Die Foto- und Diasammlung

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Bild des Monats Juli: aus dem Fotoarchiv.Maschinen in der Kirche

17. Juli 2020 ankenapp Keine Kommentare

St-Martin-des-Champs Innenraum mit Ausstellungsstücken

Diese beiden Fotoobjekte zeigen den Innenraum der alten Cluniazenserkirche St-Martin-des-Champs in Paris, seit der Französischen Revolution und der Aufhebung des Klosters Ausstellungsraum des Musée des arts et métiers. Das erste Fotoobjekt ist nur die linke Seite einer Pappe mit zwei Aufnahmen des Innenraums. Es kam in den 1920er Jahren an das Seminar und trägt auf der Rückseite den runden Stempel mit Hamburgwappen und der Umschrift „Kunstgeschichtliches Seminar der Hamburgischen Universität“. Das zweite Fotoobjekt stammt aus dem Reservoir von Foto Marburg (Nummer unten rechts) und wurde in den 1950er Jahren in den Bestand eingegliedert.

Auf beiden Aufnahmen sind gut die technischen Geräte zu sehen. Im Kirchenraum erinnern sie an die antiklerikale Kunst des frühen sowjetischen Konstruktivisten Wladimir Krinski – hier eines der Werke, abgebildet in einem antisowjetischen Bildband des Jahres 1929:

Eine Rekonstruktion durch Erwin Panofsky

21. Januar 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5×10 cm) zeigt eine Rekonstruktion der ursprünglichen Fassade der südfranzösischen Abteikirche Saint Gilles von der Hand Erwin Panofskys, erster Lehrstuhlinhaber am Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminar. Das Dia wurde von den „Optisch-Mechanischen Werkstätten A. Krüss“ hergestellt und von Panofsky auch beschriftet. Verwendung fand es in der Vorlesung über die Gotik 1930.

10.000 Glasdias online!

13. Dezember 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Hamburger Atelier „Dr. Max Wagner“ mit einem Foto der Madonna aus Krumau ist das 10.000ste Digitalisat, das in die Datenbank Easy-DB geladen werden konnte. Ein Dank geht an die Hilfskräfte und unsere Fotografin, die seit 2016 tatkräftig mitgeholfen haben, diesen Meilenstein zu erreichen.

Schattenbild mit Forschungsdiskussion

27. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Fotoobjekt aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars (Originalgröße 24,5×19,5 cm) zeigt eine Verkündigung im Dom von Volterra. Der aus einem unbekannten Atelier stammende Albuminabzug ist auf Karton aufgezogen. Während der Künstler hier noch als „unbekannt“ verzeichnet ist, wurde von den späteren Benutzern des Fotoobjekts „Albertinelli“ zunächst auf das Foto, und schließlich „Mariotto Albertinelli“ auf den Karton geschrieben. Die links und rechts über dem Bild stehenden Ziffern sind nicht zuzuordnen. Rechts oben in der Ecke steht die Nummer der Fotobox: 6780 (Malerei Italien, 16. Jhd., A-B) und die Signatur J/G.

Unten rechts auf dem Karton fordert der Hinweis „wenden!“ auf, das Fotoobjekt auf die Rückseite zu drehen. Dort finden wir drei Stempel des Kunstgeschichtlichen Seminars, die nach einander in Gebrauch waren: der älteste längsovale „Kunsthistorisches Seminar der Hamburgischen Universität“, der seit der Umbenennung der Universität 1935 übliche „Kunsthistorisches Seminar der Hansischen Universität“ (2 mal) und schließlich mittig den ab den 1950er Jahren benutzten runden „Kunstgeschichtliches Seminar. Universität Hamburg“.

