Die Foto- und Diasammlung

custom header picture

Drucktechnik und Fotografie

25. April 2020 ankenapp Keine Kommentare

Diese drei Großdias (Originalgröße 8,5 x 10 cm) zeigen das Innere der Kirche von Les-Aix-d’Angillon. Alle drei Dias stammen aus den 1960er Jahren, wobei das erste mit Inventarnummer 94061 das Älteste ist. Bei den beiden ersten sind die Bilder aus Büchern abfotografiert, und es handelt sich beide male um das selbe Ursprungsfoto: auf Dia 1 aus einer Zeitschriften-Publikation von 1931, auf Dia 2 in leicht besserer Qualität aus einer Monographie von 1932. Das letzte Dia mit fast dem gleichen Blickwinkel ist aus einer Originalfotografie entstanden, die ein Doktorand am Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminar mit eigener Kamera angefertigt hatte.

Die drei Exemplare zeigen, wie die schlechte Druckqualität die Originalfotos beeinflusste. Dennoch gab es bis zur Aufnahme von Christian Tümpel offenbar kein anderes Bildmaterial, auf das zurück gegriffen werden konnte. Noch Mitte der 1960er Jahre musste man sich mit schlechten, dreissig Jahre alten Bildern aus Druckwerken begnügen, auf denen die Tiefenwerte und Graustufen so gut wie abhanden gekommen sind und die ein Raster überzieht – was bei der Projektion enorm auffiel.

10.000 Glasdias online!

13. Dezember 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Hamburger Atelier „Dr. Max Wagner“ mit einem Foto der Madonna aus Krumau ist das 10.000ste Digitalisat, das in die Datenbank Easy-DB geladen werden konnte. Ein Dank geht an die Hilfskräfte und unsere Fotografin, die seit 2016 tatkräftig mitgeholfen haben, diesen Meilenstein zu erreichen.

Objekt des Monats: November 2019, aus dem Dia-Archiv

01. November 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde 1930 angefertigt und in den Bestand eingegliedert, wie die Inventarnummer auf dem Etikett oben rechts zeigt. Abgebildet sind vier Tondi mit Zeichnungen Albrecht Dürers aus der Kunsthalle Bremen mit den „Arbeiten des Herkules“ – so das Schild links. Dieses Lichtbild besticht weniger durch seine Qualität, als durch die Präsentation, die aus ihm geradezu ein Gesamtkunstwerk macht: die Abklebungen bilden ein Kreuz, zwischen dessen Armen die leicht sepiafarbenen Tondi sitzen, während der „Marmeladenglasaufkleber“ in der Mitte das Entstehungsdatum der Zeichnungen (1506-1510) kundtut. Auf den ersten Blick wird der Betrachter an ein christliches Objekt, vielleicht ein Reliquienkästchen erinnert. Bei der Projektion des Dias wären natürlich nur die vier Tondi auf weißem Hintergrund sichtbar.

Blumenrabatten in der DDR

14. Oktober 2019 ankenapp Keine Kommentare

Kulturpalast Dresden

Kulturpalast Dresden

Auf diesem Foto aus den 1960er Jahren, das aus der Kleinbilddia-Abteilung DDR Kunst und Architektur stammt (Originalgröße des Dias  5×5 cm, hier ohne Rahmen) ist der Kulturpalast in Dresden vom Altmarkt aus zu sehen. Das bestimmendste Element war für den Fotografen aber eher die prachtvolle Blumenrabatte im Vordergrund. Auf zahlreichen Fotos aus DDR-Zeiten fallen üppige Blumenarrangements auf, auch in dieser Diaserie über das moderne Dresden. Sie bieten einen Kontrast zu den  meist eher farblos-grauen Bauten. Sie zeigen aber auch die Mühe (und das Geld), dass trotz „Mangelwirtschaft“ auf die Gestaltung eines lebenswerten Umfeldes mit Grün- und Blühanlagen verwendet wurde. War kein Platz für großräumige Anlagen, standen zumindest Betonschalen mit Bepflanzung an öffentlichen Plätzen.

Dresden, Blumenrabatte

Eine Straße in Dresden mit typischer DDR Bebauung Ende 1950er und Anfang 1960er Jahre.

Leider sind viele dieser Pflanzkübel und Rabatten nach der Wende verwahrlost oder entfernt worden, um Parkplätzen Raum zu schaffen. So legen nur noch alte Fotos und Dias Zeugnis ab von diesem vergänglichen Element der Stadtgestaltung. Im Falle Dresdens wurden rings um den Altmarkt Gebäude errichtet, die an das historische Stadtbild anschließen.

