloriert wurde. Wie ein Blick auf die Rückseite der „Kathedrale“ zeigt, ist das aber nicht der Fall. Vermutlich handelt es sich stattdessen um vier farbige Kleinbilddias (Farb-Umkehrfilm), die mittels Klebestreifen zwischen den Glasplatten befestigt wurden. Die bei Kleinbilddias oft sichtbare Filmperforation auf der Rückseite des Dias fehlt allerdings.

Wie die Aufschrift unten „Abb. Skina, Monet“ zeigt, handelt es sich um eine Reprofotografie aus einem Druckwerk. Das dia trägt die Inventarnummer 70932, stammt also wohl aus den 1960er Jahren. Das letzte handkolorierte Glasdia in unserem Bestand stammt übrigens vom Anfang der 1930er Jahre.

Warum hatte man die vier Kleinbilddias zusammen montiert? Einen Kleinbildprojektor gab es seit 1958, das Dia ist jünger. Grund war wohl, den Vergleich der vier Bilder zu vereinfachen.

Ausstellung „Licht ins Dunkel!“ in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek 4. April bis 23. Juni

27. Februar 2019 ankenapp Keine Kommentare


Statten Sie Glasbildern aus dem 19. Jahrhundert, von Erwin Panofsky beschrifteten Dias, Projektoren mit Petroleumlampen und Kuriositäten aus der Dia-Popkultur einen Besuch ab!

 

Die Diasammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars im Kontext der Zeit

Die Erfindung der Fotografie eröffnete dem bis dahin auf Glas gemalten Unterhaltungsmedium Dia neue Einsatzmöglichkeiten. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Projektion fotografischer Positivbilder auf Glasplatten oder Zelluloidfilm das gesamte Bildungswesen revolutioniert. Firmen wetteiferten in der Herstellung der besten Lichtbilder und zugehörigen Bildwerfer.
Am Kunstgeschichtlichen Seminar der 2019 gegründeten Hamburger Universität trugen Erwin Panofsky und seine Nachfolger Krisenzeiten zum Trotz die größte kunstgeschichtliche Diasammlung Deutschlands
zusammen. Zusammen mit dem noch erhaltenen Schriftgut eröffnet sich ein lebendiger Blick in die Fachgeschichte.

Die Ausstellung zeigt anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Gründung der Universität Hamburg Glasdiapositive und Fotografien aus den Sammlungen des Kunstgeschichtlichen Seminars sowie Kleinbildprojektoren und weitere Medien aus der Privatsammlung Dia-Versum.

Im Ausstellungsraum im Erdgeschoss,
täglich bis Mitternacht geöffnet, der Eintritt ist frei.

Eröffnung der Ausstellung am 3. April um 18 Uhr. Nähere Informationen zum Program finden Sie hier: Flyer-LichtinsDunkel

Bild des Monats Oktober 2018: Adapter für Kleinbilddias

08. Oktober 2018 ankenapp Keine Kommentare

Kleinbilddia im Adapter

Dieses auf 35-mm-Farb-Umkehrfilm fotografierte Dia zeigt ein Bauwerk in Palmyra. Das Dia entstand vermutlich um 1970. Noch ist nicht klar, ob die Inventarnummer 128928 sich lediglich auf den Bestand der Kleinbilddias bezieht, oder den gesamten Diabestand. Letzteres ist jedoch zu vermuten. Das Kleinbilddia befindet sich in einem aus Pappe gefertigten Adapter, der es erlaubte, es in enem Projektor für große Glasdias (Format 8,5×10) zu benutzen. Obwohl es zu dieser Zeit bereits einen Kleinbildprojektor der Marke Leitz Prado am Seminar gab, vereinfachte die Adaptereinstellung doch die Arbeit für den diaschiebenden Helfer. Das Kleinbilddia befindet sich in mit seinem Adapter – in dem es fest eingeklebt war – in einem der üblichen Großdiakästen.

Geballtes Wissen

17. August 2018 ankenapp Keine Kommentare

So sieht es aus, wenn der Inhalt von nur fünf unserer Kleindiaschränke ausgebreitet wird! In diesem Fall ist es die Abteilung KÜNSTLER (Maler, Grafiker, Architekten und Ähnliches). Jedes blaue Schildchen steht für einen Künstlernamen, die anderen Schilder verweisen auf Gattungen und Motive. Das Foto entstand am 16.8.2018.

(Un)schuldig!