Dahinter wird der doppelte Abdruck des darunter liegenden Fotoobjekts sichtbar: eine in Florenz befindliche Verkündigung aus dem Atelier Anderson, Rom. Die betreffende Fotografie befindet sich heute nicht mehr hinter Albertinelli. Der Abdruck verweist also auf einen früheren Sammlungszusammenhang, der durch Umsortierung oder Aussortierung zerstört wurde. Eine längere Forschungsdiskussion mit Hinweisen auf Vergleichswerke zieht sich über die Rückseite des Kartons und den Abdruck. Die Lage der Stempel legt nahe, dass die Schrift vor Anbringung der zwei Stempel „Hansische Universität“, auf jeden Fall aber vor dem Rundstempel der 1950er Jahre verfasst wurde. Es handelt sich jedoch  nicht um einen Autograph von Panofsky oder Wilhelm-Kästner.

Objekt des Monats: November 2019, aus dem Dia-Archiv

01. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde 1930 angefertigt und in den Bestand eingegliedert, wie die Inventarnummer auf dem Etikett oben rechts zeigt. Abgebildet sind vier Tondi mit Zeichnungen Albrecht Dürers aus der Kunsthalle Bremen mit den „Arbeiten des Herkules“ – so das Schild links. Dieses Lichtbild besticht weniger durch seine Qualität, als durch die Präsentation, die aus ihm geradezu ein Gesamtkunstwerk macht: die Abklebungen bilden ein Kreuz, zwischen dessen Armen die leicht sepiafarbenen Tondi sitzen, während der „Marmeladenglasaufkleber“ in der Mitte das Entstehungsdatum der Zeichnungen (1506-1510) kundtut. Auf den ersten Blick wird der Betrachter an ein christliches Objekt, vielleicht ein Reliquienkästchen erinnert. Bei der Projektion des Dias wären natürlich nur die vier Tondi auf weißem Hintergrund sichtbar.

Ein Dia aus der Hamburger Kunsthalle

13. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 19 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die „Madonna del Candelabro“ von Michelangelo. Der handgeschriebenen Nummer rechts oben im Bild nach könnte es sich um eine Aufnahme des Verlages Dr. Franz Stoedtner handeln, doch fehlt der Firmenaufkleber. Der Hersteller müsste anhand eines Firmenkatalogs identifiziert werden. Gleich mehrfach ist das Dia mit Eigentumsstempel der Kunsthalle gekennzeichnet. Links im Bild auf dem überklebten Schild war zu lesen „Kunsthalle Hamburg“, die alte Bezeichnung des Museums. Daneben ist noch der Rote Siegelstempel der Kunsthalle zu sehen. Wohl in den 1950er Jahren wurde die Bezeichnung in „Hamburger Kunsthalle“ geändert und das Dia neu bestempelt.

1950 wurden die bis dahin gemeinsam mit den Dias der Kunsthallte aufgestellten Lichtbilder des Seminars von ersteren getrennt und in eine neue Ordnung gebracht. Kunsthallendubletten, die im Seminar verbleiben sollten, mussten mit dem Seminaretikett versehen werden und der Kunsthallenstempel durchgestrichen. Bei diesem Dia ist das nicht der Fall. Entweder wurde es vergessen oder blieb „unerlaubt“ im Seminarbestand zurück.

Geisterbilder

21. Mai 2019 ankenapp Keine Kommentare

Liegen Fotografien lange genug eng zusammen mit anderen (Foto-)pappen, werden durch chemische Prozesse sogenannte Geisterbilder auf der Rückseite des oben liegenden Kartons erzeugt. Dabei handelt es sich ebenfalls um Positivbilder.

Diese Abdrücke können sammlungsgeschichtlich von großem Interesse werden, da sie Auskunft über alte Ordnungssysteme geben können – dann nämlich, wenn der Abdruck auf der Rückseite nicht mehr dem folgenden Bild entspricht.

Diese beiden Exemplare aus dem Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars Hamburg haben noch ihre „Partner“.

Bild des Monats: Mai 2019, aus dem Dia-Archiv

02. Mai 2019 ankenapp Keine Kommentare

Diese beiden Glasdias (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Dia-Archiv zeigen zwei Tondi von Filippino Lippi. Das erste Dia wurde im Verlag Franz Stoedtner wohl nach Fotografie des Originals hergestellt, wie an der Sepiatönung und der Nummer auf dem Beschriftungsetikett (hier rechts) zu erkennen ist, auch wenn das Firmenetikett links vom Seminaraufkleber verdeckt wird. Das Dia wurde Ende der 1920er Jahre erworben und trägt die Inventarnummer 8355. Zu sehen ist der Erzengel Gabriel aus den Verkündigungstondi in San Gimignano.

