Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats: Januar 2021 – Canaletto „Markusplatz in Venedig“

04. Januar 2021 ankenapp Keine Kommentare

Dieser Fotodruck aus dem Fotoarchiv (größe 24 x 33,5 cm) mit Canalettos Markusplatz ist eines der ältesten Objekte im Bestand. Es gelangte in den 1920er Jahren aus der „Stiftung Prof. Stettiner“ in den Bestand, wie der Stempel auf der Rückseite ausweist. Damals erhielt der Druck seinen ersten Seminar-Eigentumsstempel („Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“). Der zweite runde Eigentumsstempel kam in den 1950er Jahren hinzu.

Auf der Vorderseite rechts oben trägt der Fotodruck die Signatur G/J. Inventarnummern wurden damals noch keine vergeben. Rechts unten befindet sich die Nummer der Fotobox: 6989 – Italien / Barock, Künstler Ca-Ci. Offenbar diente der Druck als Abbildungsvorlage, denn unter dem Bild ist prominent ein Reproduktionshinweis vermerkt „Mit Rahmen!“

Ansonsten scheint der Fotodruck für viele Jahre ein trauriges Schicksal gehabt zu haben: die starke Vergilbung und der Knick am rechten Rand zeigen, dass er wohl recht achtlos in einem Regal abgelagert wurde, wo er aus einem Stapel Papiere heraus ragte. Wann er seinen Weg zurück ins Fotoarchiv fand, wo 2020 der kleine Riss rechts oben repariert wurde, ist nicht bekannt.

Berliner Siegessäule von „Heliofilm“

23. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) enthält das Foto der Siegessäule in Berlin. Es handelt sich um eine Momentaufnahme, wie die in Bewegung befindlichen Personen im unteren Bildfeld zeigen. Das Foto ist außerdem leicht unscharf, genügt kunsthistorischen Ansprüchen also eigentlich nicht. Warum es dennoch Eingang in den Bestand fand, lässt die Inventarnummer „29911“ erahnen: Das Dia wurde etwa 1952 erworben, in den Jahren, da von Wolfgang Schöne mit großem Einsatz trotz geringer Mittel der Ausbau der Sammlung betrieben wurde.

Der Aufkleber auf der Rückseite weist als Hersteller die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Films(!!!) und Lichtbilder m.b.H. Berlin W 30 aus, auch bekannt als „Heliofilm“. Bisher wurde noch ein weiteres Dia dieses Herstellers im Bestand des Diaarchivs gesichtet. Dieses zeigt die Fagus-Werke von Gropius. >>HIER<<

Virtueller Besuch des Dia- und Fotoarchivs 2020

09. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

Bild des Monats Juli: aus dem Fotoarchiv.Maschinen in der Kirche

17. Juli 2020 ankenapp Keine Kommentare

St-Martin-des-Champs Innenraum mit Ausstellungsstücken

Diese beiden Fotoobjekte zeigen den Innenraum der alten Cluniazenserkirche St-Martin-des-Champs in Paris, seit der Französischen Revolution und der Aufhebung des Klosters Ausstellungsraum des Musée des arts et métiers. Das erste Fotoobjekt ist nur die linke Seite einer Pappe mit zwei Aufnahmen des Innenraums. Es kam in den 1920er Jahren an das Seminar und trägt auf der Rückseite den runden Stempel mit Hamburgwappen und der Umschrift „Kunstgeschichtliches Seminar der Hamburgischen Universität“. Das zweite Fotoobjekt stammt aus dem Reservoir von Foto Marburg (Nummer unten rechts) und wurde in den 1950er Jahren in den Bestand eingegliedert.

Auf beiden Aufnahmen sind gut die technischen Geräte zu sehen. Im Kirchenraum erinnern sie an die antiklerikale Kunst des frühen sowjetischen Konstruktivisten Wladimir Krinski – hier eines der Werke, abgebildet in einem antisowjetischen Bildband des Jahres 1929:

Eine Rekonstruktion durch Erwin Panofsky

21. Januar 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5×10 cm) zeigt eine Rekonstruktion der ursprünglichen Fassade der südfranzösischen Abteikirche Saint Gilles von der Hand Erwin Panofskys, erster Lehrstuhlinhaber am Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminar. Das Dia wurde von den „Optisch-Mechanischen Werkstätten A. Krüss“ hergestellt und von Panofsky auch beschriftet. Verwendung fand es in der Vorlesung über die Gotik 1930.

10.000 Glasdias online!

13. Dezember 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Hamburger Atelier „Dr. Max Wagner“ mit einem Foto der Madonna aus Krumau ist das 10.000ste Digitalisat, das in die Datenbank Easy-DB geladen werden konnte. Ein Dank geht an die Hilfskräfte und unsere Fotografin, die seit 2016 tatkräftig mitgeholfen haben, diesen Meilenstein zu erreichen.