26. Juni 2018 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Kleinbilddia (Originalgröße mit Rahmen 5×5 cm) zeigt das „Marx-Engels-Forum“ in Berlin mit den Statuen der beiden Sozialphilosophen vor der Spiegelglasfassade des „Palastes der Republik“. Es stammt aus einer Schenkung, die dem Kunstgeschichtlichen Seminar zum Aussortieren des Brauchbaren überlassen wurde. Auf den ersten Blick scheint diese Privataufnahme ein harmloses touristisches Relikt und – ohne Vergrößerung betrachtet – auch uninteressant, zumal das Gegenlicht für eine relativ starke Abschattung der Figurengruppe sorgt. Am Ende des ersten Blickes rückte daher die Entscheidung ‚Papierkorb‘ in die Nähe.

Interesse weckte dann allerdings der Hinweis auf der Diaschachtel, dass die Aufnahme 1991, also kurz nach der Wiedervereinigung, entstand. Damit fiel die Entscheidung, das Dia und seine übrigen Begleiter quasi als Zeitdokumente zu bewahren und zu digitalisieren. Nach dem Scan und einer kurzen Bearbeitung offenbarte das Dia seine eigentliche Bedeutung als Zeuge der „Wende“ und der kulturellen, aber auch ganz persönlichen Probleme, mit denen sich die ehemaligen Bürger der DDR auseinandersetzen mussten: Auf dem Sockel des Denkmals stand offenbar der Schriftzug „Wir sind unschuldig“, womit wohl gemeint ist, dass die ursprüngliche Philosophie von Marx und Engels an den Entgleisungen im Sozialismus der DDR und der übrigen osteuropäischen Staaten nicht schuld sei. Ein zorniger Bürger (ob aus Ost oder West sei dahingestellt) übersprayte den Satz, so dass er sich nunmehr liest „Wir sind schuldig“. Eine andere (?) Person bemalte auch die Hände und Füße der Marxstatue mit roter Farbe, vermutlich, um die blutigen Hände der sozialistischen Staatsmacht zu versinnbildlichen. Ungeachtet dieser Attacken auf das Denkmal liegen auf dem Sockel neben Friedrich Engels auch einige Blumen.

Der „Palast der Republik“ ist seit langem abgerissen – an seiner Stelle befindet sich der fast fertige Neubau des alten Berliner Stadtschlosses. Das Marx-Engels Denkmal steht noch, wurde jedoch an einen anderen Platz an der Karl-Liebknecht-Straße versetzt.

Bild des Monats: Juni 2018, aus dem Dia-Archiv: der Moskauer Leninprospekt

05. Juni 2018 ankenapp Keine Kommentare

Das Kleinbilddia (Originalgröße 5×5 cm), dessen Bildträger oben zu sehen ist, stammt aus einer Schenkung. Es zeigt den Moskauer Leninprospekt und den Oktoberplatz mit der Leninstatue im Jahr 1987. Das Dia ist Nummer 1 einer Serie von 25 Kleinbilddias, die vom sowjetischen Propagandabüro, Abteilung Kino, herausgegeben wurde. Der Papprahmen jedes Dias ist mit einer kurzen Information zum Dargestellten versehen – andere Serien der gleichen Zeit drucken auch passende patriotische Zitate auf die Rahmen. Damit sind die sowjetischen Touristikdias nicht nur ein Zeugnis heute so nicht mehr anzutreffender Stadtbilder, sondern auch des sowjetischen Selbstverständnisses und der Inszenierung vor der eigenen Bevölkerung, aber auch ausländischen Gästen.

Der originale Bildträger wies einen starken Magentastich auf, konnte jedoch mithilfe der Bildbearbeitung in den hier zu sehenden Zustand rückgeführt werden.

Mini-Ausstellung neu bestückt

29. Mai 2018 ankenapp Keine Kommentare

Die kleine Vitrine im Flur des Kunstgeschichtlichen Seminars ist neu bestückt worden, diesmal mit einer Auswahl an Diaschachteln und -kästen nach dem Motto: Wie kann ich meine Dias am sichersten aufbewahren und wie schnell komme ich von ‚Aufbewahrung‘ zur ‚Projektion‘. Zahlreiche Firmen haben sich bis in die 1990er Jahre darüber Gedanken gemacht.

Die Objekte stammen aus dem Kunstgeschichtlichen Seminar und aus der Sammlung ‚Dia-Versum‘ von A. und J. Napp.