Das Areal vor dem Kulturpalast heute

 

Die Kopie von der Kopie

05. September 2019 ankenapp Keine Kommentare

Querfurt, Schlosskirche, GrabmalQuerfurt, Schlosskirche, Grabmal

Diese drei Bilder zeigen das Grabmal des Gebhard von Querfurt in der Querfurter Schlosskirche. Sie illustrieren die Vernetzung mehrerer Reproduktionen. An erster Stelle steht das Glasdia oben (Originalgröße 8,5 x 10 cm). Es wurde von der Staatlichen Bildstelle Berlin (Signet links oben) Mitte der 1920er Jahre nach Fotografie des Originals hergestellt. Die Inventarnummer auf dem Seminaretikett (oben rechts) zeigt, dass das Dia unter Erwin Panofsky in den Bestand kam.

Die zweite Abbildung zeigt ein Objekt aus dem Fotoarchiv (Originalgröße ohne Pappe 23 x 33 cm) Es handelt sich um ein Druckwerk, vermutlich Kupfertiefdruck, dessen Fotogrundlage ebenfalls von der Staatlichen Bildstelle stammt. Das Fotoobjekt wurde, wie der rückseiteige Stempel mit Adresse des Seminars zeigt, vor 1968 in den Bestand eingegliedert. Das zugrundeliegende Foto der Staatlichen Bildstelle ist jedoch in beiden Fällen nicht identisch, wie genaues Hinsehen offenbart. Das Dia ist leicht obersichtig und der Hintergrund wohl zusätzlich retuschiert.

Das dritte Bild zeigt ein Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm), das vom Foto der Staatlichen Bildstelle angefertigt wurde, wie die Bildunterschrift oben zeigt. Das Dia entstand laut Inventarnummer in den 1950er Jahren – und somit ist auch der Zugangszeitraum des Grabmaldruckes eingeengt. Es scheint, dass das Originaldia aus den 1920er Jahren wegen der Abschattung links am Sockel für ungenügend gehalten wurde.

Alle drei Medien wurden – natürlich – noch einmal für diesen Artikel kopiert, die beiden Dias mit Digitalkamera und Leuchttisch, der Druck auf dem Scanner.

Bild des Monats: August 2019, aus dem Diaarchiv

02. August 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) wurde in den späten 1960er Jahren von der Fotostelle des Seminars angefertigt. Als Vorlage diente eine Zeichnung von Wolfgang Schöne – und zwar aus dem Jahr 1929, wie die Signatur zeigt. Lange vor seiner Hamburger Professorenzeit hielt Schöne also bereits Baudetails zeichnerisch fest. Im Bestand befinden sich noch weitere Dias nach Vorlagen von 1929, die meisten Schöne-Zeichnungen stammen jedoch aus Exkursionen der 1950er Jahre.

Kleinbilddia mal vier ?!

18. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großbilddia (Originalgröße 10×8,5 cm) aus dem Dia-Archiv überrascht mit einer, beziehungsweise vier, farbigen Abbildungen. Es handelt sich um Monets berühmte „Kathedrale von Rouen“ zu verschiedenen Tageszeiten. Gemälde, die NUR in Farbe ihre Wirkung entfalten. Das Dia erweckt den Eindruck eines Glasplatten-Lichtbildes, denn vorn und hinten befinden sich zwei Glasscheiben, wie bei den ’normalen‘ Großdias. Glasplattendias in Farbe konnte es jedoch nur geben, wenn die Bildträgerplatte von Hand koloriert wurde. Wie ein Blick auf die Rückseite der „Kathedrale“ zeigt, ist das aber nicht der Fall. Vermutlich handelt es sich stattdessen um vier farbige Kleinbilddias (Farb-Umkehrfilm), die mittels Klebestreifen zwischen den Glasplatten befestigt wurden. Die bei Kleinbilddias oft sichtbare Filmperforation auf der Rückseite des Dias fehlt allerdings.

Wie die Aufschrift unten „Abb. Skina, Monet“ zeigt, handelt es sich um eine Reprofotografie aus einem Druckwerk. Das dia trägt die Inventarnummer 70932, stammt also wohl aus den 1960er Jahren. Das letzte handkolorierte Glasdia in unserem Bestand stammt übrigens vom Anfang der 1930er Jahre.

Warum hatte man die vier Kleinbilddias zusammen montiert? Einen Kleinbildprojektor gab es seit 1958, das Dia ist jünger. Grund war wohl, den Vergleich der vier Bilder zu vereinfachen.

Ein Dia aus der Hamburger Kunsthalle

13. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5 x 19 cm) aus dem Diaarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars zeigt die „Madonna del Candelabro“ von Michelangelo. Der handgeschriebenen Nummer rechts oben im Bild nach könnte es sich um eine Aufnahme des Verlages Dr. Franz Stoedtner handeln, doch fehlt der Firmenaufkleber. Der Hersteller müsste anhand eines Firmenkatalogs identifiziert werden. Gleich mehrfach ist das Dia mit Eigentumsstempel der Kunsthalle gekennzeichnet. Links im Bild auf dem überklebten Schild war zu lesen „Kunsthalle Hamburg“, die alte Bezeichnung des Museums. Daneben ist noch der Rote Siegelstempel der Kunsthalle zu sehen. Wohl in den 1950er Jahren wurde die Bezeichnung in „Hamburger Kunsthalle“ geändert und das Dia neu bestempelt.