Schattenbild mit Forschungsdiskussion

27. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße 24,5×19,5 cm) zeigt eine Verkündigung im Dom von Volterra. Der aus einem unbekannten Atelier stammende Albuminabzug ist auf Karton aufgezogen. Während der Künstler hier noch als „unbekannt“ verzeichnet ist, wurde von den späteren Benutzern des Fotoobjekts „Albertinelli“ zunächst auf das Foto, und schließlich „Mariotto Albertinelli“ auf den Karton geschrieben. Die links und rechts über dem Bild stehenden Ziffern sind nicht zuzuordnen. Rechts oben in der Ecke steht die Nummer der Fotobox: 6780 (Malerei Italien, 16. Jhd., A-B) und die Signatur J/G.

Unten rechts auf dem Karton fordert der Hinweis „wenden!“ auf, das Fotoobjekt auf die Rückseite zu drehen. Dort finden wir drei Stempel des Kunstgeschichtlichen Seminars, die nach einander in Gebrauch waren: der älteste längsovale „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“, der seit der Umbenennung der Universität 1935 übliche „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“ (2 mal) und schließlich mittig den ab den 1950er Jahren benutzten runden „Kunstgeschichtliches Seminar. Universität Hamburg“.

Dahinter wird der doppelte Abdruck des darunter liegenden Fotoobjekts sichtbar: eine in Florenz befindliche Verkündigung aus dem Atelier Anderson, Rom. Die betreffende Fotografie befindet sich heute nicht mehr hinter Albertinelli. Der Abdruck verweist also auf einen früheren Sammlungszusammenhang, der durch Umsortierung oder Aussortierung zerstört wurde. Eine längere Forschungsdiskussion mit Hinweisen auf Vergleichswerke zieht sich über die Rückseite des Kartons und den Abdruck. Die Lage der Stempel legt nahe, dass die Schrift vor Anbringung der zwei Stempel „Hansische Universität“, auf jeden Fall aber vor dem Rundstempel der 1950er Jahre verfasst wurde. Es handelt sich jedoch  nicht um einen Autograph von Panofsky oder Wilhelm-Kästner.

Objekt des Monats: November 2019, aus dem Dia-Archiv

01. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde 1930 angefertigt und in den Bestand eingegliedert, wie die Inventarnummer auf dem Etikett oben rechts zeigt. Abgebildet sind vier Tondi mit Zeichnungen Albrecht Dürers aus der Kunsthalle Bremen mit den „Arbeiten des Herkules“ – so das Schild links. Dieses Lichtbild besticht weniger durch seine Qualität, als durch die Präsentation, die aus ihm geradezu ein Gesamtkunstwerk macht: die Abklebungen bilden ein Kreuz, zwischen dessen Armen die leicht sepiafarbenen Tondi sitzen, während der „Marmeladenglasaufkleber“ in der Mitte das Entstehungsdatum der Zeichnungen (1506-1510) kundtut. Auf den ersten Blick wird der Betrachter an ein christliches Objekt, vielleicht ein Reliquienkästchen erinnert. Bei der Projektion des Dias wären natürlich nur die vier Tondi auf weißem Hintergrund sichtbar.

Ein Dia aus der Hamburger Kunsthalle

13. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 19 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die „Madonna del Candelabro“ von Michelangelo. Der handgeschriebenen Nummer rechts oben im Bild nach könnte es sich um eine Aufnahme des Verlages Dr. Franz Stoedtner handeln, doch fehlt der Firmenaufkleber. Der Hersteller müsste anhand eines Firmenkatalogs identifiziert werden. Gleich mehrfach ist das Dia mit Eigentumsstempel der Kunsthalle gekennzeichnet. Links im Bild auf dem überklebten Schild war zu lesen „Kunsthalle Hamburg“, die alte Bezeichnung des Museums. Daneben ist noch der Rote Siegelstempel der Kunsthalle zu sehen. Wohl in den 1950er Jahren wurde die Bezeichnung in „Hamburger Kunsthalle“ geändert und das Dia neu bestempelt.

1950 wurden die bis dahin gemeinsam mit den Dias der Kunsthallte aufgestellten Lichtbilder des Seminars von ersteren getrennt und in eine neue Ordnung gebracht. Kunsthallendubletten, die im Seminar verbleiben sollten, mussten mit dem Seminaretikett versehen werden und der Kunsthallenstempel durchgestrichen. Bei diesem Dia ist das nicht der Fall. Entweder wurde es vergessen oder blieb „unerlaubt“ im Seminarbestand zurück.

Geisterbilder

21. Mai 2019 ankenapp Keine Kommentare

Liegen Fotografien lange genug eng zusammen mit anderen (Foto-)pappen, werden durch chemische Prozesse sogenannte Geisterbilder auf der Rückseite des oben liegenden Kartons erzeugt. Dabei handelt es sich ebenfalls um Positivbilder.

Diese Abdrücke können sammlungsgeschichtlich von großem Interesse werden, da sie Auskunft über alte Ordnungssysteme geben können – dann nämlich, wenn der Abdruck auf der Rückseite nicht mehr dem folgenden Bild entspricht.

Diese beiden Exemplare aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg haben noch ihre „Partner“.

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