Die Foto- und Diasammlung

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Berliner Siegessäule von „Heliofilm“

23. November 2020 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Großdia (Originalgröße 8,5 x 10 cm) enthält das Foto der Siegessäule in Berlin. Es handelt sich um eine Momentaufnahme, wie die in Bewegung befindlichen Personen im unteren Bildfeld zeigen. Das Foto ist außerdem leicht unscharf, genügt kunsthistorischen Ansprüchen also eigentlich nicht. Warum es dennoch Eingang in den Bestand fand, lässt die Inventarnummer „29911“ erahnen: Das Dia wurde etwa 1952 erworben, in den Jahren, da von Wolfgang Schöne mit großem Einsatz trotz geringer Mittel der Ausbau der Sammlung betrieben wurde.

Der Aufkleber auf der Rückseite weist als Hersteller die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Films(!!!) und Lichtbilder m.b.H. Berlin W 30 aus, auch bekannt als „Heliofilm“. Bisher wurde noch ein weiteres Dia dieses Herstellers im Bestand des Diaarchivs gesichtet. Dieses zeigt die Fagus-Werke von Gropius. >>HIER<<

(Un)schuldig!

26. Juni 2018 ankenapp Keine Kommentare

Dieses Kleinbilddia (Originalgröße mit Rahmen 5×5 cm) zeigt das „Marx-Engels-Forum“ in Berlin mit den Statuen der beiden Sozialphilosophen vor der Spiegelglasfassade des „Palastes der Republik“. Es stammt aus einer Schenkung, die dem Kunstgeschichtlichen Seminar zum Aussortieren des Brauchbaren überlassen wurde. Auf den ersten Blick scheint diese Privataufnahme ein harmloses touristisches Relikt und – ohne Vergrößerung betrachtet – auch uninteressant, zumal das Gegenlicht für eine relativ starke Abschattung der Figurengruppe sorgt. Am Ende des ersten Blickes rückte daher die Entscheidung ‚Papierkorb‘ in die Nähe.

Interesse weckte dann allerdings der Hinweis auf der Diaschachtel, dass die Aufnahme 1991, also kurz nach der Wiedervereinigung, entstand. Damit fiel die Entscheidung, das Dia und seine übrigen Begleiter quasi als Zeitdokumente zu bewahren und zu digitalisieren. Nach dem Scan und einer kurzen Bearbeitung offenbarte das Dia seine eigentliche Bedeutung als Zeuge der „Wende“ und der kulturellen, aber auch ganz persönlichen Probleme, mit denen sich die ehemaligen Bürger der DDR auseinandersetzen mussten: Auf dem Sockel des Denkmals stand offenbar der Schriftzug „Wir sind unschuldig“, womit wohl gemeint ist, dass die ursprüngliche Philosophie von Marx und Engels an den Entgleisungen im Sozialismus der DDR und der übrigen osteuropäischen Staaten nicht schuld sei. Ein zorniger Bürger (ob aus Ost oder West sei dahingestellt) übersprayte den Satz, so dass er sich nunmehr liest „Wir sind schuldig“. Eine andere (?) Person bemalte auch die Hände und Füße der Marxstatue mit roter Farbe, vermutlich, um die blutigen Hände der sozialistischen Staatsmacht zu versinnbildlichen. Ungeachtet dieser Attacken auf das Denkmal liegen auf dem Sockel neben Friedrich Engels auch einige Blumen.

Der „Palast der Republik“ ist seit langem abgerissen – an seiner Stelle befindet sich der fast fertige Neubau des alten Berliner Stadtschlosses. Das Marx-Engels Denkmal steht noch, wurde jedoch an einen anderen Platz an der Karl-Liebknecht-Straße versetzt.