Das zweite Dia zeigt eine Geburt Christi in einer europäischen Landschaft. Es trägt die Inventarnummer 57912 und wurde in den 1950er Jahren vom Fotografen des Kunstgeschichtlichen Seminars nach einer Buchvorlage angefertigt, deren Titel unten auf dem Rahmen vermerkt ist.

Beide Dias zeichnen sich durch ihre auffällige Maske aus, die sich der Form des Tondo anpasst: bei dem Stoedtner-Dia ist diese aufwendig aus schwarzen Abdeckstreifen aus Papier geklebt und dient auch dem Abstandhalten des Deckglases vom Bildträger. Bei Dias, auf deren Deckgläsern sich innen Schimmel gebildelt hat (hier nicht), ist diese Maske oft die Rettung des Bildträgers. Bei dem zweiten Dia sind die Sparmaßnahmen, die aufgrund der großen Anzahl herzustellender Dias nötig waren, deutlich zu sehen: die Maske ist nur noch gemalt, der Abstandhaltung hilft sie nicht. In beiden Fällen verdecken die Masken die Rahmen. Bei der Projektion ’schwebten‘ beide Tondi auf schwarzem Hintergrund; die rote Abdeckfarbe ist nur in der Diaansicht zu sehen.

Vernetzte Fotoobjekte

24. April 2019 ankenapp Keine Kommentare

Diese auf Karton montierte Fotografie der berühmten Oberkirche von S. Francesco in Assisi (Originalgröße: 25,5×20 cm) aus dem Atelier Bencini e Sansoni in Florenz scheint auf den ersten Blick nichts Besonderes zu zeigen. Der Karton trägt die Inventarnummer 15660 (oben links)  – das Foto wurde also 1953 erworben, wie das zugehörige Inventarbuch sagt. Auf der Rückseite ist er mit dem damals üblichen Rundstempel „Kunstgeschichtliches Seminar. Universität Hamburg“ bestempelt. Interessant ist jedoch der handgeschriebene Hinweis unten auf dem Karton. Hier heißt es nämlich “ Das mittlere Chorfenster (das in dem Foto zugehängt zu sehen war) durch Retusche ‚geöffnet'“. Als Verantwortlicher dieser Maßnahme ist Professor Wolfgang Schöne auszumachen, der die Pappe mit Schöne I, 54 (Januar 1954) signierte.

Links unten wird schließlich noch vermerkt, dass zu dem Motiv drei Dias existieren. Zwei  der Dias konnten noch aufgefunden werden, darunter das hier abgebildete (Originalgröße 8,5×10 cm) mit der Inventarnummer 33139, auf dem als Quelle auch das Fotoarchiv angegeben ist. Das Dia zeigt den Originalzustand der Fotografie, ohne das ‚geöffnete‘ Fenster.

Ein originaler Fotoabzug oder ein Negativ existieren nicht mehr. Die beiden Fotoobjekte sind ein gutes Beispiel für den Umgang mit Bildmaterial, das für die kunstgeschichtliche Lehre angepasst werden musste, falls die gewünschte Ansicht nicht verfügbar war. In der Tat existieren vom Chor in S. Francesco nur noch ältere Fotos und Dias, bei denen das Mittelfenster durch das große Triumphkreuz ‚verstellt‘ ist.

Wieder zu Hause!

16. April 2019 ankenapp Keine Kommentare

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Licht ins Dunkel!“ am 3. April wurden vier von Panofsky beschriftete Dias zurück gebracht, die damals vor der großen „Entsammlungsaktion“ 1998 mitgenommen und somit gerettet worden waren. Vielen Dank auch an dieser Stelle an den Schenker!

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