1950 wurden die bis dahin gemeinsam mit den Dias der Kunsthallte aufgestellten Lichtbilder des Seminars von ersteren getrennt und in eine neue Ordnung gebracht. Kunsthallendubletten, die im Seminar verbleiben sollten, mussten mit dem Seminaretikett versehen werden und der Kunsthallenstempel durchgestrichen. Bei diesem Dia ist das nicht der Fall. Entweder wurde es vergessen oder blieb „unerlaubt“ im Seminarbestand zurück.

Bild des Monats Juni: Aus dem Diaarchiv – Der „Nottimo-Platz“ in Bologna

07. Juni 2019 ankenapp Keine Kommentare

Bologna, Nottimo-Platz, Piazza Nettuno

Bologna, Nottimo-Platz

Dieses Einglasdia (Originalgröße 8,5×8,5 cm) gehört zwar nicht zum alten Kernbestand des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg, soll aber aufgrund mehrerer interessanter Aspekte doch näher betrachtet werden!

Anders als Dias im universitären Bereich sonst (etwa aus den Verlagen Seemann oder Stoedtner) besteht dieses Exemplar lediglich aus dem Bildträger, auf den der Titel in drei Sprachen mit belichtet wurde. Durch das fehlende Deckglas und die fehlende Umklebung ist das Dia leichter, war billiger – aber auch anfälliger für Kratzer auf der Bildplatte.

Schon auf den ersten Blick erweist sich der Unterschied dieses aus einer Reihe des „Projection für Alle“ stammenden Verlages im Vergleich mit dem üblichen Kunsthistorikerdia: es sind viele Menschen im Bild, und dies nicht als Staffagefiguren oder zum Größenvergleich der Architektur. Die Gebäude (rechts der Palazzo Comunale) stehen nicht im Mittelpunkt der Aufnahme. Gezeigt wird hier eine „typische Szene“ der Stadt, inklusive des Imbisskioskes (?) rechts, wie sie der Besucher von Stadt und Platz wohl täglich öfters erleben konnte. Der Betrachter des Dias wurde damit hineingenommen in die Momentaufnahme mitten in Bologna und sah, was er als tatsächlicher Tourist dort sehen würde.

Interessant ist der Titel des  Dias „Bologna, Nottimo Platz“. Einen Platz solchen Namens gibt es in Bologna nicht. Statt dessen aber einen „Nettuno Platz“, benannt nach dem Neptunbrunnen, der hier auf dem Bild nur im Hintergrund zu erahnen ist. Hier hat sich offensichtlich der Hersteller der Umschrift versehen. Den falschen Namen tragen nicht nur alle Ausgaben der Serie, sondern er findet sich auch im Begleitheft mit den Vortragstexten.

 

Bild des Monats: März 2019, aus dem Diaarchiv

12. März 2019 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Glasdia (Originalgröße 8,5×10 cm) aus dem Diaarchiv des Hamburger Kunstgeschichtlichen Seminars wurde von den „Archives photographiques“ in Paris hergestellt, wie das Etikett links anzeigt. Auch die Beschriftung ist auf Französisch: Versailles, Jar(din) – Cascade de l’allee d’eau – Girardon, nymphe (Trocadero). Dieses von Girardon geschaffene Relief, dass sich ursprünglich in Versailles befunden hatte, war offenbar zur Zeit der Aufnahme des Fotos im Pariser Trocadéro aufgestellt. Das Gebäude beherbergte von 1887 bis 1937 das „Musée de la sculpture comparée“. Die Inventarnummer des Diapositivs lautet 6928 – es kam also in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre nach Hamburg. Hier wurde es zu einem unbekannten Zeitpunkt auf dem Deckglas ziemlich unordentlich mit schwarzem U-Form-Klebestreifen beklebt. Was störte, offenbart ein Blick auf die Rückseite des Dias: hier sieht man, dass nicht nur dieses Relief sondern darüber noch weitere angeschnitten sichtbar waren. Unter dem Relief befand sich ein handgeschriebener Titel „Versailles parc, nymphes par Girardon“. Die nachträgliche Abklebung sorgt für eine Konzentration auf den Gegenstand des Dias, lässt aber den Kontext des Museums verschwinden, so dass der Benutzer des Dias annehmen konnte, das Foto sei im Park von Versailles entstanden.

Seite 1 von 2